Fotografie als Inspiration – Woher bekommen wir Impulse für die tägliche Arbeit?

30.05.2018

| Lesezeit: 5 Min.

Candy Sierks von kommunikation.pur nutzt Fotografie als Inspiration. „Wo bist du denn auf den Bildern?“ – Ich zeige gerade die Bilder vom letzten Urlaub im Freundeskreis. „Ich? Ich stehe hinter der Kamera“, lautet meine Antwort – immer.

Fotografieren. Das ist viel mehr, als Gesehenes festzuhalten oder eine Person abzulichten. Es ist eine Ausdrucksform und das größte Glück der Welt. Zumindest für mich. Ich war schon immer kreativ, habe als Kind gerne gemalt, gebastelt oder einfach nur versucht, aus Kaffeesatz Kuchen zu backen. Ich denke, das Fotografieren bündelt diese kreative Energie, genauso wie die Linse das Licht. Klar, ein Schnappschuss ist schnell gemacht; was gehört schon dazu, um auf den Auslöser zu drücken? Im ersten Moment nicht wirklich viel. Zumal in Zeiten, in denen man mit dem Handy bessere Fotos macht als mit so mancher Digitalkamera, in denen plötzlich jeder Fotograf ist oder zumindest sein könnte. Ich sehe das Ganze aber komplexer und möchte zu erklären versuchen, warum genau deshalb die Fotografie eine Inspirationsquelle für mich ist.

 

Motiv(ation)

Es gibt Menschen, die sehen die Welt schon in Bildern, bevor sie eine Kamera in der Hand haben. Ich zähle mich nicht unbedingt dazu, aber dennoch gibt es Momente, in denen ich das perfekte Fotomotiv einfach vor mir sehe. Das kann alles sein: ein Gebäude, das durch seine Glasfassade die Wolken am Himmel spiegelt; ein Baum, dessen Äste im Wasser Wellen schlagen; beste Freundinnen, die Arm in Arm einen Pfad hinunterschlendern; oder einfach nur die perfekten Perlen, die in einem Glas Bier aufsteigen. Man kann versuchen, diese Bilder in seinem Kopf zu speichern, aber warum sie nicht für die Ewigkeit speichern – auf der Speicherkarte in meiner Kamera? Und ist es nicht genau das, was wir auch in der PR erreichen wollen? Bilder in den Köpfen der Menschen erschaffen und sie dort abspeichern.

Blick(winkel)

Ein Motiv, tausend Möglichkeiten. Ein paar Schritte näher dran, ein anderer Winkel, es gibt wirklich diese tausend Möglichkeiten. Manchmal fragt man sich dann selbst: „Wie oft willst du diesen Stein noch fotografieren?“ „Oft!“ Und warum auch nicht? Es ist doch gut, Dinge von unterschiedlichen Blickwinkeln anzuschauen. Das brauche ich schließlich jeden Tag bei meiner Arbeit. Eine Pressemitteilung zu einem Produkt, das es schon seit Jahrhunderten gibt – ich spreche natürlich von Bier –, ist doch langweilig, oder? Nicht, wenn man es von tausend Blickwinkeln betrachtet. Ein Bier, tausend Möglichkeiten.

Einstellung(ssache)

Egal ob Handy, Digitalkamera oder Spiegelreflex – jeder kennt die Einstellung „Automatik“. Automatisch gute Bilder? Das klingt doch gut. Für mich ist Automatik ein Kompromiss. Die Entscheidung, sich nicht weiter mit der Technik zu beschäftigen und trotzdem passable Ergebnisse zu erzielen. Für einen Schnappschuss vollkommen legitim. Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden. Blende, Weißabgleich, Tonwertkorrektur, ISO – Begriffe, die auch ich erst lernen musste und sicher noch nicht wie ein Experte beherrsche. Eine manuelle Einstellung der Kamera erlaubt mir, kreativ zu sein. Ein Wasserfall. Lieber einzelne Perlen spritzen sehen oder das Wasser fließen lassen? Eine Laterne bei Nacht zu einem Stern werden oder Menschen durch eine lange Belichtungszeit vom Bild verschwinden lassen? Die Möglichkeiten sind unendlich. Jedes Motiv birgt eine Herausforderung. Die Herausforderung, das Beste aus ihm rauszuholen. Genau das, was auch meine Kunden in meiner täglichen Arbeit von mir erwarten.

 

Fotografie als Inspiration: Kamera mit Stativ

Druck(reif)

Wann haben Sie das letzte Mal ein Foto entwickeln lassen? Wann das letzte Mal Fotos in ein Album geklebt oder einfach nur in Urlaubsbildern geblättert? Seit es die Speicherkarte in der Kamera gibt und man nicht mehr auf 30 Bilder pro Film beschränkt ist, haben einzelne Fotos an Wert verloren. Sie sind nur eins von Hunderten. Sie landen auf der Festplatte und Facebook. Genau wie für mich eine Onlineversion das gedruckte Magazin nicht ersetzt, ersetzen Bilder auf meinem Bildschirm nicht das Fotoalbum. Anfassbar. Das ist hier das Stichwort, das ich auch gerne meinen Kunden nenne. Ein Produkt erlebbar machen. Ob Brauereiführung, Werksbesichtigung oder Teilnahme an Events: Eine Marke wird lebendig, wenn sie auch am Leben teilnimmt.

Habt ihr jetzt noch mehr Lust bekommen, euch Inspirationen zu holen? Dann schaut doch mal in unseren Beitrag zu den sechs besten Interior-Blogs rein.

 

BEITRAG TEILEN

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

Insekten in Snackschale
Grillen, Heuschrecken oder Mehlwürmer als Lebensmittel? Was hierzulande noch eher ungewöhnlich klingt, ist global betrachtet keineswegs neu. In verschiedenen Regionen der Welt gehören Insekten als Lebensmittel seit Langem zu lokalen Ernährungstraditionen und werden je nach Region, Art und Zubereitung ganz unterschiedlich gegessen. mehr
Hygge, Lagom und Co.: Was wir von Skandinavien lernen können
Was haben Gemütlichkeit, bewusste Pausen, das richtige Maß und Zeit in der Natur gemeinsam? In Skandinavien gibt es dafür gleich mehrere Begriffe: Hygge, Mysig, Lagom, Fika und Friluftsliv. Sie beschreiben unterschiedliche Facetten einer Lebensart, die weltweit fasziniert, und zeigen, dass manchmal schon kleine Veränderungen im Alltag einen Unterschied machen können. Was wir uns davon abschauen können, zeigen wir in diesem Beitrag. mehr
Sandra Ganzenmüller und Candy Sierks
Die Kommunikationswelt verändert sich: Kanäle werden vielfältiger, Prozesse schneller und Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Agenturalltag. Gleichzeitig bleiben fachliche Kompetenz, Vertrauen und persönliche Beziehungen unverzichtbar. Agenturgründerin Sandra Ganzenmüller und Nachfolgerin Candy Sierks sprechen darüber, was gute Food-Kommunikation heute ausmacht und was sie morgen leisten muss. mehr
Kiosk-Konzepte neu gedacht.
Zeitung, Zigaretten, Gummibärchen und fertig ist der Kiosk? Von wegen. Was jahrzehntelang als Basisversorger mit überschaubarem Sortiment galt, wird gerade neu definiert. Zwischen Coffee-to-go-Kultur, Digitalisierung und Kiez-Romantik entstehen Konzepte, die zeigen: Der Kiosk ist der heimliche Trendsetter des kleinflächigen Einzelhandels. Auch mir ist dieser Wandel zuletzt immer wieder aufgefallen. Wenn man durch die verschiedenen Stadtviertel in München schlendert, ist an vielen Ecken ein neuer Kiosk aufgepoppt und beim genaueren Hinsehen wird schnell klar, dass sich dahinter weit mehr verbirgt als der klassische Zeitschriften- und Zigarettenladen von früher. mehr
Nach oben scrollen