Was ist eigentlich aus der Capri-Sonne geworden?

21.09.2022

| Lesezeit: 5 Min.

Kurze Geschichte der Capri-Sonne

Die Capri-Sonne ist vor allem für ihren Standbodenbeutel mit Strohhalm bekannt. Zum ersten Mal wurde sie 1969 in Heidelberg produziert und auf den Markt gebracht. Die Geschichte fing aber schon 1931 an, als Rudolf Wild ein Unternehmen für Lebensmittelgrundstoffe gründete. 1954 ließ er anschließend den Namen „Capri-Sonne“ als Handelsmarke eintragen. Doch erst 15 Jahre später war es endlich so weit: Die erste Capri-Sonne kommt als Getränk für unterwegs in die Regale.

Damals gab es nur zwei Geschmacksrichtungen: Capri-Sonne Orange und Capri-Sonne Zitrone. Aufschwung bekam das Kultgetränk durch den Boxer Muhammad Ali, der in den 70er-Jahren Werbung für das Produkt machte. 1980 erreichte die Capri-Sonne Afrika und Asien, 1982 den amerikanischen Kontinent.

Von der altbekannten Capri-Sonne zur internationalen Capri-Sun

Kommen wir nun zu unserer Einstiegsfrage: Was ist eigentlich aus der beliebten Capri-Sonne geworden? Kleine Entwarnung: Das Kultgetränk gibt es heute immer noch. Heute aber umfasst das Sortiment weltweit über 40 verschiedene Sorten. Der kleine, dünne Beutel mit integriertem Trinkhalm ist in über 100 Ländern bekannt. Neben der klassischen Capri-Sonne gibt es nun auch viele verschiedene Geschmacksrichtung. Zusätzlich gibt es neue Produkte wie „Fruit Crush“, das zu einer Hälfte aus Wasser und zur anderen Hälfte aus Fruchtsaft besteht, Capri-Sonne in wiederverschließbaren großen Beuteln und Capri-Sonne als prickelnde Dosenlimo, leckeres Eis am Stiel oder auch als Sirup für das selbstgemachte Erfrischungsgetränk.

Wer also seit jeher Capri-Sonne-Fan ist, kann sich heute richtig austoben. Eines ist aber anders und daran werden wir uns wohl lange nicht gewöhnen können: Capri-Sonne heißt nun schon seit 2017 Capri-Sun. Logischerweise wurde das Produkt in den USA seit der Einführung dort unter dem Namen Capri-Sun verkauft. Seit fünf Jahren wird das Getränk auch hier unter diesem Namen vertrieben, da es laut Hersteller mit einer einzigen Marke einfacher sei, international für das Produkt zu werben. Die Internationalisierung ist also schuld. Ob die Namensänderung nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Capri-Sonne kommt einem aber leichter über die Lippen…

Alles (Nicht-)Öko oder was?

Zwar wurde der ursprüngliche Plastikstrohhalm bereits durch einen Papiertrinkhalm ersetzt, der Standbodenbeutel als Markenzeichen der Capri-Sonne besteht aber immer noch aus Kunststoff und Aluminium. Die Verpackung wird aus ökologischer Sicht oft kritisiert, auch sind sie wie Getränkekartons vom Einwegpfand befreit. Da die Beutel sehr dünn und leicht sind sowie einen sehr sparsamen Materialverbrauch vorweisen, wurden sei vom Umweltbundesamt als „ökologisch“ klassifiziert. Dennoch ist Aluminium ein problematisches Metall. Der Energiebedarf ist hoch und bei der Aluminiumgewinnung werden Umweltschäden in Kauf genommen. Viele der praktischen To-go-Verpackungen landen nach dem Genuss auf dem Boden und tragen zur Vermüllung von Straßen, Parks und Co. bei.

Immerhin hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, eine vollständig recycelbare Verpackung bis 2025 zu entwickeln. Negativ fiel Capri-Sonne auch 2013 auf, als das Unternehmen von Foodwatch den Negativ-Preis „Goldener Windbeutel“ für dreiste Werbung bekam. Grund dafür war der hohe Zuckeranteil von damals 10 g pro 100 ml und der geringe Fruchtsaftanteil von 12 Prozent in der Capri-Sonne Orange. Zumindest gibt es mittlerweile für alle Capri-Sun-Liebhaber, die auf zugesetzten Zucker verzichten möchten, die Capri-Sun Fruit Crush. Da ist auch der Fruchtsaftanteil deutlich höher.


Ihr wollt noch mehr aus der Kategorie „Was ist eigentlich aus … geworden?“ lesen? Dann schaut doch mal rein in die diversen Beiträge und erfahrt zum Beispiel, wie die 5 Minuten Terrine zum Kult-Snack wurde. Als Food-PR-Agentur sind wir nicht nur hinter den heißesten Trends, sondern auch immer neugierig, was aus den beliebtesten Food-Klassikern geworden ist.

BEITRAG TEILEN

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

Nachhaltigkeit ist für viele Marken längst ein fester Bestandteil ihrer Kommunikation. Begriffe wie „umweltfreundlich“, „klimaneutral“, „grün“ oder „nachhaltig“ finden sich auf Verpackungen, Produktseiten, in Werbekampagnen und Social-Media-Posts. Ab dem 27. September 2026 gelten jedoch deutlich konkretere Regeln für die Nachhaltigkeitskommunikation. Worauf ihr in eurer Kommunikation künftig achten müsst, erfahrt ihr hier. mehr
Feste Mahlzeiten oder flexible Snacks, traditionelle Mischkost oder pflanzliche Alternativen, Kochbuch oder Social Media: Unsere Esskultur verändert sich. Digitale Angebote, ein wachsendes Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein sowie unterschiedliche Gewohnheiten der Generationen prägen heute, was, wann und wie wir essen. mehr
In unserem Team Talk stellen wir regelmäßig Kolleginnen vor, sprechen über Vergangenes, Zukünftiges und natürlich Aktuelles aus unserem Agentur-Alltag. Das Faible für Lebensmittel und Kommunikation haben wir alle gemeinsam, doch unsere Backgrounds, Schwerpunkte und Sichtweisen sind, wie auch eine gesunde Ernährung sein sollte: sehr abwechslungsreich! mehr
Ihr sendet auf Social Media Monologe, statt Interaktion zu erzeugen? Dann ist es Zeit, den Dialog zu suchen und mehr Persönlichkeit zu zeigen. Gefragt ist der Mut für den unperfekten Blick hinter die Kulissen. Wer das Risiko eingeht, sich für die Meinung der Masse zu öffnen, liefert dem Algorithmus die richtigen Signale. Wie ihr eure Content-Strategie auf echten Social-Media-Dialog ausrichtet, erfahrt ihr hier. mehr
Nach oben scrollen