Neues Instrument zur professionellen Bewertung von Bieren

27.06.2017

| Lesezeit: 3 Min.

Markus Raupach, Biersommelier und Leiter der Deutschen Bierakademie, hat ständig gute Ideen; für eine hat er sogar die Auszeichnung „Goldene Bieridee“ bekommen. Jetzt hat er schon wieder einen neuen Einfall: ein spezieller Bierbewertungsbogen. Was hat es damit auf sich?

Einfach und logisch

Das Besondere am Bierbewertungsbogen ist, dass es ein logisches und einfach aufgebautes Bewertungssystem ist. Es wird mit fünf Symbolen gearbeitet; angefangen von zweimal Minus für gravierende Fehler beziehungsweise starke Schwächen bis hin zu zweimal Plus für einen außergewöhnlich guten Eindruck. Damit können subjektive Empfindungen, wie sie bei einer Bierverkostung vorkommen, systematisch in ein übersichtliches Schema gebracht werden.

Die Bieridee

Momentan arbeiten viele Bewertungsschemata mit Zahlen, die für einen Geschmackseindruck stehen, wobei gar nicht immer die volle Range genutzt wird, also ein Bier im schlechtesten Fall immer noch 50 Punkte erhält. Man stelle sich vor: Ein Bier bekommt 70 Punkte. Der Verbraucher denkt sich: oberes Mittelfeld, so schlecht kann das Bier nicht sein. Profis wissen aber, dass dieses Bier, milde ausgedrückt, nicht gerade überragend war, denn die wirklich guten Biere fangen erst bei 85 oder 90 Punkten an, die Bewertung wird dadurch von verschiedenen Personen anders interpretiert. Hier soll der Bierbewertungsbogen übersichtlicher sein.

Gezielte Bemerkungen möglich

Vergeben werden beim Raupach’schen Bierbewertungsbogen maximal 100 Punkte; wenn ein Bier 95 Punkte erhält, ist es schon ein absolutes Spitzenprodukt. Der Bewertungsbogen ist sehr genau: So sieht die Bewertung vor, dass die Eigenschaften des Bieres genau beschrieben werden, sowohl wenn sie positiv sind als auch wenn sie eher negativ auffallen. Dazu kann man im Kommentarfeld einen Vermerk machen und gezieltes Feedback geben beziehungsweise sich und seine Bewertung erklären.

Berücksichtigung von acht Kategorien

Auch die Kategorien, in denen bewertet wird, unterscheiden sich von herkömmlichen Bewertungsschemata. Beispiel: Der Geruch und der Geschmack werden separat erfasst. Acht Kategorien stehen insgesamt zur Verfügung:

  1. Farbe/Schaum und Klarheit des Bieres
  2. Geruchsaroma des Bieres
  3. Geruchsfehler des Bieres
  4. Geschmacksaroma des Bieres
  5. Geschmacksfehler des Bieres
  6. Inwieweit ist der angegebene Bierstil getroffen?
  7. Wie ausgeprägt hat der Brauer Kreativität und Handwerkskunst gezeigt?
  8. Gesamteindruck des Prüfers vom Bier

Also werden auch Fehler in einer Kategorie eigens berücksichtigt. Allerdings werden nicht alle Kategorien im Gesamtergebnis gleichermaßen gewichtet; das macht zum Beispiel eine Unterscheidung zwischen schwerwiegenden und kleineren Fehlern möglich.
Wer jetzt Lust bekommen hat, den Bierbewertungsbogen selbst einmal auszuprobieren, kann ihn sich hier ausdrucken und damit experimentieren. Wer darüber hinaus Fragen hat, kann Markus Raupach auch persönlich kontaktieren.

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