BierIG im Einsatz für die österreichische Bierkultur

22. September 2016

Austrian Beer Challenge 2016 InterviewSeit 2002 gibt es die BierIG, die Interessen-Gemeinschaft der Bier-Konsumenten. Mit der österreichischen Staatsmeisterschaft, der Austrian Beer Challenge, hat das Team rund um die Organisatoren Jörg Prähauser und Robert Griesmayr eine feste Größe in den Bierwettbewerben in Europa erreicht. Im Interview mit Robert haben wir erfahren, wie alles begann und was er sich für die Zukunft wünscht.

Robert, was genau steckt hinter der BierIG?

BierIG steht für Interessen-Gemeinschaft der Bier-Konsumenten. Wir sind ein Verein, der vollkommen unabhängig von Brauereien und anderen Organisationen ist. Entstanden ist das Ganze aus dem Wunsch heraus, etwas gegen das Einheitsbier in Österreich zu unternehmen. Der Verein wurde 2002 gegründet. Längst vor der Zeit der Craftbierbewegung. Die Vereinsmitglieder wollten zusammen auftreten, haben sich zu Stammtischen getroffen und selbst gebraute Biere verkostet. Mittlerweile ist der Verein, in dem wir circa 850 Mitglieder haben, sehr viel mehr als ein Treffen von Heimbrauern. Wir haben beispielsweise ein Mitgliedermagazin, in dem wir über Aktuelles aus der Branche berichten. Auch die österreichische Staatsmeisterschaft ist ein Ergebnis der BierIG-Aktivitäten.

Seit wann gibt es die österreichische Staatsmeisterschaft, und wie ist der Wettbewerb aufgebaut?

In diesem Jahr führen wir schon die 13. Staatsmeisterschaft durch. Das Ganze läuft unter dem Namen „Austrian Beer Challenge“. Heimbrauer und Brauereien, die in Österreich brauen, können ihre Biere in verschiedenen Kategorien einreichen. Eine Expertenjury aus Biersommeliers und Brauern verkostet die Biere pro Kategorie, aufgeteilt nach Heimbrauern und gewerblich gebrauten Bieren. Bewertet werden Geruch, Aussehen, Geschmack, Mundgefühl und Gesamteindruck. Die Biere mit den höchsten Bewertungen kommen in die Finalrunden. Hier werden dann die drei besten Biere prämiert.

Wie hat sich die Austrian Beer Challenge seit dem ersten Jahr entwickelt?

2003 war der erste Wettbewerb. Damals war es noch eine reine Heimbrauer-Bierverkostung. Es wurden insgesamt 43 Biere von Hobbybrauern eingereicht. Das waren hauptsächlich Märzen und Weizen sowie ein paar wenige Exoten. Zwölf Jahre später haben wir eine zehnfach so hohe Einreichung. Wir haben in jedem Jahr einen Zuwachs an Bieren, die angemeldet werden. Mittlerweile haben wir den Wettbewerb für gewerblich gebraute Biere geöffnet, und mit jedem Jahr kommen mehr Brauereien dazu. 2016 hatten wir 481 Biere, in 14 Kategorien, die von 60 Verkostern bewertet wurden. Neben dem Zuwachs der Anzahl an Bieren erleben wir auch einen wahnsinnigen Anstieg in der Vielfalt. Die Biere werden von Jahr zu Jahr kreativer, die Brauer experimentierfreudiger.

Warum habt ihr euch dazu entschlossen, auch gewerblich gebraute Biere zuzulassen?

Da wir uns als Interessen-Gemeinschaft der Bier-Konsumenten sehen, ist es uns wichtig, mit der Austrian Beer Challenge den österreichischen Markt widerzuspiegeln. Das geht nur, wenn auch gewerblich gebraute Biere bewertet werden. Wir wollen Vielfalt fordern und fördern. Ich denke, das gelingt uns ganz gut.

Wie setzt sich die Jury zusammen?

Hauptsächlich kommen die Verkoster aus Österreich. Wir haben in diesem Jahr aber auch viele Biersommeliers aus dem europäischen Raum da. Vertreten sind Luxemburg, Polen, Finnland, Deutschland und Slowenien; teilweise mit Verkostern, die auf internationalen Wettbewerben judgen. Das tut dem Wettbewerb unheimlich gut, und die Wertigkeit steigt. Nicht nur die Biere werden kompetent bewertet, auch wir können von dem Feedback der teilweise sehr erfahrenen Verkoster viel für den Ablauf der Austrian Beer Challenge lernen.

Dieses Jahr fand die Staatsmeisterschaft in Wien statt. Wo werdet ihr nächstes Jahr sein?

Unser Wunsch ist es, mit der Austrian Beer Challenge zu wandern. Ob das umsetzbar ist, wird sich zeigen. Wir haben mit Ottakringer in Wien das große Glück, einen perfekten Partner gefunden zu haben. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir brauchen ja nicht nur die Räumlichkeiten, es geht auch um die Annahme der Bierpakete, die Sicherstellung der Kühlung, um Hilfskräfte für die Verkostungen und vieles, vieles mehr. Hier funktioniert die Zusammenarbeit mit Ottakringer reibungslos und auf einem sehr hohen Niveau. Gerne würden wir den Wettbewerb aber auch mal in Tirol und Salzburg austragen.

Welche Wünsche hast du für die nächste Austrian Beer Challenge?

Ganz klar: Wir wollen die 500 knacken. Es fehlen ja „nur noch“ 20 Biere mehr, um dieses Ziel zu erreichen. Ich würde mir zusätzlich wünschen, dass wir noch mehr Verkoster aus anderen Ländern dabei haben. Wir finden den Austausch unter den Kollegen sehr wichtig, und man erfährt über den persönlichen Kontakt viel besser, was biertechnisch gerade in anderen Ländern passiert.

 

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