Der Weg zum Logistikzentrum der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan

8. Juni 2020

Gut zwei Jahre lagen zwischen der Grundsteinlegung für den Bau eines Logistikzentrums der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger Anfang Juli 2017 und der offiziellen Eröffnung mit einer festlichen Veranstaltung des Neubaus Ende Mai 2019.

In den neuen Lagerhallen, die bei einer Gebäudehöhe von 12,5 Meter 10.700 Quadratmeter überdachte Fläche umfassen, wurden am 24. Mai 2019 der Abschluss der Bauarbeiten sowie die Inbetriebnahme der Logistik am neuen Standort gebührend gefeiert. Für die Staatsbrauerei war die Entscheidung für das neue Logistikzentrum damals ein wichtiger Schritt in die Zukunft, um nun die komplette Logistik aus einer Hand auf höchstem Qualitätsniveau abwickeln zu können. Zudem stellt der Bau natürlich auch eine Investition in den Heimatstandort der Brauerei, Freising, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze dar.

Engpässe am Berg

Der wesentliche Grund, der zu dieser Entwicklung führte, war der Platzmangel am Weihenstephaner Berg, an dem die älteste Brauerei der Welt seit Jahrhunderten die international bekannten und mehrfach ausgezeichneten Bierspezialitäten braut. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, im Jahre 1040 als Klosterbrauerei der Benediktinermönche gegründet, ist heute ein Staatsbetrieb, der nach privatwirtschaftlichen Maßstäben geführt wird. Hinter den geschichtsträchtigen Gemäuern der Brauerei verbirgt sich modernste Technik, die auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der Getränketechnologie zurückgreift.

Das Brauereigelände ist umgeben von den modernen Institutsgebäuden der Technischen Universität München in Weihenstephan, die in der ganzen Welt als Ausbildungsstätte von Braumeistern und -ingenieuren bekannt ist. Aus diesem Grund bestand am Weihenstephaner Berg für die Brauerei keine Möglichkeit zur Expansion am Standort. „Der Bau eines Logistikzentrums im Gewerbegebiet nahe der Autobahnzufahrt war ein unumgänglicher Schritt, da die Situation am Weihenstephaner Berg für alle Beteiligten zum Ende hin kaum noch tragbar war. Wir haben dort nur eine einzige Ladestraße, wodurch die täglichen An- und Ablieferungszeiten detailliert geplant werden mussten. Trotz der sehr guten Arbeit des Teams kam es immer wieder zu einem leichten Verkehrschaos. 30 bis 40 Lastwagen wurden in den Hochzeiten am Weihenstephaner Berg abgefertigt. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass trotz der schwierigen Umstände die Logistik mehr oder weniger reibungslos gelaufen ist. Daher mussten wir die Prozessabläufe dringend überdenken. Am Ende war die Entscheidung, ein Logistikzentrum im Gewerbegebiet vor der Stadt zu bauen, die sinnvollste Lösung, mit der die Staatsbrauerei nun für die Zukunft und auch für weiteres organisches Wachstum bestens aufgestellt ist“, erklärt Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler die Entstehungsgeschichte des Neubaus.

Gesucht und gefunden

Es war ein umfangreicher Kriterienkatalog, mit dem sich die Verantwortlichen der Brauerei auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück für das geplante Logistikzentrum machten. Brauereinahe, günstige Verkehrsanbindung, ausreichend Fläche, um die gewünschten Gebäudeelemente unterzubringen, waren nur einige der Punkte, die es zu beachten galt. Fündig wurde die Brauerei mit der Unterstützung der Stadt Freising im Gewerbegebiet Clemensänger. Für die Stadt war es sehr wichtig, eine für alle Seiten gute Lösung in Freising zu finden. Das machte Eva Bönig, Bürgermeisterin der Stadt Freising (Bündnis 90/Die Grünen), im Rahmen der Grundsteinlegung deutlich: „Das traditionsreiche Unternehmen ist ein Pfund, mit dem die Stadt Freising wuchern kann.“ Nachdem man sich einig wurde, ging die Planung zügig voran und die Terminierung sah verschiedene Phasen der Inbetriebnahme vor, um den täglichen Ablauf in der Brauerei so wenig wie möglich zu stören und die kontinuierliche Belieferung aller Geschäftspartner im In- und Ausland auch während der Bau- und Umzugsphase zu gewährleisten.

„Es ging rückblickend betrachtet alles wie geplant und reibungslos vonstatten. Natürlich sind die einen oder anderen Herausforderungen im Bauverlauf aufgekommen, die aber alle professionell und schnell mit unseren Geschäftspartnern gelöst werden konnten. So musste beispielsweise aufgrund des hohen Grundwassers das Gelände um rund zwei Meter aufgefüllt werden. Im Umfeld von Freising sind das jedoch Begebenheiten, die für Bauunternehmer nichts Neues darstellen“, zieht Stefan Bachmaier, Logistikleiter der Bayerischen Staatsbrauerei, Bilanz.

Bestens aufgestellt für die Zukunft

Seit Mai 2019 wird die komplette Logistik, national und international, über das Logistikzentrum an vier Rampen zur Container Be- und Entladung und drei Staplerverladeplätzen im Clemensänger abgewickelt. Einzige Ausnahme: Die Handverpackung von Kleinmengen und die Konfektionierung von Display-Aktionen finden nach wie vor bei Dienstleistern statt. „Nun haben wir alle wichtigen Prozesse in der eigenen Hand, von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Verladung. Wir müssen durch die Bündelung der Prozesse weniger LKWs einsetzen, die zudem immer mit voller Auslastung fahren. Es fallen keine zusätzlichen Fahrten zum Dienstleister mehr an, womit wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch umweltschonend und nachhaltig agieren. Ein weiterer Vorteil des neuen Logistikzentrums liegt darin, dass wir nun über ein überdachtes Winterlager verfügen und damit im Herbst keine Außenlager für Leergut mehr bestimmen müssen“, zählt Prof. Dr. Josef Schrädler die Vorteile auf.

Damit ist die älteste Brauerei der Welt sehr modern und zukunftsfähig aufgestellt und kann durch die Auslagerung der Logistik auch bei weiterem Wachstum nach wie vor am Weihenstephaner Berg brauen.

(Stand: Mai 2020)


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Veröffentlicht unter Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan Pressefach