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Team Talk: Im Gespräch mit Sandra Ganzenmüller

Wir stellen uns vor!

Willkommen zu unserem Team Talk. Hier stellen wir regelmäßig Kolleginnen vor, sprechen über Vergangenes, Zukünftiges und natürlich Aktuelles aus unserem Agentur-Alltag. Das Faible für Lebensmittel und Kommunikation haben wir alle gemeinsam, doch unsere Backgrounds, Schwerpunkte und Sichtweisen sind, wie auch eine gesunde Ernährung sein sollte: sehr abwechslungsreich!

Sandra Ganzenmüller ist unsere Agentur-Chefin und ein echter Profi. Sie ist schon seit über 25 Jahren in der Food-PR tätig, sowohl angestellt als auch selbstständig. kommunikation.pur gründete sie 2015. Seither leitet sie ein buntes Team – das zwar nur aus Frauen besteht, aber ganz unterschiedliche Ausbildungen und berufliche Stationen vereint. Wir sprechen über besondere Wendepunkte und Highlights in ihrer Karriere, die Zukunft der PR und warum sie eigentlich immer nur Frauen einstellt.

Du hast – wie einige von uns – ursprünglich Oecotrophologie studiert. Wie bist du zum Thema PR gekommen?

Meine ersten beruflichen Schritte nach dem Studium haben mich zunächst in die Produktion und Qualitätssicherung geführt. Zu der Zeit, als ich meine Bewerbungsphase gestartet habe, konnten Unternehmen mit einer Oecotrophologin noch nicht so viel anfangen. Man wurde meist mit der Ernährungsberatung verknüpft und sonstige Stellen in anderen Tätigkeitsfeldern waren rar gesät. Der Einstieg über die Qualitätssicherung war recht gängig. Ich bin dann zügig in den Vertrieb und das Marketing innerhalb der Bäckerbranche gewechselt und durch eine ehemalige Studienkollegin auf den PR-Fachwirt als Zusatzqualifikation aufmerksam geworden. Nach erfolgreichem Abschluss war der Weg in eine PR-Agentur sehr naheliegend.

Gab es einen bestimmten Moment, in dem du beschlossen hast, deinen eigenen Weg zu gehen und dich mit einer Agentur selbstständig zu machen?

Den einen bestimmten Moment mit dramatischer Hintergrundmusik gab es nicht. Es war ein immer größer werdender Berg an Punkten, etwa die Art, wie in manchen Unternehmen miteinander umgegangen wurde. Hinzu kam ein großer Unwille, Dinge zu machen, die von oben vorgegeben wurden, sich mir aber in ihrer Sinnhaftigkeit nicht erschlossen. Ich hatte einfach das Gefühl, nicht ins System zu passen. Und wenn man das System nicht ändern, aber auch nicht damit leben kann, muss man ein neues umsetzen. Und das habe ich dann getan.

Welche Aufgaben übernimmst du selbst, was delegierst du lieber und was macht dir am meisten Spaß?

Ich habe wie alle im Team meine Stärken und Kernkompetenzen, sage aber auch ehrlich, was andere Kolleginnen besser können. Dazu gehört in meinem Fall Social Media. Dafür kümmere ich mich gerne um die übergeordneten Themen, wie die Weiterentwicklung der Agentur, das Personalwesen und tatsächlich machen mir auch die buchhalterischen Aufgaben viel Spaß.

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?

In den vergangenen 25 Jahren gab es unzählige spannende und herausfordernde Projekte, auf deren erfolgreiche Umsetzung ich stolz bin. Daher fällt mir die Antwort nicht leicht. Ein Thema liegt mir aber besonders am Herzen. Es ehrt mich, dass ich mit meinem Engagement, Wirken und meiner PR-Expertise einen Beitrag zur Verbesserung des Images von Bier in Deutschland beitragen durfte. Durch mein Studium an der Technischen Universität München in Freising-Weihenstephan bin ich in die Welt der Braumeister, Brauingenieure und Brauereien gerutscht. Als ich den Abschluss zur Biersommelière 2008 in der Tasche hatte, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, die Kommunikation rund um deutsches Bier in ein positiveres Licht zu tauchen und bin dabei sehr strategisch vorgegangen. Bausteine, die dazu beigetragen haben, war mein achtjähriges Engagement als Pressesprecherin im Biersommelier-Verband, meine ehrenamtliche Tätigkeit als Judge und Table Captain bei vielen internationalen Bier-Wettbewerben, meine Bücher rund um Bier-Genuss und unsere Arbeit als Agentur für die Weltmeisterschaft der Biersommeliers. Wir durften den Veranstalter ein Jahrzehnt begleiten und die Kommunikation für die Weltmeisterschaft bestreiten. Es war toll mitzuerleben, wie sich eine Idee von einem nationalen Projekt zu einem in der Branche international bekannten Event entwickelt hat, das sich medial positiv auf den Bier-Genuss niederschlägt.

Wofür steht Sandra Ganzenmüller? Welche Werte sind dir für deine Agentur besonders wichtig?

Geprägt durch meine Jahre als Angestellte wollte ich eine Agentur gründen, in der alle wertschätzend, fair, direkt, lösungsorientiert und hilfsbereit miteinander umgehen. Jede von uns bringt unterschiedliche Erfahrungen mit, hat besondere Stärken und kann anderen Kolleginnen damit zur Seite stehen. Wir packen gemeinsam an. Jeder kann Ideen einbringen, Prozesse hinterfragen und Neues umsetzen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich dank eines großartigen Teams das erreichen konnte, was ich mir für meine Agentur gewünscht hatte.

Die Medienlandschaft und infolgedessen PR befinden sich in einem starken Wandel. Wie, glaubst du, wird sich unsere Arbeit in Zukunft verändern?

Die Kommunikation nimmt täglich mehr Fahrt auf, wird schneller und knapper, die Informationsflut gleichzeitig größer und damit sinkt die Aufmerksamkeitsschwelle der Zielgruppen kontinuierlich. Die Kommunikation muss zügig auf den Punkt kommen. Die Menge und Vielfalt an Absatzkanälen, über die wir für unsere Kunden kommunizieren, wird größer, was Segen und Fluch zugleich ist. Die kommunikativen Schnittstellen, die man z. B. im Krisenfall heute beachten muss, sind sehr komplex geworden. Eine Prognose für die Zukunft zu wagen, fällt mir schwer. Fakt ist, wir werden immer kommunizieren. Die Herausforderung ist es, rechtzeitig die sich ändernden Prozesse und Kanäle zu erkennen, zu bewerten und zielgerichtet zu nutzen.

Was machst du, um dich zu erholen?

Seit zwei Jahren habe ich für mich Yoga und Pilates entdeckt und ein ganz wunderbares Yoga-Studio um die Ecke, wo ich schon beim Übertreten der Schwelle entspanne, weil die Atmosphäre so toll ist und alle nett sind. Ansonsten liebe ich Poetry-Slams, Konzerte, Bücher lesen, Kaffee trinken gehen, allein und mit Freunden. All das bringt mich sofort auf andere Gedanken.

Und zu guter Letzt, weil wir das häufiger gefragt werden: Ist es eigentlich Absicht, dass du immer nur Frauen einstellst?

Nein, das liegt einfach daran, dass die Kombination aus Ernährungs-, Lebensmittel- und Getränkethemen auf der einen Seite und Kommunikation auf der anderen Seite zu einem sehr großen Teil Frauen anspricht – zumindest heute noch. Ich glaube, dass ich die Bewerbungen von Männern in den letzten zwei Jahrzehnten an einer Hand abzählen kann. Entgegen allen Vorurteilen harmonieren wir als reines Frauenteam aber auch sehr gut miteinander und fühlen uns sehr wohl, es gibt also auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.


Was die PR-Branche sonst noch so bewegt? Dazu hat Sandra Ganzenmüller mit Alexandra Groß, Präsidentin der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA), ein Interview geführt: PR-Trends 2025: Was bewegt die PR-Branche?



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Autorin: Sarah Fischer
Datum: 26.03.2025



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