Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber

23.01.2020

| Lesezeit: 5 Min.

Wohl jeder kennt das Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“. Niemals endende Gesundheit ist also angeblich ganz einfach zu erlangen. Doch wie gesund kann ein einzelnes Lebensmittel wie ein Apfel wirklich sein und wann können scheinbar gesunde Lebensmittel krank machen? Diesen und weiteren Fragen geht Dr. med. Carsten Lekutat in seinem Buch mit dem neugierig machenden Titel „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“ nach.

Um wahrscheinlich kein anderes Thema wird so viel spekuliert und – nicht selten sehr emotional – diskutiert wie um das Thema Ernährung. Wenn es um unser Essen und Trinken geht, gibt es scheinbar zwei Lager: Die einen sind selbst ernannte Experten auf dem Gebiet, haben den perfekten und natürlich allgemeingültigen Weg zur Gewichtsreduktion entdeckt und wissen, welche Lebensmittel man auf keinen Fall essen darf – oder zumindest nicht mehr nach 17 Uhr. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die durch Medien völlig verunsichert sind und nicht einschätzen können, warum die neueste Crash-Diät nicht zu einem langfristigen Abnehmerfolg führt. Sie fragen sich: Sind Eier noch tabu? Ist es gesünder, auf Gluten zu verzichten? Darf man überhaupt noch Fleisch essen?

Zum Autor

Wenn ich ein Buch zum Thema Ernährung in den Händen halte, schaue ich zuallererst nach den Referenzen des Autors. Schließlich kann sich jeder als Ernährungsexperte betiteln und seine reichhaltigen Erfahrungen durch den täglichen Konsum von Lebensmitteln verschriftlichen. Diesen Test hat der Facharzt für Allgemeinmedizin Carsten Lekutat bestanden. Vielleicht kommt er Ihnen bekannt vor? Nicht unwahrscheinlich, denn er moderiert seit 2015 das MDR-Gesundheitsmagazin „Hauptsache Gesund“ und war als Fernseharzt in SAT.1 am Mittag mit einer wöchentlichen Kolumne „Der Gesundmacher“ zu sehen. In seinem Buch holt er Leser ab, die Theorien und Mythen rund um unsere Ernährung auf den Grund gehen wollen. Er geht aus ernährungsmedizinischer Sicht auf vielfältige Bereiche ein, in denen sich unsere Gesundheit und unsere Ernährung gegenseitig beeinflussen.

Portrait des Autors von „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“
(c) Justyna Schwertner

Komplizierter Inhalt einfach erklärt

Zum Verständnis des Buches muss man zum Glück weder Medizin studiert haben, noch tiefere ernährungswissenschaftliche Kenntnisse vorweisen. Umfangreiche Themen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden mit Basisinformationen ausführlich und leicht verständlich erklärt. Selbstverständlich ist auch ein Kapitel den berühmt berüchtigten Kalorien gewidmet. Der Autor klärt auf, warum Referenzwerte vielleicht nicht immer so sinnvoll sind, warum die Diagnostik dringend eine Reform nötig hat und wieso Menschen in Brot- oder Haferflockentypen eingeteilt werden können. Zudem nähert sich ein Kapitel den Einflussmöglichkeiten von Nährstoffen, genauer gesagt, wie mit einer gezielten Lebensmittelauswahl bestimmte Beschwerden therapiert werden können. Hier geht es um weitverbreitete Beschwerden wie Migräne, Rheuma, Bluthochdruck, Schlafstörungen oder auch Depressionen. Zum Abschluss des Buches zeigen Grafiken auf anschauliche Weise, wie unser (Ernährungs-) Alltag in Deutschland durchschnittlich aussieht.

Was erwartet den Leser?

Die Anekdoten aus den Erfahrungen des Autors lassen das Buch lebendig erscheinen und leicht lesen, ohne dass Gefühl zu vermitteln, mit (wissenschaftlichen) Informationen überschüttet zu werden. Das Buch kann als ein Weg zur Selbsthilfe angesehen werden. Denn wer die Vorgänge im eigenen Körper besser versteht, dem fällt es leichter, entsprechend zu handeln. Eines wird beim Lesen des Buches klar: In Sachen Ernährung lässt sich nichts pauschalisieren, denn jeder Mensch is(s)t anders. Und wer sich nun immer noch fragt, was an der plakativen Aussage des Titels „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“ dran ist, der sollte sich das Buch direkt kaufen.

Cover des Buches von „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“
(c) Justyna Schwertner

Dr. med. Carsten Lekutat: Anita Thomas: Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber; 200 Seiten, Becker Joest Volk Verlag; ISBN 978-3954531721; 19,95 Euro

Wer mehr über Ernährungsmythen rund um das Thema Brot erfahren möchte, dem lege ich unsere Kolumne Brotkrümel ans Herz.

 

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