Hopfen und Bier: Zwischen Begeisterung und Stagnation

11. November 2016

Die beiden Branchenzweige Hopfen- und Brauwirtschaft präsentierten sich auf der Pressekonferenz anlässlich der BrauBeviale 2016 in Nürnberg als starke Allianz. Die Hopfenpflanzer waren mit den Entwicklungen in diesem Erntejahr zufrieden und sprechen Deutschland als weltweitem Alpha-Lieferanten eine steigende Bedeutung zu. Dr. Johann Pichlmaier, Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer e.V., war vor allem von der steigenden Anzahl von Vorkontrakten mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren begeistert. Ein deutliches Zeichen des Handels und der Brauwirtschaft an die Hopfenpflanzer, die so mit einer Planungssicherheit ausgestattet werden, um die notwendigen Investitionen für die Zukunft auf sicheren Füßen kalkulieren und ihre Betriebe nachhaltig aufstellen zu können. Er deutete die aktuellen Marktzeichen als durchweg positiv und sagt steigende Flächenerweiterung in Deutschland, aber auch den USA voraus. Ob und wie die neuesten politischen Veränderungen dort Auswirkungen haben werden, wurde auf der Pressekonferenz nicht diskutiert. Die Züchtungen im Hopfenbereich werden weitergehen, aber mit einer neuen Hopfensorte wie Callista oder Ariana, zwei neue Hüller Special-Flavor-Hopfensorten, kann die Branche in 2017 aus Deutschland nicht rechnen.

Königs Appell für Transparenz in der Kommunikation

Als Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds e.V., von Veranstalter und Moderator Otmar Weingarten, Geschäftsführer Verband deutsche Hopfenpflanzer e.V., das Wort zugeteilt bekam, um über die aktuelle Situation in der bayerischen Brauwirtschaft zu sprechen, legte er seine vorbereitete Rede zur Seite: „Mein geplantes Statement liegt Ihnen allen vor, daher möchte ich diese Veranstaltung in erster Linie für einen persönlichen Appell an die Branche nutzen.“ König wünscht sich, dass die in diesem Jahr begonnene Kommunikation für die deutsche Bierkultur und Brauwirtschaft gemeinsam fortgeführt wird: „(…) Die Verzahnung der Öffentlichkeitsarbeit in der Branche, die in diesem Jubiläumsjahr sehr gut gelaufen ist, müssen wir verstärken. Wir sollten in Zukunft keine Angst haben zu kommunizieren und verstärkte Transparenz in der Kommunikation anstreben, sollten die Medien und die breite Öffentlichkeit proaktiv und präventiv informieren.“ Sehr zufrieden führte er Beispiele aus diesem Jahr an, in denen die Branche geschlossen kommuniziert und den Medien damit ein einheitliches Bild geboten hat.

Steigender Bierausstoß als anhaltender Trend?

Auf die Frage aus dem Publikum, ob Walter König den steigenden Bierausstoß als nachhaltigen Trend identifiziert, dämpfte er die Stimmung. „Natürlich verzeichnen wir in diesem Jahr ein kleines Plus im Biermarkt; wir müssen uns aber die Zusammensetzung dieser Zahlen im Bundesländervergleich anschauen. Bayern schneidet in dieser Bewertung überdurchschnittlich gut ab, dies ist jedoch der hohen Exportquote zuzuschreiben. 25 Prozent des in Bayern gebrauten Bieres ist für den Export bestimmt.“ König kann aus den aktuellen Zahlen keine Trendwende herauslesen: „Wir haben eine glückliche, schwarze Null zu verzeichnen; wenn wir diese weiter erhalten und Zuwächse im Export haben, dann passt das.“
Die Frage nach dem Markt rund um das Craft Beer ist natürlich unvermeidlich gewesen. „Wir vom Bayerischen Brauerbund erfassen seit zwei Jahren Biere, die in Bayern gebraut wurden und keinem klassischen Bierstil zuzuordnen sind. Ein nicht leichtes Definitionsunterfangen. Die Menge spielt sich immer noch unter einem Prozent des gesamten Markts ab.“ Die Hopfenpflanzer erfreuen sich dennoch am Craft Beer, da zur Herstellung dessen eine vielfache Menge von Hopfen verwendet wird.

Alle waren sich einig: Es wird positiv weitergehen mit dem Bier und dem Hopfen aus und in Deutschland. Egal, wie man die Zahlen dreht und bewertet.

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