Was ist eigentlich aus Bowls geworden?

27. Oktober 2020

Wir schreiben das Jahr 2015. Euphorie breitet sich aus. Schalen erobern die Küchen und Esstische. Bunte, gesunde und mundgerechte Happen werden ästhetisch angeordnet. Mit einem Schlag ist ein neuer Trend geboren: Bowls. Alles nur für Ordnungsfanatiker oder haben sich die Schüsselgerichte tatsächlich durchgesetzt? Wir sind der Sache natürlich auf den Grund gegangen und haben uns tief in die Schüssel gewagt.

Wer hat den Hype ausgelöst?

Natürlich die USA. Trotz des langen Weges haben sie auch bei uns ihren Platz gefunden. Immerhin haben sie gegenüber anderen Trends doch gewisse Vorteile, denn Zuckerekstasen und Schokobomben spielen in Bowls keine Rolle. Die Schüsseln sind prall gefüllt mit gesunden Leckereien, vor allem eine kunterbunte Mischung aus Obst und Gemüse. Das liegt aber auch daran, dass die Food Bowls aus der Clean-Eating-Bewegung entstanden sind, die auf die Verarbeitung von gesunden Lebensmitteln und den Verzicht auf Fertigprodukte abzielt. Da haben Schokolade und Co. nun wirklich keinen Platz. An dieser Stelle sollte jedoch trotzdem erwähnt werden, dass der wirkliche Ursprung der Schüsselgerichte in Asien zu finden ist. Dort ist es eine lange Tradition. Doch auch hier sind Bowl-Gerichte eigentlich auch nicht unbekannt. Lebensmittel in einer Schale servieren ist ja eher schon ein weitverbreitetes Phänomen, wenn man nur an sein eigenes allmorgendliches Müsli oder die abendlichen Sommersalate denkt. Aber nun hat dieser Brauch auch einen trendigen Überbegriff bekommen: Bowls. Hört sich hip und cool an, bedeutet aber erst mal nichts anderes als Schüssel.

Wie wird richtig gebowlt?

Eine Bowl auf dem Tisch.
© unsplash

Nein, das hat nichts mit der Sportart zu tun. Alles, was ihr benötigt, sind eine Schüssel und ganz viele Leckereien. Alle Zutaten werden in dieser einen Schüssel zubereitet und serviert, die einzelnen Bestandteile werden nicht vermischt, sondern aufeinander und nebeneinander drapiert. Das ergibt eine schönere Optik. Denn schließlich isst doch das Auge mit. Food Bowls gibt es in unterschiedlichen Variationen von Veggie Bowls bis hin zu Rainbow Bowls. Letztere sind natürlich besonders bunt und abwechslungsreich. Fünf Hauptkomponenten sind dabei wichtig: Kohlenhydrate, Eiweiß, Gemüse und Obst, Soßen und Dips und nahrhafte Toppings.
Im Prinzip haben Bowls alles, was sie zum Überleben im Trend-Wirrwarr brauchen. Sie sind nicht nur nährstoffreich, frisch und gesund, sondern lassen sich schnell zubereiten, ausgewogen gestalten und individuell anpassen. Jeder kann sich nach Lust und Laune austoben und auch der Saisonkalender schränkt die Kreativität nicht ein. Denn Bowls lassen sich mit allem kreieren und saisonal einsetzen.

Hat es sich mittlerweile bereits wieder ausgebowlt?

Nun, wie soll man sagen, die sozialen Netzwerke haben es wohl geschafft, die Bowls am Leben zu erhalten, denn eines steht auf jeden Fall fest: Sie sind instagrammable. Für Influencer und Hobby-Instagrammer kam die Schüssel wie gerufen, denn sie ist wie für Social Media geschaffen. Einfach das perfekte Motiv. Denn Food-Arrangements sind plötzlich im Trend – genau das, was in Posts, Storys und Co. beliebt ist.

Vier verschiedene Bowls auf einem Tisch.
© unsplash

Ja, so sehen sie aus die Food Bowls. Symmetrisch, schön aufgeräumt, akkurat angeordnet, liebevoll und sorgsam arrangiert. Und noch dazu lassen sie sich mit einem weiteren beliebten Trend verbinden: Super Food. So entstehen tausend Kreationen, die gut aussehen und mit jedem geteilt werden wollen. Das bringt nicht nur unzählige Likes, sondern auch zahlreiche Follower. Allein der Hashtag #bowl hat bei Instagram über 3.423.746 Beiträge und die Anzahl steigt kontinuierlich an. Und Bowl-Hashtags gibt es wie Sand am Meer: #powerbowl, #pokebowl, #smoothiebowl, #bowlfood, #buddhabowl und viele mehr.

Eine Frühstücksbowl auf einem Tisch.
© pixabay

Auch die urbane Food-Szene kann wohl nicht genug bekommen von dem vielfältigen Schüsselgericht. Egal in welcher Stadt man sich verirrt, überall sind Dutzende Bowl-Restaurants zu finden, die sich nur auf eine Sache spezialisiert haben: Lebensmittel klein schnippeln und fein säuberlich in einer Schüssel anordnen. Und das nicht nur in Deutschland, sogar europaweit! Auch Trend-Metropolen wie London oder Paris haben sich dem Siegeszug der Bowl angeschlossen. Die Bowl passt nun mal zum heutigen Lifestyle – gesund, leicht, flexibel und clean. Der gesamte Tagesablauf kann mit Bowls gestaltet werden, vom Frühstück mit Porridge-Bowls über Smoothie-Bowls für zwischendurch bis hin zu Poké Bowls oder Noodle-Bowls als Hauptmahlzeit. Das Bowl-Zeitalter fing 2015 an, aber wir sind nach wie vor mittendrin, wenn nicht sogar noch tiefer als zu Beginn! Denn die Bowl hat zu viele Asse im Ärmel – oder in der Schüssel – als dass sie untergeht und verschwindet. Sie hat mittlerweile Kultstatus, doch Hochmut kommt vor dem Fall. Bis es aber tatsächlich mal so weit sein sollte, erfreuen wir uns weiterhin an bunt dekorierten Schüsseln.

Die leckeren Bowls werden uns wohl noch etwas länger begleiten, doch wie es mit Trends so ist, sind auch schon einige Phänomene in Vergessenheit geraten. Daher haben wir uns auch die Frage gestellt, was eigentlich aus Bubble Tea geworden ist.

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