Müll vermeiden – wie es gehen könnte

7. August 2017

Es scheint, als wäre Müll vermeiden das große Werbethema 2017. Supermarktketten schaffen reihenweise die Plastiktüte ab, ein großer Kaffee- und Gemischtwarenhändler führt Mehrweg-Kaffeebecher ein und ein schwedischer Kleidungshersteller, der für Billiglöhne und -klamotten bekannt ist, steigt plötzlich in das Geschäft für nachhaltige Mode ein. Ob das schon genug für den blauen Planeten ist? Noch immer ist die Müllproduktion in Deutschland steigend, noch immer wird in Deutschland jedes achte Lebensmittel weggeworfen. Im Foodbereich gibt es aber visionäre Ideen, von denen wir glauben, dass sie sich in Zukunft durchsetzen könnten.

Ein Supermarkt ganz ohne Müll

Tatsächlich machen Plastiktüten nur einen winzigen Teil an Plastik beim Einkauf aus. Ein Großteil des produzierten Mülls stammt aus Verpackungen für Lebensmittel und Kosmetika, vieles davon ist nicht recycelbar. Wenn wir im Supermarkt einkaufen, kommen wir um den Plastikmüll fast nicht herum – außer es ist ein verpackungsfreier Supermarkt. Der OHNE in München-Schwabing ist einer von immer mehr verpackungsfreien Supermärkten. Hier gibt es nur Lebensmittel, die unverpackt sind oder deren Verpackung wiederverwendbar ist. Im OHNE kann man alles kaufen, was das Öko-Herz begehrt: typische „Trockenlebensmittel“ wie Nudeln, Reis, Linsen, Mehl, Studentenfutter und Müsli, aber auch frisches, saisonales Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Milchprodukte und Öle. Zum Abfüllen bringen wir entweder eigene Behälter mit oder kaufen oder leihen uns Glasdosen, Weckgläser oder Beutel im Geschäft. Für kleine Haushalte ist das Selberabfüllen ein riesiger Vorteil: Man kann genau so viel abfüllen, wie man wirklich braucht; große Verpackungsgrößen und Wegwerfen sind Schnee von gestern. Ganz einfach Lebensmittel retten.

Mit Apps gegen Lebensmittelverschwendung

Am wenigsten Müll entsteht immer noch, wenn mit den eingekauften Lebensmitteln besser gewirtschaftet wird. Ein Schlüssel dazu ist Logistik und Kommunikation – was eignet sich da besser als Apps? Im Bereich Foodsharing gibt es schon zahlreiche Apps, eine davon ist Too Good To Go. Dieses System vernetzt Restaurants, Bäckereien und Hotels mit uns Verbrauchern und zeigt an, welche Gastronomieobjekte Essen übrig haben. Als angemeldete App-Nutzer können wir dieses Essen online reservieren, bezahlen und kurz vor Ladenschluss mitnehmen. Preis: meist zwischen drei und vier Euro. Für Nutzer und Betriebe ist die App komplett kostenlos.

Die Idee kommt aus Dänemark und ist mittlerweile in vielen europäischen Ländern verbreitet. Über 800 Gastrooutlets machen allein in Deutschland mit; laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft konnten dadurch bisher 1,1 Millionen Mahlzeiten gerettet und so 2.900 Tonnen CO2 eingespart werden.

Smartphone liegt auf einem Holzbrett zwischen Gemüse

reCIRCLE: Essen mitnehmen ohne Müll

Wenn wir unterwegs sind, ist es nicht einfach, müllarmes Essen aufzutreiben: Take-away-Food ist fast immer in sehr viel Plastik oder Styropor verpackt. Eine Initiative aus Stuttgart hat den Einwegboxen den Kampf angesagt und möchte Mehrweg-to-go-Behälter auf den Markt bringen. Weil es dazu ein ganzes Netzwerk an teilnehmenden Restaurants braucht, ist dieses Modell gerade noch in der Pilotphase, doch bald schon soll es marktreif sein. Das Prinzip: In den Gastronomieobjekten werden Mehrwegboxen bereitgestellt, in denen wir Kunden unser Essen gegen Pfand mit nach Hause nehmen können. Die Box kann man dann behalten oder in jedem teilnehmenden Lokal (auch ungespült) zurückgeben und bekommt sein Pfand wieder.

Asiatisches Essen auf Tisch, Hand mit Stäbchen

Müllfreier Kaffee to go

Schaut man sich in Fußgängerzonen und an Bahnhöfen um, sind die Abfalleimer übervoll mit leeren Kaffeebechern. Dabei gibt es auch da längst Abhilfe: Mehrwegbecher benutzen. Die Bereitschaft, hier für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, steigt, bei handwerklichen Bäckern und bei den großen Lebensmittelketten: Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks etwa hält seine Bäcker zu den Mehrwegbechern an, während Starbucks, Tchibo und ab November auch McDonald’s ihren Kunden anbieten, eigene Trinkbehälter mitzubringen. Dabei gibt es oft sogar einen Rabatt auf den Kaffee von bis zu 30 Cent pro Becher.

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