Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan: Tausend Jahre Biertradition

8. Juni 2020

Vom Klosterbetrieb zur modernen Staatsbrauerei

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, vor beinahe eintausend Jahren eine Klosterbrauerei der Benediktinermönche, dann Königlich Bayerische Staatsbrauerei, ist heute als Regiebetrieb des Freistaates Bayern ein modernes, nach privatwirtschaftlichen Maßstäben geführtes Unternehmen. Als älteste Brauerei der Welt, die durch die Nähe zur Technischen Universität München auf eine einzigartige Verbindung von bewährtem Wissen und moderner Wissenschaft vertraut, hat sie die deutsche Bierkultur und die Brauwirtschaft entscheidend geprägt.

Die geschichtlichen Wurzeln der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan reichen weit zurück. Im Jahr 725 gründete der heilige Korbinian in Freising ein Benediktinerkloster und setzte damit
den ersten, entscheidenden Meilenstein der Brauereigeschichte.

Vom spontanen Brauen zum nachvollziehbaren Brauprozess

Im Mittelalter wurde in Klöstern wie Weihenstephan kontinuierlich Bier gebraut. Zudem wurden der Brauprozess studiert, Abläufe hinterfragt und, mit den gewonnenen Erfahrungen systematisch optimiert, neue Rezepturen getestet und mit Heilpflanzen experimentiert. Jeder Brauvorgang, jedes Rezept wurde notiert und von Brauer zu Brauer weitergereicht. Im Vergleich hierzu war die Braukunst, die in den weltlichen Gasthäusern exerziert wurde, zur
damaligen Zeit immer noch eher ein Lotteriespiel und die spontan einsetzende Gärung wurde als Gottes Tat begrüßt. Entscheidende technische Instrumente im Brauprozess, wie beispielsweise das Kühlschiff oder der Braukessel, wurden in den Klosterbrauereien entdeckt und weiterentwickelt. So haben die brauenden Mönche maßgeblich dazu beigetragen, dass aus einem eher zufälligen Brauen, basierend auf Erfahrungswerten, eine Wissenschaft und ein
nachvollziehbares Handwerk geworden sind.

Älteste Brauerei der Welt

Richtig amtlich wurde es in Weihenstephan im Jahr 1040, als Abt Arnold, der dem Kloster zu der Zeit vorstand, das Brau- und Schankrecht von der Stadt Freising erwarb. Von diesem Moment an
durfte das Kloster offiziell Bier brauen und es vor allem auch vermarkten. Dieses Jahr steht bis heute als Gründungsjahr der Brauerei fest. Seitdem wird am Weihenstephaner Berg kontinuierlich
und ohne Unterbrechung Bier gebraut; selbst als das Kloster durch Plünderer im Laufe der Jahrhunderte immer mal wieder zerstört und neu aufgebaut wurde. Daher darf die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan auch zu Recht die Bezeichnung „Älteste Brauerei der Welt“ für sich in Anspruch nehmen.

Weihenstephan wurde weltlich

1803 wurde das Kloster im Rahmen der flächendeckenden Säkularisation in Deutschland aufgelöst und alle Rechte, Güter und Kapitalien gingen an den Bayerischen Staat über. Die ehemalige Klosterbrauerei hieß ab diesem Zeitpunkt Königlich Bayerische Staatsbrauerei und wurde vom Staatsgut Schleißheim aus verwaltet. In diesem Zeitraum startet auch die Lehrtätigkeit in Freising; die Braumeister begannen damit, Nachwuchsbrauer auszubilden, und so entwickelte sich Weihenstephan schnell zum Zentrum der bayerischen Brauerausbildung. 1919 wurde die Brauerakademie zur „Bayerischen Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei“ erhoben und ist heute als Fakultät für Brau- und Getränketechnologie Teil der Technischen Universität München mit einem weltweit renommierten Ruf in der Brauwirtschaft.

Der heute bekannte Name „Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan“ besteht erst seit 1921 und seit 1923 wird das große Bayerische Staatswappen als Firmenzeichen geführt.

Zwischen Tradition und Moderne

Umgeben vom vergleichsweise sehr jungen Wissenschaftszentrum der Technischen Universität München erwartet den Bierkenner und -genießer aus aller Welt eine einzigartige Verbindung von bewährtem Wissen und moderner Wissenschaft: Hinter den geschichtsträchtigen Gemäuern der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan verbirgt sich heute modernste Technik, die auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der Getränketechnologie zurückgreift. Zusammen mit
der fast 1.000-jährigen Erfahrung und den traditionellen Brauverfahren entstehen Premiumbiere höchster Qualität, die jedes Jahr auf den internationalen Bierwettbewerben mit den begehrtesten
Auszeichnungen geehrt werden.

Damit ist die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan mit ihrer Philosophie als Spezialitätenmarke seit vielen Jahren auf dem nationalen und internationalen Markt sehr erfolgreich positioniert und stellt mit ihren derzeit 16 Bierspezialitäten ein breites
Produktsortiment zur Auswahl: vom Hefeweißbier über das Kristall- bis hin zum alkoholfreien Weißbier, vom klassisch-bayrischen Hellen und beliebten Pils bis hin zum fruchtig-frischen Weizenbock Vitus.

Rund 160 Mitarbeiter sorgen täglich mit viel Engagement und Fachkenntnissen dafür, dass die Weihenstephaner Bierspezialitäten regional, national und international erhältlich sind. Zudem beschäftigt die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan seit Juli 2018 als erste deutsche Brauerei einen Markenbotschafter beziehungsweise Brand Ambassador International, Matthias Ebner. Er ist dafür verantwortlich, auf internationalem Parkett die Marke Bayerische Staatsbrauerei
Weihenstephan zu vertreten, sie mit Leben zu füllen und ihr Image positiv aufzuladen. Er erklärt als Person Importeuren, Geschäftspartnern und Bierbegeisterten international die Geschichte der Brauerei sowie die Besonderheiten der Bierspezialitäten. Damit ist die älteste Brauerei der Welt ein Vorreiter in Deutschland und zeigt wieder einmal, dass sie trotz Tradition nicht nur im Brauhandwerk, sondern auch in Sachen Marketing und Personalplanung ein sehr modernes Unternehmen ist.

(Stand: Mai 2020)


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