Kreativ, aktuell, abwechslungsreich: Plant-based!

Vorurteile gegen vegane oder pflanzliche Ernährung halten sich hartnäckig: sie sei langweilig, bestehe nur aus Salat, Verzicht sowie ungewürztem Tofu und führe zwangsläufig zu Nährstoffmangel. Doch weit gefehlt: Aktuelle Trends zeigen, wie gesundheitsfördernd und kreativ pflanzenbasiertes Essen sein kann. Wir schauen uns an, welche Entwicklungen dem Thema Plant-based gerade ordentlich Rückenwind geben.

24.09.2026

| Lesezeit: 6 Min.
Fermentierte Lebensmittel sind eine gute Ergänzung zu einem plant-based Lifestyle.

Gesundes Darmmikrobiom – pflanzliche Power für den Darm

Das Darmmikrobiom (Gesamtheit aller Darmbakterien) und die Wichtigkeit einer ausgewogenen Darmflora sind in aller Munde. Und das zu Recht. Die Mikroorganismen in unserem Darm leisten einen wichtigen Beitrag zu unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit. Sie helfen zum Beispiel bei der Verdauung, stellen verschiedene Vitamine her oder fördern das Immunsystem. Die Forschung ist allerdings nach wie vor damit beschäftigt, die genauen Zusammenhänge und Funktionen herauszufinden.

Ballaststoffe
Es ist jedoch bereits bekannt, dass sich die Ballaststoffaufnahme über die Ernährung positiv auf unsere Darmgesundheit auswirkt. Dies hat in den letzten Monaten zu einem immensen Schub an Aufmerksamkeit und Produktneuheiten geführt, z.B. in Form von ballaststoffhaltigen Limonaden. Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsfasern und dienen den nützlichen Bakterien im Darm als Nahrung. Damit tragen sie zum Aufbau und Erhalt eines vielfältigen und gesunden Mikrobioms bei (präbiotische Wirkung). Ballaststoffe sind natürlicherweise ausschließlich in Pflanzen und Pilzen zu finden, vor allem in Gemüse & Obst, Hülsenfrüchten und Samen. Dies ist ein ausgezeichneter Grund dafür, einen größeren Teil pflanzlicher Lebensmittel in den Ernährungsplan zu integrieren.

Polyphenole
Weitere pflanzliche Mikrobiom-Helferlein sind Polyphenole. Das sind sekundäre, bioaktive Pflanzenstoffe mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung. Außerdem unterstützen sie das Wachstum nützlicher Bakterienarten im Darm. Polyphenole sind, wie die Bezeichnung schon sagt, ausschließlich in Pflanzen zu finden. Besonders polyphenolhaltig sind beispielsweise Beeren, Nüsse, Trauben, Äpfel oder Zwiebeln, aber auch in Tee.

Fermentiertes
Auch pflanzliche, fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi und anderes Gemüse sowie Getränke wie Kombucha – fermentierter Tee – sind super für unsere Darmflora. Somit ist Fermentation zurecht (wieder) im Hype. Die bei der Fermentation entstehenden Mikroorganismen wandern in unseren Darm und bereichern dort unser Mikrobiom direkt (probiotische Wirkung). Beim Kauf im Supermarkt ist Vorsicht geboten: Nur gekühlte/rohe fermentierte Lebensmittel enthalten noch lebende Mikroorganismen. Ungekühlte Produkte durchlaufen eine Pasteurisierung (Erhitzung), die auch die guten Bakterien abtötet.

Swicy Tofu ist eine super Idee, wenn man in die plant-based Küche neu einsteigt.
© pexels/Polina Tankilevitch

Swicy – kreativ kombiniert zu neuen Geschmacksufern

Ein weiterer Trend, der Kreativität und Genuss verspricht, ist „swicy“, die Mischung aus sweet und spicy. Die Kombination aus süß und scharf erlebt gerade eine Renaissance. Sie ist zwar kein neues Prinzip (süß-scharfe Soßen oder Chili-Schokolade gibt es schon lange), erobert sich aber gerade einen festen Platz in der modernen Küche. Und genau hier zeigt sich, wie vielseitig pflanzenbasierte Ernährung sein kann. Karamellisierte Chili-Süßkartoffeln, Ahornsirup-Sriracha-Tofu oder Mango-Habanero-Dip zu geröstetem Blumenkohl – pflanzliche Zutaten eignen sich super, um geniale Geschmackskombinationen auf den Teller zu bringen. Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse und Pilze können Aromen besonders gut absorbieren. Somit bilden sie die perfekte Basis für kreative Swicy-Kreationen. Auch hier zeigt sich wieder, wie sehr es sich lohnen kann, pflanzliche Lebensmittel zum Mittelpunkt der eigenen Ernährung zu machen. Und wie wenig langweilig das sein muss!

Texturen – der Knackpunkt pflanzlichen Genusses

Knackig, knusprig, cremig, saftig – die Textur(en) eines Gerichts sind mindestens so wichtig wie dessen Aromen! Und entgegen mancher noch immer tönender Stimmen hat pflanzliche Ernährung viel mehr zu bieten als labbrigen Tofu und Matsche-Gemüse. Die Welt der möglichen Konsistenzen wird immer größer bzw. immer weiter entdeckt. Super cremiges Schokomousse kann man beispielsweise aus Seidentofu zaubern. Gepuffter Amaranth ist luftig-knackig und super als Topping auf Joghurts oder Salaten und Tofu-Haut kann je nach Zubereitung zart-elastisch oder knusprig-blättrig sein! Durch verschiedenste Garmethoden wie Stir-Fry, Heißluft-Rösten, Fermentieren etc. werden pflanzliche Zutaten zu den absoluten Textur-Stars. Auch Nüsse, Samen oder Hülsenfrüchte sorgen für extra Biss in herzhaften und süßen Bowls. Also, einfach mal ausprobieren, herumexperimentieren und tolle Konsistenzen und spannende Kombinationen entdecken!

Wir sehen, dass pflanzenbasierte Ernährung und aktuelle Trends derzeit Hand-in-Hand gehen. Plant-based steckt voller gesundheitsfördernder und kreativer Möglichkeiten, die nur noch von euch entdeckt werden müssen. Worauf wartet ihr noch?! Packt die Experimentierfreude aus und habt mehr Vergnügen in der Küche, Kreativität auf dem Teller und Genuss beim Essen.


Falls ihr nun auch noch wissen wollt, inwiefern eine pflanzenbasierte Ernährung zudem super nachhaltig ist und auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird, lest gerne dieses Interview mit Silke Restemeyer zum Thema nachhaltige Ernährung.


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