Vorsprung halten in der Foodservice-Branche

14. März 2018

Im Hamburger Mehr! Theater am Großmarkt haben wir am Vortag der Internorga zwischen über 2.000 anderen Teilnehmern Platz genommen und im Rahmen des Internationalen Foodservice-Forums erfahren, welche Themen die Gastronomie aktuell bewegen.

„Vorwärts denken – Vorsprung gestalten“ lautete das Motto des 37. Foodservice-Forums, zu dem der Deutsche Fachverlag und die Hamburg Messe und Congress 2018 zum zweiten Mal in das Mehr! Theater am Großmarkt luden. Konsumtrends, Marktpotenziale und Erfolgsfaktoren standen auf der vollgepackten Agenda, die viele Impulse für den Alltag setzte. Auf 1.000 Quadratmetern Fläche präsentierten sich zudem Gastronomie-Lieferanten, die während der Pausen über neue Produkte und Bestseller informierten und dabei gleich auch für die Pausenversorgung sorgten.

Bühne des Foodservice-Forums

Potenziale und Treiber des Marktes

Nach der Begrüßung durch Gretel Weiß, Herausgeberin der Wirtschaftsfachzeitschriften food-service und FoodService Europe & Middle East, und Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, startete die Veranstaltung gleich mit den Marktzahlen. Wie bereits im Jahr 2011 verzeichneten die Top 100 der Gastronomie-Unternehmen ein Umsatzplus von 5,1 Prozent – ein Spitzenjahrgang für die Betriebe.

Als Wegweiser in der vielschichtigen Gastronomielandschaft dienen die Marktpotenziale, die Gretel Weiß näher ausführte. Als Lernstoff für 2018 verwies sie unter anderem darauf, dass Essen immens an Bedeutung gewinnt. Konsumenten Lebensmittel wollen mehr und mehr erleben, statt nur verbrauchen. Es soll ein Erlebnis im Konsumprozess, aber Convenience im Kaufprozess herrschen.

Digitaler gleich bequemer

Prof. Wolfgang Henseler von der Hochschule Pforzheim brachte den Kongressteilnehmern im Anschluss die digitale Transformation näher. Er zeigte anhand des Beispiels von Amazon Go, was schon heute möglich ist. Das Einkaufen ohne aktiven Bezahlvorgang und somit eine schnellere Abwicklung des Prozesses wird hier durch das Scannen eines QR-Codes und Tracking möglich.

Hunger stillen, Verkauf fördern

Zu Beginn ihres Vortrags zitierte Stavroula Ekoutsidou von Ikea Food Deutschland den Unternehmensgründer Ingvar Kamprad. Er hat einmal gesagt: „Es ist schwierig, mit hungrigen Besuchern Geschäfte zu machen.“. Sie verwies damit auf das Hauptaugenmerk des Möbelkonzerns, der nach wie vor auf dem Verkauf von Einrichtung liegt, aber auch auf die essenzielle Rolle der Ikea Restaurants, Bistros und Schwedenshops. Damit das Food-Angebot aber weiter attraktiv bleibt, hat Ikea Food Deutschland es sich zur Aufgabe gemacht, „Traditionelles ständig trendig weiterzuentwickeln“. Das wird z.B. an den beliebten Köttbullar deutlich, die an den Trend zu mehr fleischlosen Gerichten auch als vegetarische Variante erhältlich sind, oder am klassischen Räucherlachs, der als Pulled-Salmon-Burger von sich reden machte.

Im Foodservice attraktiv bleiben heißt für Ikea Food Deutschland beliebte Klassiker an neue Trends anzupassen.

Foto: Ikea Restaurants/André Göhr

Foodservice bedeutet bei Ikea Food Deutschland das Angebot stets weiterzuentwickeln.

Foto: Ikea Restaurants/André Göhr

Nachhaltige Expansion

Anschließend nannte Mirko Silz, seit September 2016 CEO bei FR L‘Osteria, Stellschrauben, anhand derer eine etablierte Marke weiterentwickelt werden kann. Als erster Schritt bei einer Expansion steht dabei die Überlegung der folgenden Aspekte: Unternehmenstyp, Größe, konkretes Ziel, Schritte und Wahrnehmung. Erst wenn diese feststehen, ist ein weiteres Wachstum auch nachhaltig möglich. Sein abschließendes Fazit: „Wer nicht wächst, kann eventuell die Relevanz am Markt verlieren.“

Pasta, serviert in der L’Osteria, die Thema auf dem Foodservice-Forum war.

Foto: L’Osteria

Kaufentscheidung durch Ambiente

Der niederländische Architekt Jan Knikker von MVRDV verdeutlichte an zahlreichen Beispielen, welche Auswirkung ein schönes Ambiente auf das Kaufverhalten von Konsumenten hat, die dann sogar bereit sind, mehr Geld zu bezahlen. Die Stadtentwicklung erfolge durch die Gastronomie, die mittlerweile einen großen Stellenwert einnimmt. Eines von Jan Knikkers aufgeführten Beispielen ist die Markthal in Rotterdam, die als ein großes umgedrehtes U auch optisch etwas hermacht.

Doppelt revolutionär

Maximilian Kochen, einer von zwei Geschäftsführern des Start-ups Beets & Roots aus Berlin wagte gemeinsam mit den Kongressteilnehmern einen Blick auf das erste Jahr des Gastro-Betriebes und zeigte dabei auf, wie es gelingt, pro Quadratmeter Fläche mehr Umsatz zu generieren. Die Lösung ist ein Multi-Channel-Konzept, das neben dem Verzehr in den Stores auch einen Lieferdienst mit Logistikpartnern wie Foodora und Deliveroo, die Vorbestellung und Individualisierung der Gerichte sowie Catering vorsieht. Christian Hamerle von der Data Kitchen brachte in seinem Vortrag erneut die Digitalisierung ins Spiel, die im Falle des Betriebes ein hochwertiges Mittagessen und Entschleunigung – auch in einer kurzen Pause – möglich macht. Denn hier erfolgt eine Vorbestellung und Bezahlung des Mittagessens vorab; das Essen selbst steht dann in der sogenannten Food Wall zum angegebenen Zeitpunkt bereit. Das wiederum sorgt für eine stressfreie Mittagspause und dafür, dass die Mitarbeiter der Data Kitchen wieder zu Gastgebern werden.

Service zur Differenzierung

„Gibt es in der digitalen Welt noch Raum für persönlichen Service?“ – mit dieser Frage stieg die Serviceexpertin Sabine Hübner in ihren Vortrag ein. Und ihre klare Antwort lautet: „Sowohl als auch.“ Ein wichtiger Faktor für gelungenen Service ist die Empathie. Die setzt sich aus den vier Stufen Konzentration, Wahrnehmung, Kreativität und Mut zusammen. Ein starres Skript für den Service ist also wenig förderlich, Freiraum ist gefragt.

Mit dem umfangreichen Kongressprogramm des 37. Internationalen Foodservice-Forums zu aktuellen Gastronomie-Trends ging der Vortag zur Internorga zu Ende und sorgte beim Besuch der Messe an den Folgetagen bei dem einen oder anderen Besucher sicherlich noch einmal für ein Gesprächsthema.

Sie sind bald in Hamburg und brauchen noch einen Restauranttipp? Dann schauen Sie sich in unserer Top 6 Auswahl von Restaurants in Hamburg um.

 

  Alle Beiträge von
Tags: , , ,
kalender.pur
Letzte Beiträge
18. April 2018

Diese Braubücher gehören in jedes Hobbybrauer-Buchregal






Mit dem steigenden Interesse an Bier steigt auch die Lust,

16. April 2018

Was zur Bowl – oder: Mit dem Löffel schmeckt es besser






Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder Zwischenmahlzeit: Aktuell kommt man kaum dran

13. April 2018

Shake it Baby! Schüttelbrot made in Südtirol






Südtirol ist bei uns Deutschen abgespeichert als Genussregion, steht für

Veröffentlicht unter food.pur, reportage.pur Getagged mit: , , ,

kalender.pur

Feb0 Termine
Apr0 Termine
Mai0 Termine
Jun0 Termine
Jul0 Termine
Aug0 Termine
Okt0 Termine
Nov0 Termine
Dez0 Termine
Jan0 Termine
Feb0 Termine
Mrz0 Termine
Apr0 Termine
Mai0 Termine
Jun0 Termine
Jul0 Termine
Aug0 Termine
Sep0 Termine
Dez0 Termine

kontakt.pur

Sie möchten Kontakt mit der Redaktion aufnehmen, weil Sie ein spannendes Thema haben, das in den Branchentreff gehört? Oder fehlt etwa ein wichtiger Termin im kalender.pur?

Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an branchentreff@kommunikationpur.com.