Cold Brew: Mehr als nur kalter Kaffee?

28.06.2022

| Lesezeit: 7 Min.

Kaffee ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss. Doch wenn die Temperaturen steigen, steigt die Lust eher auf köstliche Erfrischungen statt auf Heißgetränke. Der perfekte Anlass, sich Cold Brew Kaffee wieder ins Gedächtnis zu rufen, das schon fast vergessene Trendgetränk für den Sommer. Cold Brew Coffee ist genau das, was der Name sagt: „kalt gebrühter Kaffee“.

Bei allen Trends ist es spannend zu sehen, wie sie sich entwickeln, und ob aus einem Trend ein Alltagsprodukt werden kann – so auch bei Cold Brew Coffee. Sicher, wir trinken nicht jeden Tag kalten Kaffee, aber zumindest hat jeder schon mal den Begriff „Cold Brew“ gehört. Vor allem der jüngeren Generation hat es der Cold Brew besonders angetan, wie eine repräsentative Kaffee-Konsum-Studie des Deutschen Kaffeeverbandes zeigt: 69 Prozent der Generation Z ist Cold Brew bekannt und 30 Prozent haben das Getränk im vergangenen Jahr schon mal probiert oder sogar regelmäßig getrunken. Doch ist der Cold-Brew-Trend alltagstauglich geworden oder der Hype um den kalten Kaffee schon wieder vorbei?

Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew Coffee und “normalem” Kaffee?

Wir alle kennen klassischen Kaffee: frische Kaffeebohnen mit heißem Wasser aufgebrüht. Die Zubereitung von Cold Brew Kaffee funktioniert genau entgegengesetzt. Während der gesamten Zubereitung wird der Kaffee nicht erhitzt. Sie findet ausschließlich bei Raumtemperatur statt. Aber anders als vermutet, handelt es sich hierbei nicht einfach nur um kalt gewordenen Kaffee. Bei Cold Brew Kaffee kommt von Beginn an kaltes Wasser zum Einsatz. Dafür wird grob gemahlener Kaffee über mehrere Stunden extrahiert, das heißt es werden rund 90 Prozent der Aromastoffe und gleichzeitig 70 Prozent weniger Bitterstoffe und Säuren aus dem Kaffeemehl gelöst als beim klassischen heißen Aufbrühen. So punktet der Cold Brew als besonders milder Kaffee mit weniger Bitterstoffen und Säure, was wiederum schonend für den Magen ist. Gleichzeitig überzeugt er mit einem vollmundigen Aroma. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass er dadurch etwas weniger Koffein enthält. Am Abend vorher zubereitet, kann man sich am nächsten Morgen also bereits auf den frischen und kalten Kaffee freuen, der besonders an heißen Sommertagen die perfekte Erfrischung bietet. Je nach Geschmack kann das Konzentrat mit Wasser verdünnt oder mit Eiswürfeln, Vanilleeis oder anderen Zutaten verfeinert werden.

©canva

Wie funktioniert Cold Brew Coffee?

Das sommerliche Kaffeegetränk ist in nur wenigen Schritten zubereitet. Das Einzige, was man einplanen muss, ist eine längere Wartezeit von bis zu 24 Stunden, bis der Kaffee durchgezogen und trinkbereit ist. Aber lohnt sich das Ganze? Geschmacklich entfaltet der kalt aufgebrühte Kaffee durch die niedrigen Temperaturen und die lange Kontaktzeit andere Geschmacksstoffe und schmeckt weniger bitter. Cold Brew ist also auch eine Option für diejenigen, die sich für normalen Kaffee bisher nicht begeistern konnten. Für Cold Brew Coffee kommt aber nicht jede Kaffeebohne infrage. Dunkle Röstungen eignen sich weniger, da diese durch die lange Ziehzeit extrem bitter schmecken können. Welcher Kaffee eignet sich also für Cold Brew? Am besten für den optimalen Cold Brew geeignet sind klassische Filterkaffees mit einem hellen bis mittleren Röstprofil. 80 bis 100 Gramm grob gemahlenes Kaffeepulver wird mit einem Liter kaltem Wasser aufgegossen und gut durchgerührt. Anschließend wird die Mischung aus Wasser und Kaffeepulver sorgfältig abgedeckt und je nach Geschmack für vier bis zwölf Stunden bei Zimmertemperatur oder bis zu 24 Stunden im Kühlschrank gelagert. Zuletzt wird der kalt extrahierte Kaffee mit einem Kaffeefilter vom Pulver getrennt – und fertig ist der Cold Brew! Es gibt sogar spezielles Zubehör für die kalte Kaffeezubereitung, ein einfacher Kaffeebereiter oder eine French Press reichen aber völlig aus. Das Cold Brew Konzentrat kann bequem auf Vorrat im Kühlschrank aufbewahrt werden und ist ca. zwei Wochen haltbar. Länger sollte das Konzentrat nicht aufgehoben werden, da sich die Aromastoffe zunehmend verflüchtigen und die Vollmundigkeit und der Geschmack verloren gehen.

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Cold Brew Trend auf dem Markt

Nachdem die Cafés und Kaffeebars die spezielle Zubereitung des Kaffees in ihre Karte aufgenommen haben, hat es der Cold Brew mittlerweile auch in den Handel geschafft. Klar, hier kommen Start-ups ins Spiel, die aus Trend Tugend machen und ein Trendprodukt auf den Markt bringen. Beispielsweise der Anbieter Karacho, der durch die Kooperation mit dm seinen Sprung in die weite Welt – innerhalb von Deutschland natürlich – geschafft hat. Karacho ist bio, fair brew, vegan, kalorienarm und ohne Zusätze. Der 14 Stunden lang gezogene Cold Brew wird mit Biomilch oder Biokokoswasser verfeinert und in die Dose gefüllt.

Ein weiteres Start-up ist das Projekt Cold Black Nitro. Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei dem Thema Nitro-Kaffee um eine Kombination aus Cold Brew und Stickstoff. Zwölf Stunden ziehen die Kaffeebohnen, die ursprünglich aus Südamerika und Afrika stammen und in einer traditionellen Trommelröstmaschine schonend geröstet wurden. Der Clou ist Stickstoff, der beim Öffnen der Dose freigesetzt wird. So erhält man eine perfekte Crema, ähnlich wie man es von einem heißen Kaffee gewohnt ist. Zusätzlich sorgt der Stickstoff für ein feines und cremiges Mundgefühl.

Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Cold Brew kann mit Milch verfeinert oder als „Sundowner“ Longdrink mit Gin und Tonic kombiniert werden. Warum sollte der Cold Brew Coffee bei diesen ganzen Vorteilen also in Vergessenheit geraten? Gerade zur Sommerzeit, wo kalt gebrühter Kaffee so erfrischend und wohlschmeckend einsetzbar ist, kann der fast vergessene Trend gerne wieder aufgefrischt werden.


Wir sind gespannt, was aus Cold Brew in Zukunft wird, und freuen uns auf viele weitere erfrischende Kaffeekreationen. Seid ihr an weiteren aktuellen Trends interessiert? Dann informiert euch gerne über die angesagten Getränketrends 2022.

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