Bitte einmal ohne! Alkoholfreie Getränke im Trend

Das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung ist in den letzten Jahren immer mehr angestiegen und die Ernährung ist bei vielen Menschen verstärkt in den Fokus gerückt und gesünder geworden. Dabei ging es jedoch primär um das Essen und das Trinken wurde nicht groß thematisiert. Im Ausland, vor allem in England und den USA, sieht das etwas anders aus und mittlerweile ist auch zu uns der Trend der alkoholfreien Getränke rüber geschwappt.

28.10.2022

| Lesezeit: 7 Min.

Woher kommt der plötzliche Ansturm auf alkoholfreie Getränke?

Ein ähnliches Konzept, wie der „Movember“, ein Aktionsmonat, bei dem Männer einen Monat ihren Bart nicht rasieren, um das Bewusstsein für Männergesundheit zu stärken, und der „Veganuary“, in dem sich die Menschen einen Monat lang vegan ernähren, ist der „Dry January“, bei dem einen Monat auf Alkohol verzichtet wird. Wie schon bei der veganen Ernährung, die sich immer mehr etabliert und begeisterte Anhänger findet, hat auch der Verzicht auf Alkohol bei vielen Menschen zu einem Umdenken geführt. Nicht nur die Industrie profitiert von diesem Hype, auch die eigene Gesundheit sagt danke.

Alkoholfreies Bier
© pexels

Was bietet der Markt?

Alkoholfreies Bier ist schon lange auf dem Markt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dies bestätigt auch das Angebot von über 700 verschiedenen alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken, welche nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes existieren. Auch alkoholfreier Sekt ist Standard im Supermarktregal, aber alkoholfreie Varianten von Wein, Gin, Whiskey oder Wodka sind noch recht neu und nicht so weit verbreitet in den hiesigen Getränkeregalen. Nicht nur trendige Start-ups, auch große und bekannte Spirituosenhersteller haben das Potenzial erkannt und tüfteln an allerhand Alternativen zu den hochprozentigen Spirituosen. Bacardi prognostiziert in seinem Cocktail Trend-Report von 2021 sogar eine Verfünffachung des Umsatzes mit alkoholfreien und wenig Alkohol enthaltenen Spirituosen in Westeuropa bis 2024.

Die Produktion von NoLo-Drinks ist oftmals sehr komplex. Beispielsweise die Herstellung von alkoholfreiem Wein verlangt viel Fachwissen und eine spezielle Ausrüstung, um nicht nur den Wirkstoff zu entziehen, sondern auch den Geschmacksträger Alkohol zu ersetzen. Bei der Herstellung von alkoholfreien Alternativen zu Spirituosen werden verschiedene Kräuter und Pflanzen einzeln destilliert, um im Anschluss komplexe Mischungen daraus zu kreieren. Dabei sind diese Blends nicht nur alkoholfrei, sondern auch vegan, kalorienarm und frei von künstlichen Aromen und zugesetztem Zucker. Mittlerweile gibt es dank kreativer Hersteller beinahe jede Spirituose auch in alkoholfreier Variante – angefangen bei Gin, über Wodka und Rum, bis hin zu Whiskey. In den USA oder England ist der Trend des alkoholfreien Genusses schon wesentlich länger verbreitet als bei uns. Aus London stammt beispielsweise Seedlip, das weltweit erste nicht-alkoholische Destillat aus Pflanzenextrakten, Gewürzen und Kräutern, welches als Alternative zu Gin eingesetzt wird.

Gute Gründe, die für den Verzicht auf Alkohol sprechen

Alkohol ist für den Körper nichts anderes als ein Zellgift, welches unsere Organe, besonders die Leber, angreift und unsere Energiereserven aufbraucht. Auf Alkohol zu verzichten, wirkt sich folglich positiv auf das Immunsystem aus, die Leber wird entgiftet und auch die Haut und der Schlaf profitieren davon. Der Effekt des Alkoholverzichts hängt dabei natürlich davon ab, wie oft und wie viel Alkohol vorher konsumiert wurde.

Auch eine Schwangerschaft oder die Einnahme von Medikamenten erfordert den Verzicht auf Alkohol. Zudem muss jeder auf Alkohol verzichten, der nach einer Party oder einem Restaurantbesuch noch Auto oder Fahrrad fahren möchte. Für die alkoholfreie Alternative spricht außerdem ein wichtiger Termin am nächsten Morgen, bei dem man dem Vorgesetzten, dem Arzt oder dem Notar nicht mit einem Kater und einer Fahne gegenübersitzen möchte. Für diejenigen, die eine Diät oder einen strengen Trainingsplan verfolgen, ist Alkohol ebenfalls tabu. Nicht zuletzt ist das Angebot an alkoholfreien Alternativen mittlerweile riesig und auf den lästigen Filmriss kann wohl auch jeder gut und gerne verzichten.

Jede Medaille hat zwei Seiten…

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, und so weisen auch alkoholfreie Alternativen zu Spirituosen ein paar Nachteile bzw. Herausforderungen auf. Zum einen lässt sich der Geschmack von Alkohol nur schwer imitieren und reicht zumeist nicht an das Original ran. Zum anderen ist die Herstellung sehr aufwendig und damit der Preis ähnlich hoch wie der von Gin, Whiskey und Co. Zwar bietet der Markt bereits viele NoLo-Drinks, dennoch ist deren Erhältlichkeit im Handel noch sehr eingeschränkt und besonders Start-ups bieten ihre alkoholfreien Produkte bevorzugt online an. Auch das Angebot der alkoholfreien Alternativen in Bars und Clubs ist aktuell noch ausbaufähig. Da Alkohol konservierend wirkt, müssen den alkoholfreien Varianten künstlich Konservierungsmittel oder Säureregulatoren zugesetzt werden, weshalb die Zutatenlisten etwas länger ausfallen oder sie sind wesentlich kürzer haltbar als ihre alkoholhaltigen Vorbilder.

Gekommen, um zu bleiben?

Konsumierende wünschen sich in der heutigen Zeit vermehrt neue, kreative Geschmackserlebnisse, die zwar alkoholfrei sind, aber trotzdem möglichst nah an das bekannte alkoholische Original heranreichen. Mittlerweile existiert eine breite Vielfalt an alkoholfreien Alternativen zu Spirituosen und diese sind für alle eine leckere und stilvolle Wahl, egal aus welchem Grund auf Alkohol verzichtet wird. Ob Gesundheitsbewusste, Schwangere oder Autofahrer – dank aromatischer, interessanter Zutaten kommt jeder auf seine Kosten und kann genussvoll trinken und feiern ohne Kater und negativen Einfluss auf die Gesundheit. Einfach mal alle Vorurteile beiseiteschieben und durchprobieren, vielleicht schmeckt der alkoholfreie Gin, Rum oder Wodka ja genauso gut und findet auch Einzug in deine Hausbar.


Ihr wollt noch mehr über angesagte Drinks erfahren? Hier könnt ihr alles über die Top 5 Getränke-Trends 2022 nachlesen.


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