Swingfood – Musik geht durch den Magen

5. August 2021

Wer mit einem Swingtanz wie Lindy Hop anfängt, wird früher oder später auf einer Tanzfläche stehen und sich fragen: „Warum singen die eigentlich die ganze Zeit vom Essen?“ Denn bei ganz vielen der klassischen Swinglieder geht es um Lebensmittel und Getränke. Kartoffelchips, Hühnchen, Kaffee, Kuchen, Kekse, ein Bananen-Split und natürlich auch alkoholische Genüsse – Scotch, Bourbon und Bier – werden da besungen. Schon merkwürdig. Woher kommt diese gehäufte Thematisierung von Essen in Swingmusik der 30er- bis 50er-Jahre?

Erklärungen und Theorien dazu gibt das Buch „Swingfood“, und zwar von einigen der größten Koryphäen der Swingtanz-Szene, darunter Norma Miller und Jean Veloz. Und nicht nur das: Die beiden Autoren Markus Krassnitzer und Oliver Sortsch – Köche und leidenschaftliche Swingtänzer aus Österreich – liefern auch noch die passenden Rezepte. Schließlich geht es hier um ein Kochbuch. Aber eines mit Swing eben. Denn: „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing”, wie schon Duke Ellington wusste.

Swingmusik und die dazugehörigen Tänze entstanden Anfang der 30er-Jahre in den USA. Nach dem Börsencrash 1929 waren Wirtschaft wie Stimmung am Boden und die fröhlichen Takte der aufkommenden Big Bands eine willkommene Abwechslung. Dass zu der Zeit viele tatsächlich nur von Essen – besonders Fleischgerichten – träumen konnten, wird als ein Grund gesehen, weshalb kulinarische Genüsse so oft in der Musik dieser Zeit zu finden sind. Als eine weitere Erklärung gilt das „Futter“, das dieses Thema für Doppeldeutigkeiten liefert. Vieles, was man damals niemals laut hätte sagen oder gar besingen dürfen, konnte so dem Subtext und der Interpretation des Hörers überlassen werden. „Ich weiß nicht, wie viel Swing-Songs dem ‚Chicken‘ gewidmet sind, aber es ging dabei nicht immer um Hühner, müssen Sie wissen“, kommentiert Swingtanz-Legende Norma Miller, die die Autoren noch treffen durften, bevor sie 2019 – ein halbes Jahr vor ihrem 100. Geburtstag – verstarb.

Aber es geht nicht nur um Hühnchen. “The Frim Fram Sauce“, “All that Meat and no Potatoes”, “Banana Split for my Baby”, “I like Pie, I like Cake” oder “Potato Chips” sind Swing-Ohrwürmer, die jeder Lindy Hopper kennt.

In dem Buch, das als Crowd-Funding-Projekt umgesetzt wurde, steckt sicher nicht das größte Budget, dafür umso mehr Herz und Leidenschaft. Die vielen O-Töne bekannter Größen aus der Szene bilden das charmante Sahnehäubchen auf den amerikanisch und musikalisch inspirierten Gerichten mit einem Hauch österreichischem Flair – Schlagobers und Erdäpfel lassen grüßen. Begleitend zum Buch gibt es eine Spotify-Playlist und sogar Videos, die Eindrücke von der Zubereitung mancher Gerichte geben oder Aufnahmen der Testimonials zeigen.

Wer sich für Swing interessiert, für Musik und Tanz, wer genug hat von modernen Acai-Bowls und trendigen Chia-Smoothies, wer wieder mal die bodenständig-deftigen Gerichte des Amerikas der 30er- bis 50er-Jahre genießen und dabei unter dem Tisch mit dem Fuß zum Takt mitwippen möchte, für den ist „Swingfood“ genau das Richtige. Ein Geheimtipp!

Kaufen könnt ihr „Swingfood“ hier:

Markus Krassnitzer, Olivier Sortsch: Swingfood – Das Kochbuch mit Swing-Musik, Hardcover; 208 Seiten; Freya Verlag; ISBN: 978-3-99025-361-8; 24,90 €

Ihr habt Appetit auf mehr gekommen? Noch mehr leckere Rezepte findet ihr zum Beispiel in Watch and Cook, dem Kochbuch für Serien-Junkies.

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