Kochbuch beweist: Fränkische Küche ist weit mehr als Schäufala mit Kloß

12. November 2019

Durch einen Instagram-Beitrag von Isabel Pyc, die auf coucoubonheur.com bloggt, bin ich auf das Kochbuch „Fränkische Lieblingsrezepte: 80 Gerichte von klassisch bis modern“ aufmerksam geworden. Ein super Thema, da wir uns in der Agentur aktuell auch intensiv mit dem Thema regionale Küche und wiederentdeckte Rezepte von früher beschäftigen, die neu und modern interpretiert werden. Die Autorin und Foodbloggerin Ina Medick ist Oberfränkin aus Leidenschaft. Auf ihrem Foodblog backina.de teilt sie gern fränkische Rezepte und haucht Klassikern neues Leben ein; so lautet zumindest das Versprechen im Klappentext ihres Kochbuchs. Die Kochbuch-Rezepte wurden von Foodfotograf und Chaos-Beseitiger von Inas Blog, Felix Wiesel, ins rechte Licht gerückt. Gesehen, gekauft! Schon aus dem Grund, weil ich Ina bereits länger folge und all ihre Rezepte perfekt funktionieren. Zudem sind viele davon auch alltagstauglich, sprich einfach und gut nach der Arbeit zu bewältigen (abgesehen von den Wildgerichten sicherlich). Als Food-PR-Agentur folgen wir beruflich spannenden Foodblogs und arbeiten viel mit Foodbloggern zusammen. Daher freuen wir uns immer sehr, wenn wir Koch- und Backbücher von ihnen in der Hand halten und testen dürfen.

Fränkische Küche: Überraschend abwechslungsreich

Fränkische Küche war für mich bisher in erster Linie geprägt von Schäufala, Drei im Weckla, Sauerkraut und Klößen, kombiniert mit einem fränkischen, naturtrüben Keller- oder Rotbier; also Gerichte, die man klassisch bei Volksfesten angeboten bekommt oder in fränkischen Gaststätten auf den Speisekarten findet. Aber dass es auch anders geht und die fränkische Küche sehr vielseitiger, ja sogar einzigartig ist, beweist Ina auf fast 200 Seiten in ihrem Kochbuch „Fränkische Lieblingsgerichte“, die sie von insgesamt vier Generationen aus ihrer Familie zusammengetragen hat. Ein paar davon sind ihrer Meinung nach perfekte Klassiker, die sich nicht mehr verbessern lassen, einige sind fast vergessene Küchen-Schätze, die aufgeschrieben und so weitergetragen werden müssen, und die restlichen setzen sich aus von ihr ganz neu entworfenen Rezepten sowie modernisierten Klassikern zusammen. Ich war gespannt und habe mich ans Werk gemacht.

Im Selbstversuch: Bauchstecherla

Toll finde ich, dass Ina die Rezepte entsprechend der Jahreszeiten in die Kapitel Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilt hat. Damit bietet sie den Lesern und Nutzern des Kochbuchs einen super Mehrwert, indem sie ihnen die Entscheidung abnimmt, welche Rezepte mit den jeweiligen saisonalen Zutaten gekocht werden können, die man zu der Jahreszeit auch frisch auf dem Markt bekommt. Zudem hat sie in den Umschlagklappen vorne einen Saisonkalender für Gemüse und hinten für Obst eingefügt, mit denen man sich noch mal rückversichern kann, wem die Saison für bestimmte Sorten nicht ganz geläufig ist. Durch das kontinuierlich üppig verfügbare Gemüse- und Obstangebot in den Supermärkten ist dieses alte Wissen doch ein wenig in Vergessenheit geraten. Ich habe mich bei der Wahl meines ersten Testrezeptes dann nicht ganz an die Einteilung gehalten und mich für ein eigentlich herbstliches Gericht, die Bauchstecherla, Kartoffelplätzchen als Hauptgericht mit einer cremigen Spinat- und Pilzsauce, entschieden. Die Zutaten waren mit kleinen Abwandlungen (Spinat gegen Mangold) aber aus regionalem Anbau bei mir auf dem Markt verfügbar. Es hat alles wunderbar geklappt, alle Angaben haben gepasst und das Ergebnis mit dem Rezeptfoto übereingestimmt. Und natürlich war es super lecker. Es wird nicht das Einzige sein, das ich aus dem Buch testen werde; die Post-its sind verteilt!

Mein persönliches Fazit:

Ein tolles Kochbuch, bei dem rundum alles passt. Es ist schön, wenn alte Rezepte aus der Region, die es seit Generationen gibt, niedergeschrieben werden und so in der ursprünglichen Form erhalten bleiben. Sie abzuwandeln und für sich neu zu interpretieren, bleibt ja jedem selbst überlassen. Der Saisongedanke hat mich besonders überzeugt und auch die Achtsamkeit, mit der auf regionale Zutaten eingegangen wurde. Ein Kochbuch, das für Liebhaber der bayerisch-fränkischen Küche eine neue Option ist, und sich zudem auch als Geschenk eignet. Einige der Gerichte sind sehr schnell und mit wenigen Zutaten zuzubereiten, sodass das Kochbuch sich auch für Kochanfänger gut eignet.

Wer sich also gerne intensiver mit der fränkischen Küche, ihren Klassikern und überlieferten Rezepten, befassen und sie nachkochen möchte, kann dies mit dem Buch „Fränkische Lieblingsrezepte“ machen.

Fränkische Lieblingsrezepte von Foodbloggerin

Hier die genauen Daten für den Kauf:

Ina Medick und Felix Wiesel: Fränkische Lieblingsrezepte; 80 Gerichte von klassisch bis modern; 192 Seiten; J.Berg Verlag ; ISBN 978-3862466108; 19,99 Euro

Küche Deutschlands im Fokus? Auf der Spur nach altbewährten Rezepten von Oma aus anderen Regionen Deutschlands, die spannend und zeitgemäß interpretiert wurden, nach Klassikern der schwäbischen Küche? Dann legen wir euch unsere Beschreibung des Kochbuchs Schwäbische Crossover-Küche von Foodbloggerin und Fotografin Nileen Marie Schaldach, die unter „Schätze aus meiner Küche“ bloggt, auf unserem Blog ans Herz.

 

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