Bier und Plätzchen – ein „Food-Pair“?

16. Dezember 2016

Die präweihnachtliche Plätzchen-Passion macht auch vor uns Beer-Girls nicht halt. Und weil wir uns nicht zwischen Plätzchenessen und Biertrinken entscheiden wollten, taten wir einfach beides zusammen. Was bei unserem waghalsigen Geschmacksexperiment herausgekommen ist und welche Weihnachtsplatzerl zu welchem Bier passen, verraten wir euch natürlich sehr gern.

Pils haben wir uns als Erstes eingeschenkt, denn in Bierverkostungen beginnt man mit dem „mildesten“ Bier, um die Sinnesrezeptoren nach und nach an die Intensität gewöhnen zu können. Dass hopfenbetonte Biere zu weihnachtlichem Gebäck passen würden, hatten im Vorfeld einige bezweifelt, doch sie wurden vom Gegenteil überzeugt. Mit einem klassisch-herben Pils harmonieren ebenfalls Plätzchen, die zurückhaltender gewürzt sind, etwa Butterplätzchen und Vanillekipferl. Die buttrigen Plätzchen fungieren als Geschmacksträger, die den Doldenstoff noch besser zur Geltung kommen lassen. Auch Plätzchen mit fruchtig-säuerlicher Füllung schmeckten uns zum Pils, etwa Spitzbuben.

 

Als Nächstes kam ein Weißbier ins Glas. Die fruchtigen Aromen, die durch die obergärige Hefe im Weißbier entstehen, schmecken nach Banane, Zitrus oder Apfel, auch Nelke ist erkennbar. Damit harmonieren feine Plätzchen wie Makronen. Auch Kokosmakronen schmeckten uns zum Weizenbier, denn die Spritzigkeit durch die Kohlensäure im Bier unterstützt luftig-leichte Aromanuancen. Die im Weizen sehr vordergründigen Aromen der Hefe kommen oft buttrig daher. So geht dieses Bier Hand in Hand mit weichen Plätzchen wie klassischen Butterplätzchen und Heidesand.
Weiter ging es mit einem Weizenbock. Hier waren wir gespannt, ob auch stark malzige, süße und fruchtaromatische Biere mit dem kleinen Weihnachtsgebäck harmonieren und welche davon dem kräftigen Bier etwas entgegensetzen können. Wir versuchten es mit Spekulatius, der sich als wunderbarer Begleiter, ja sogar als Geschmackskatalysator entpuppte. Auch Zimtsterne schmeckten hervorragend zum Bier, denn die getreidigen Aromen im Bier gesellten sich gern zu den sehr zuckrigen Zimtsternen.

 

Vielschichtig ging es weiter: zum Dominostein. Unten eine dünne Schicht aus Lebkuchen, drüber Fruchtgelee und Marzipan; ein Gebäck, wie gemacht für ein komplex-aromatisches Bier wie den dunklen Weizenbock. Sehr zu empfehlen, diese Kombi.

 

Nimmt das Bier während der Lagerung Aromen aus Tequila-, Barrique- oder Rotweinfässern an, befanden wir Früchtebrot als passendes Dazu. Es ist intensiv genug, um neben dem aromatischen Bier nicht zu kurz zu kommen, und bringt säuerlich-herbe Nuancen mit. Auch die Konsistenz der beiden Geschmackspartner passt: Das cremig-ölige Bier mit geringer Kohlensäure schmiegt sich an das weiche, leicht zähe Früchtebrot.

 

Bliebe noch die Rumkugel, die wohl so einige Biere intensitätsmäßig in den Schatten stellt. Hier haben wir ein klassisches Barley Wine dazu probiert. Wir empfehlen aber den Genuss kleiner Mengen, da diese Kombi wirklich sehr stark ist. Zwischendurch ein Vanillekipferl zu essen schadet auch nicht.
Na? Wer lässt jetzt auch zum Kronkorkenknall den Puderzucker rieseln?

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