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k.pur testet: Kefir selbst machen

In unserer Kategorie „k.pur testet“ nehmen wir regelmäßig für euch verschiedene Dinge unter die Lupe, probieren Produkte und Dienstleistungen aus, überprüfen spezielle Ernährungsweisen sowie neue Lifestyles im Selbstversuch und berichten von unseren Erfahrungen. Heute im Test: Kefir DIY

Lecker, erfrischend und gesund – das beschreibt selbst hergestellten Kefir am besten. Das eher dickflüssige Sauermilchgetränk schmeckt köstlich und punktet mit seinen Inhaltsstoffen: Es überzeugt mit wenigen Kalorien und geringem Fettanteil, dafür mit viel Protein. Zudem enthält es Vitamine und probiotische Milchsäurebakterien. Doch nur wer seinen Milchkefir selbst macht, kann sich sicher sein, dass keine unerwünschten Zutaten enthalten sind. Und dabei ist die Herstellung von Kefir sehr einfach umzusetzen. Doch bevor es nun losgehen kann, müsst ihr ein paar Materialien besorgen bzw. vorbereiten.

Für 500 ml Kefir-Getränk benötigt ihr:

  • 1 EL Kefirknolle (auch als Kefirpilz oder Tibetanischer Pilz bekannt)
  • 500 ml Milch (am besten eignet sich pasteurisierte Milch)
  • Ein verschließbares Gefäß für mind. 500 ml (z. B. ein Schraubglas)
  • Ein Plastiksieb
  • Einen Plastiklöffel
  • Eine Flasche oder ein Glas für die Lagerung des fertigen Kefir-Getränks im Kühlschrank

Falls niemand aus eurer Familie oder eurem Freundes-/Bekanntenkreis Kefirknollen besitzt und sie mit euch teilt, könnt ihr die Knollen über diverse Shops online bestellen. Zur Herstellung sollten ausschließlich Plastiksiebe und -löffel verwendet werden, da die Berührung mit Metall den Kefirknollen schaden könnte.

Und so wird Kefir selbst gemacht:

  1. 500 ml zimmerwarme Milch in das Gärgefäß füllen.
  2. Kefirknollen (ohne das Kefir-Getränk) hinzugeben.
  3. Gärgefäß dicht verschließen.
  4. Gefäß bei Zimmertemperatur (16 – 22 °C) an einen möglichst lichtgeschützten Ort stellen.
  5. Nach ein bis zwei Tagen das fertige Kefir-Getränk durch das Plastiksieb in die Flasche oder das Glas schütten.
  6. Kefirknollen kurz mit kaltem oder lauwarmem Wasser vorsichtig abspülen.
  7. Gärgefäß reinigen und wieder beim ersten Schritt beginnen.

Das fertige Getränk ist im Kühlschrank mehrere Tage haltbar. Gekühlt ist es auch besonders lecker.

Wie entsteht Kefir?

Aber was passiert während der Gärzeit? Damit aus Milch und Kefirknollen Kefir entstehen kann, sind Milchsäurebakterien, Hefen und Essigsäurebakterien aktiv. Diese Mikroorganismen setzen den Milchzucker aus der Milch um und bilden dabei Kohlensäure und Alkohol. Je nach Gärdauer beträgt der Alkoholgehalt im fertigen Produkt 0,2 bis etwa 2 %.

Praktische Tipps und Tricks zum Kefir selbst machen

Glas und Flasche mit Kefir auf Holztisch
© pexels

Die richtige Milch auswählen: Neben Kuhmilch kann zur Herstellung auch Ziegen- oder Schafsmilch verwendet werden. Falls ihr Frischmilch verwendet möchtet, solltet ihr diese sicherheitshalber kurz erhitzen und abkühlen lassen, damit unerwünschte Keime keine Chance haben. Mit pflanzlichen Alternativen wie Soja-, Mandel- oder Haferdrinks kann Kefir allerdings nicht dauerhaft angesetzt werden, da die Kulturen regelmäßig Milchzucker benötigen. Der Fettgehalt der Milch hat keinen Einfluss auf die Qualität des Kefirs. Bei einem Fettanteil von 3,5 % schmeckt er allerdings etwas sahniger.

Die richtige Gärdauer abwarten: Die Gärdauer richtet sich nach der Größe und Anzahl der Knollen, nach der Umgebungstemperatur und nach dem persönlichen Geschmack. Nach einem Tag schmeckt das Getränk mild, am zweiten Tag ist es saurer und intensiver. Wer einen praktisch laktosefreien Kefir möchte, sollte ihn rund 48 Stunden gären lassen.

Der richtige Umgang bei Urlaub: Wenn ihr in den Urlaub fahrt oder einfach eine kleine Kefirpause einlegen wollt, überstehen die Knollen am besten diese Zeit im Kühlschrank. Dazu sollten sie mit Milch bedeckt im Gärgefäß gelagert werden, ohne es luftdicht zu verschließen. Wollt ihr eine neue Kultur starten, solltet ihr die alte Milch unbedingt wegschütten und die Knollen neu ansetzen. Die Knollen können auch eingefroren oder getrocknet werden, allerdings besteht dann das Risiko, dass die Kultur sich anschließend nur sehr schwer wiederbeleben lässt. Mit dem richtigen Umgang sind Kefirknollen nahezu unbegrenzt haltbar und quasi ein Leben lang nutzbar.

Der richtige Genuss: Natürlich könnt ihr das Kefirgetränk einfach gekühlt und pur genießen. Wer ein bisschen Abwechslung möchte, kann auch verschiedene Säfte hinzumischen. Aber auch Backen mit Kefir ist möglich, denn er kann als Triebmittel für Backwaren eingesetzt werden: Bei KochTrotz findet ihr ein Rezept für Milchkefir-Brot, das ohne Hefe oder Sauerteig hergestellt wird. Oder wie wäre es mit einer erfrischenden Rote Bete-Kefir-Suppe? Dieses pinke Gericht von Die See kocht ist perfekt für warme Sommertage.

Und nun: Viel Spaß beim Kefir selbst herstellen und lasst es euch schmecken!

Wer sich hingegen möglichst wenig Aufwand mit Lebensmitteln im Alltag wünscht und sich dazu den Weg zum Supermarkt und das Warten an der Kasse sparen möchte, für die haben wir verschiedene Lebensmittel-Lieferservices getestet.


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Autorin: Simone John
Datum: 22.07.2022



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