Kraftbier0711 – neuer Lesestoff für Bierliebhaber

08.05.2018

| Lesezeit: 6 Min.

Die Blogosphäre hat einen neuen Bierblog: Kraftbier0711. Der Wissensdurst rund um das Thema Bier, Brauen und Rohstoffe scheint ungestillt. Ob Tastings, Interviews, Wissenswertes rund um den Gerstensaft in Form eines Bierlexikons oder Mythen und Zitate, auf Kraftbier0711 findet man alles, was die Geschmacksknospen in puncto Bier begehren. Wie es zu dem Blog kam, wer dahinter steckt und was die Leser in Zukunft erwartet, haben wir im Interview gefragt.

Das Team vom Bierblog Kraftbier0711.

Wie lange gibt es euren Blog schon und wie kam es dazu?

Kraftbier0711: Unseren Blog gibt es seit Ende 2017. Die Idee kam während eines Craft Beer Tastings im September 2017 auf. Kennengelernt haben wir fünf Daddies uns durch unsere Kinder und die gemeinsame Kita. Wie es so ist, sind unsere Frauen diejenigen, die den Stein ins Rollen gebracht haben. Das war etwa 2016. In dieser Zeit wurde Chris, unser CEO, auch zum ersten Mal mit Craftbier infiziert, und hat die Infektion an alle weiteren Mitglieder übertragen. Mitte 2017 entstanden die ersten Tastings und aus diesen wiederum entstand zunächst der Instagram Channel. Aber wir wollten mehr als nur Bier dokumentieren und aus dieser Absicht entwickelte sich der Blog – eigentlich als Wissensbasis für uns persönlich gedacht, aber am Ende auch hilfreich für alle Bierliebhaber da draußen.

Wer steckt hinter Kraftbier0711?

Kraftbier0711: Hinter Kraftbier0711 stecken, wie gesagt, die fünf Gründer Chris, der sogenannte CEO und Autor des Blogs, Andy, der Schatzmeister und zuständig für die Organisation im Team, Max, der unsere Spürnase ist und alle Geschmacksnoten aufzeichnet und dokumentiert, Jo, der uns bei den Tastings als CNO Chief Noise Officer mit Musik versorgt, und Phil, der uns technisch als IT-Fachmann zur Seite steht. Darüber hinaus haben wir noch einige Freunde, die mit uns dieselbe Leidenschaft teilen und im Wechsel den Tastings und Events beiwohnen.

Wie kam der Name des Blogs zustande?

Kraftbier0711: Anfangs hießen wir Craftbier0711 und leider oder glücklicherweise wurde unser erster Instagram Channel kurz nach Veröffentlichung gehackt. Darauf haben wir das C durch ein K ersetzt, was sich unserer Meinung nach noch besser macht. Das war die Geburtsstunde von Kraftbier0711. Kraftbier steht für die Kraft und Energie, mit der wir an das Thema Bier gehen und 0711 steht für die Stadt Stuttgart, für etliche Gemeinsamkeiten, wie die Vorwahl, die 0711-Hip-Hop-Szene, und vieles mehr, das uns verbindet.

Es gibt immer mehr Blogs und sogar Podcasts, die sich um das Thema Bier drehen. Was macht euch besonders und wie unterscheidet ihr euch von anderen Blogs?

Kraftbier0711: Sehr gute Frage. Wir haben natürlich auch die gängigen Themen über Bier und seine Herstellung im Angebot. Aber im Wesentlichen versuchen wir, authentisch zu bleiben und mit Themen wie alkoholfreie Craftbiere, Hopfensorten, Trappistenbier Specials, Interviews mit Brauereien das ganze Thema nahbarer zu machen. Die meisten Blogs beschäftigen sich mit dem Bier im Detail und den Inhaltsstoffen, wir versuchen dem ganz normalen Mann da draußen die Liebe zum Bier näher zu bringen und ihn da abzuholen, wo er steht. Nämlich bei Becks und Dosenbier und nicht bei kopfigen Hopfennoten nach Maracuja oder Johannisbeeren. Aber wer erstmal in die Welt des Craftbieres abgetaucht ist, der kommt nur schwer wieder an die Oberflächlichkeiten eines Industriesuds.

Welche Themen wollt ihr in Zukunft auf dem Blog behandeln und was wollt ihr damit erreichen?

Kraftbier0711: Das können wir ja nicht jedem auf die Nase binden. Aber so viel sei gesagt, es geht immer weiter und wir tun unser Bestes, um es spannend zu halten. Das ist auch unser Anspruch an uns selbst …

Als Blogger bekommt man ja Trends und Strömungen mit. Welche seht ihr im Bereich Bier zurzeit?

Kraftbier0711: Wir sehen gerade den Trend in der Craftbier-Branche einmal in Richtung untergärige Biere, wie Pils oder Lager, und auf der anderen Seite in Richtung Ausland, wo das Reinheitsgebot keine Bedeutung hat.

Pils oder Lagerbiere sind im Kommen und stellen eine viel größere Herausforderung im Brauprozess dar, als die gängigen obergärigen Pale Ales und IPAs. Der Brauprozess ist länger durch die untergärige Hefe und die wirkenden Zusatzstoffe sind schwerer zu kontrollieren. Das bedeutet, man braucht eine Kühlung, da die Gärung bei 4-9 °C stattfindet. Auch wird mehr und mehr experimentiert mit Whiskey- oder Bourbonfass-Lagerungen und geröstetem Malz, was einen besonders intensiven Geschmack im Bier hinterlässt.

Was das Reinheitsgebot angeht, fragen sich immer mehr Mikrobrauer, ob das die Braukunst eher einschränkt, als einen Spielraum zu schaffen für Neues. Während die Skandale von Glyphosat mittlerweile bekannt sind, fragt man sich natürlich, inwiefern das Bier noch „rein“ ist. Und wenn die großen Brauereien darauf keine Antwort wissen, warum sollen dann die kleinen Brauereien sich an das Reinheitsgebot halten? Wahrscheinlich tendieren immer mehr Brauer darum zur Produktion im Ausland. Die steigende Nachfrage nach exotischeren und ausgefalleneren Geschmacksaromen ist auf jeden Fall stark zu sehen.

Wer Lust bekommen hat, weiter in die Welt der Biere zu tauchen, sollte sich auf den vielen Bierblogs umschauen.

 

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