Aurosa: Das erste Frauenbier und die leidige Gender-Diskussion

10. August 2017

Aurosa – das erste Frauenbier: Ob Marketingstrategie durch Klischees und Provokation oder nicht, es hat scheinbar funktioniert. Alle (Frauen-)Welt spricht von dem Bier aus Tschechien in der rosa Flasche, die auf ein Meer von Rosen gebettet ist. Als Bier trinkende und vor allem Bier liebende Frau wird von mir ja schon fast erwartet, nein verlangt, dass ich mich dazu äußere. Ich überlege kurz, ob ich es tun soll und entscheide …

Nein, nicht schon wieder.

Was ist das typische Frauenbier? Welches Bier trinken Frauen gerne? Fragen, die ich nicht leiden kann. Denn es gibt einfach keine Antwort, die man geben kann, ohne in die Gender-Diskussion zu rutschen. Demnach führt auch die Frage, ob Aurosa sinnvoll ist oder nicht, zu dem gleichen Ergebnis: Warum zum Teufel ist es eine solche Besonderheit für eine Brauerei, Frauen als ihre Zielgruppe zu erkennen und sie durch Design und Werbung anzusprechen? Egal wie gut oder schlecht es gemacht ist? Weil das niemand sonst macht.

Mann = Bier, Frau = Prosecco

Wenn man als Mann Prosecco trinkt, ist man(n) ein Weichei, wenn man als Frau Bier trinkt, nicht wirklich weiblich-elegant. Die Gender-Prägung fängt an, sobald wir auf die Welt kommen. Mädchen tragen Rosa, Jungs Blau, Mädchen spielen mit Puppen, Jungs mit Autos, Mädchen gehen auf den Ponyhof, Jungs auf den Bolzplatz. Ist es da verwunderlich, dass das auch im Erwachsenenalter und vor allem im Marketing so weitergeht? Nein, ist es nicht, und deshalb werben Becks & Co. mit harten Jungs und Jule Mumm mit kichernden Mädels.

Aurosa: Ein Hilfeschrei an die Marketingabteilungen der Großbrauereien

Genau das ist Aurosa für mich. Wacht endlich auf und verbannt die Klischees in die hinterste Ecke des Lagerkellers. Nur weil ich Frauen mit Bier ansprechen möchte, muss ich nicht die pinke Farbe und Glitzersteine aus dem Bastelschrank meiner Tochter klauen. Frauen mögen Bier, ob mit Glitzer oder ohne. Moderne Etiketten, frisches Auftreten und peppige Slogans – und vor allem ein qualitativ hochwertiges Produkt. Welche Firma hat damit noch keine Frau um den Finger gewickelt? Also weg mit den angestaubten Klischee und willkommen im Jahr 2017.

Außen hui, innen pfui?

Hauptsache, das Etikett passt zum Nagellack? Das reicht vielleicht grad noch für ein Posting auf Instagram. Ein Bier, das auf Rosen gebettet wird, lockt sicher auch keine Frau hinter ihrem Sektglas hervor. Wir lassen uns ja nicht für blöd verkaufen. Ein Bett aus Hopfen ergibt da durchaus mehr Sinn. Denn natürlich kommt es auch auf den Inhalt an. Handwerklich gebraut, die besten Rohstoffe und ein Geschmack zum Ausrasten. Warum sollte Frau da noch zu anderen Getränken greifen? Dabei ist es egal, ob es sich um ein alkoholfreies Weizen, ein fruchtiges IPA oder ein kräftiges Imperial Stout handelt. Wir haben halt Geschmack. Und den Anspruch an Inhalt und Optik haben übrigens nicht nur wir Frauen. Bier sollte rundum ein Fest für die Sinne sein – egal, welches Geschlecht man hat.

Who drinks beer? Girls!

Für alle, die nun immer noch glauben, dass Frauen lieber Prosecco und quietschig-süße pinke Cocktails schlürfen sollten, denen sei gesagt, dass ihr falsch liegt. Und der Beweis sind die 48 Prozent der Frauen in Deutschland , die gerne einen Hopfensmoothie oder eine Gerstenkaltschale zu sich nehmen. Eine kleine Auswahl:

Und natürlich #teampur, allesamt weiblich, allesamt #hopfenverliebt

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