Black (Food) is beautiful

20. September 2017

Je bunter, desto besser? Das war einmal! Food kommt jetzt immer häufiger im kleinen Schwarzen um die Ecke. Und damit meinen wir weder Oma´s Schokokuchen, noch die schwarzen Tagliatelle vom Italiener nebenan. Nein, dieser Trend hat mehr zu bieten.

Liebe auf den ersten Blick

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen, geschweige denn zuerst hingucken soll. Im Netz reiht sich ein Black-Food-Foto an das Nächste. Und wer meint, das würde unappetitlich aussehen, der irrt – im Gegenteil. In einige Bilder möchte ich auf Anhieb reinbeißen.
Angefangen beim schwarzen Eis in passenden, schwarzen Waffeln über Black Burger bis hin zu schwarzen Smoothies. Selbst Desserts oder Gebäck wie Cupcakes und Macarons zieren tiefschwarz die Teller, dekoriert mit bunten Zuckerperlen oder ganz mondän mit süßen Accessoires in Gold, Silber oder Kupfer. Mein Foodie-Herz schlägt höher, ich bin verliebt. Das Highlight folgt jedoch noch: Schwarzes Wasser! Ja, richtig gelesen. Ab hier steige ich auch aus. Man muss ja nicht jeden Trend bis zum Ende mitmachen.

Warten, bis es schwarz wird?

Nein, lange warten muss man nicht, um Black Food zu kreieren. Meist enthalten die düsteren Köstlichkeiten nämlich Sepia oder Aktivkohle. Sepia stammt aus den Tintenbeuteln von Tintenfischen. Das kennen einige vielleicht schon von schwarzer Pasta. Tintenfische benutzen sie allerdings normalerweise nicht um ihre Nahrung hübsch einzufärben, sondern zur Abwehr von Angreifern, um schnell hinter der ausgestoßenen schwarzen Wolke zu verschwinden. Aktivkohle besteht zum Großteil aus Kohlenstoff. Diese kann prinzipiell tierischen, pflanzlichen, mineralischen oder chemischen Ursprungs sein. Neben der Verwendung als Lebensmittelfarbe wird Aktivkohle unter anderem auch zur Reinigung von Flüssigkeiten, z. B. in Wasserfiltern, oder in der Medizin bei Magen-Darm-Erkrankungen verwendet, um Giftstoffe auszuleiten.

Außen hui, innen pfui?

Die Frage ist, hat der Trend in Zeiten von Instagram und Co. auch mehr als Ästhetik zu bieten? Die Versprechen sind groß. Insbesondere die Lebensmittel mit Aktivkohle sollen wunderbar im Rahmen einer Detox-Kur, also zum Entgiften des Körpers, eingesetzt werden können. Durch ihre poröse Struktur kann Aktivkohle Stoffe absorbieren und so aus dem Körper leiten. Der Nachteil ist, dass dies nicht nur auf Giftstoffe, sondern auch auf andere wichtige Stoffe wie Vitamine oder Mineralien zutrifft. Daher sollte dieser Trend lieber mit Vorsicht genossen werden.

Wahres Black Food

Es gibt aber auch schwarze, zumindest nahezu schwarze, Nahrungsmittel, die bereits von Natur aus als Black Food durchgehen könnten wie Auberginen, reife Oliven oder Brombeeren. Diese enthalten den natürlichen Farbstoff Anthocyane, ein sekundärer Pflanzenstoff, der zu den Flavonoiden, gehört. Er hat auch tatsächlich etwas mehr zu bieten als nur hübsch auszusehen, denn wie allen Flavonoiden werden auch Anthocyanen positive Eigenschaften nachgesagt. So sollen sie unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Wie die Wirkungsweise ist und welche Mengen hierfür nötig sind, ist jedoch noch unklar.

Was jedoch die Farbe schwarz angeht, bin ich der festen Überzeugung, dass wir demnächst noch häufiger schwarzsehen, wo wir es nicht erwarten würden, zum Beispiel beim Besteck oder Geschirr als edle Tableware. Darauf sieht übrigens farbiges Food richtig super aus – je bunter desto besser, auch für unseren Körper.

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