Naturwissenschaften und wie ich sie zu mögen begann

18. Januar 2018

Naturwissenschaftliche Phänomene aus dem Küchenalltag werden hier leicht verständlich und mit einem Augenzwinkern serviert.

Es ist September 2007, als ich das erste Mal die Räumlichkeiten der HS Niederrhein in Mönchengladbach betrete. Was mich erwartet? Mein Studium der Oecotrophologie mit vielen naturwissenschaftlichen Berührungspunkten. Was mich konkret erwartet … ein Grundstudium, gespickt mit meinem persönlichen Goliath, den Fächern Physik und Chemie. Theoretisch wie praktisch. Wie oft ich im Grundstudium deshalb verzweifelt bin, kann ich nicht zählen.

Gewisse Dinge aus zwei Semestern Physik und Chemie, vor allem aus den jeweiligen Pflichtpraktika, haben sich aber fest in mein Gehirn eingebrannt: zum Beispiel die Bestimmung des Bräunungsgrades einer zigmal getoasteten Scheibe Weißbrot oder das Vermessen von Trockenerbsen mit einer Schieblehre …

Schürze statt Laborkittel

Aber es soll nicht um Anekdoten aus meinem Studium gehen; ich will vielmehr aufzeigen, dass Naturwissenschaften nicht jedermanns Steckenpferd sind. Aber man kann Freude an Naturwissenschaften haben, wenn der Hintergrund sich leicht erschließt. Auch wenn ich mit meinem Werdegang einen naturwissenschaftlich geprägten Weg beschritten habe, bleibt mir so manches alltägliche Phänomen ein Rätsel. Wie passend, dass es eine Abhilfe dafür gibt. Antworten auf zahlreiche Fragen aus dem Alltag in der Küche gibt das Buch Was Einstein seinem Koch erzählte. Naturwissenschaft in der Küche – die Empfehlung eines Profs.

Fragen über Fragen

Der Autor, Chemiker Robert L. Wolke, nimmt die Leser darin mit auf eine Entdeckungsreise durch die heimische Küche und erklärt leicht verständlich und mit einem Augenzwinkern physikalische und chemische Phänomene, die wir aus unserem Alltag vermutlich sehr genau kennen – und vielleicht auch gar nicht hinterfragen. Zum Glück haben aber die Leser seiner Food-Kolumne in der Washington Post ausreichend Fragen rund ums Kochen und Garen gestellt, die er in dem Buch kurz und knapp beantwortet. Kostprobe gefällig? Hier ist sie: Sind geräucherte Lebensmittel roh oder gegart? Warum verlangen Kochrezepte nach ungesalzener Butter, aber auch nach Salz? Was kann man mit den beim Grillen eines Hähnchens heruntergetropften Resten machen? Die Fragen und Antworten sind in neun unterschiedliche Kategorien unterteilt. Die Kapitel befassen sich beispielsweise mit Zucker, Salz oder Fett oder technischen Aspekten rund um Mikrowellen.

Nachschlagewerk

Egal, ob wissenschaftliche Laien, Halbblut- oder Vollblutprofis – das Buch lädt zum kurzweiligen Lesen, Nachschlagen und sich Amüsieren ein – und vielleicht auch dazu, etwas nachzukochen. Denn Rezepte zum Nachprüfen des einen oder anderen Phänomens machen das Nachschlagewerk komplett.

Das Buch Was Einstein seinem Koch erzählte. Naturwissenschaft in der Küche von Robert L. Wolke ist übrigens im Piper Verlag erschienen. Weitere Bücher des Wissenschaftlers befassen sich beispielsweise auch mit generellen Phänomenen des Alltags (Warum bekommen Vögel auf Hochspannungsleitungen keinen Schlag? Oder: Woher weiß die Seife, was der Schmutz ist?).

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