Tag des Bieres: Gedanken einer Biersommelière

23. April 2017

Tag des Bieres – mein Lieblingstag im Jahr? Nein, denn als Biersommelière ist doch irgendwie jeder Tag „Tag des Bieres“. Unsere Aufgabe, nein unsere Mission ist es, Bierkultur und den Biergenuss zu leben. Für mich persönlich bedeutet das, jeden Tag zu versuchen, Menschen zu zeigen, wie vielfältig Bier sein kann, wo der Unterschied zwischen Industriebier und einem handwerklich gebrauten Bier liegt und wie man Bier „richtig“ genießt.

Auf den Punkt gebracht

Geredet wird viel, besonders wenn es um die Aufgaben eines Biersommeliers und seine Mission geht. Blumige Worte werden textsicher jedem entgegen geschmettert, der fragt: „Was macht ein Biersommelier eigentlich?“. Doch was macht er denn nun? Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten, denn die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Bierwelt selbst. Der eine braut, der andere verkauft, der Nächste schenkt aus, der Übernächste verkostet. Und ich, ich schreibe. Das ist gar nicht so einfach. Vor allem da es um ein Produkt geht, das doch am überzeugendsten im Glas und nicht auf dem Papier ist. Am liebsten schreibe ich über Leute, die Bier genauso lieben wie ich. Wie zum Beispiel Dennis Spahn, den wir zur Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg besucht haben, oder Kirsten Rhein, die bierverrückte Amerikanerin aus München. Mich beeindrucken Persönlichkeiten wie Wolfgang Stempfl, der mit der Doemens Akademie die Biersommelierausbildung ins Leben gerufen hat und Vater der Bewegung ist. Ich lasse mich von Reisen durch die Bierwelt inspirieren. Wie zum Beispiel meiner Craft-Spurensuche in den USA. Es gibt immer und überall Neues zu entdecken, wenn es ums Bier geht.

Weil ich Bier liebe – und das nicht nur am Tag des Bieres

„Magst du Bier?“ Nein, ich liebe es. Und da geht es nicht nur darum, ob es mir schmeckt oder nicht. Es geht um das große Ganze. Es geht um die Art, wie Bier gebraut wird, um den Geruch, wenn eingemaischt wird, um den ersten Schluck aus dem Zwickelhahn. Es geht um die Menschen und Marken der Bierbranche. Es geht um die Viefalt, die einen erwartet, wenn man Craftbier Läden wie das Biervana oder die Bierothek Nürnberg besucht oder im Tap House an der Theke steht und in den Seiten der Bierkarte blättert. Es geht um die leuchtenden Augen eines Brauers, wenn er von seinen Bieren spricht, und die herzlichen Worte eines Brauereichefs, wenn er dich in seiner Brauerei willkommen heißt. Es geht um die Freunde, die ich in den letzten Jahren durch Bier gewonnen habe. Es gibt wenige Produkte, die so emotional sind wie Bier. Ein Brauer würde wohl sagen, dass es kein anderes Produkt gibt. Und genau das ist es doch, was wir zum Leben brauchen: Emotionen, Liebe und Hopfen.

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