Die Mafia übernimmt die nördlichste Stadt Italiens – das Kriminelle Helle zieht ein

02.05.2018

| Lesezeit: 4 Min.

Nach Jahren langer Freundschaft und gemeinsamen Brauens im Glühweintopf machten Dario Stieren und Niklas Zerhoch es 2016 offiziell und gründeten die Munich Brew Mafia. Sie selbst verstehen sich dabei als „Organisation für Bierkultur“. Das heißt, ihr Auftrag ist mehr, als nur gutes Bier zu produzieren; ihnen ist es auch ein Anliegen, Bierkultur in Form von Braukursen und Foodpairings an die Verbraucher weiterzugeben.

Mit ihrem Don Limone hat sich die Munich Brew Mafia in der deutschen Craftbierszene innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht, und dem Don folgten verschiedenste, kreative Bierspezialitäten auf dem Fuße, abgefüllt in den praktischen 0,33-l-Flaschen. Ihr nächster Coup wird eine Nummer größer: Eine Traditionsreihe wird es werden, klassisch abgefüllt in 0,5-l-Flaschen. Den Anfang machte das Kriminelle Helle: Das lag nahe, da Helles nun mal zu München gehört wie die Kriminalität zur Mafia. Mutig folgten wir der Einladung zur Bier-Release-Party.

Die Bier-Release-Party der Munich Brew Mafia fand im München Escape Room statt.

Catch it if you can

Ein bloßes Verkosten sollte es in dem Fall nicht werden, das konnte man schon dem Einladungsschreiben entnehmen. Der Treffpunkt war nämlich der Munich Escape Room, versteckt im Keller eines Münchner Familienhauses im Süden Schwabings. Die Aufgabe des Escape Rooms: „Finde das Geheimnis des besten Bieres der Welt“. Den Eintritt in die Welt des Oachkatzlbräu machten wir – wie für München üblich – durch eine bis ins Detail nachgebildete Boazn. Einige verzwickte Aufgaben, verlorene Nerven und Einsätze von Taschenlampen später war das Ziel erreicht, und wir hielten den güldenen Preis in den Händen. Zwar trug der noch den Namen Don Limone, aber es ging schon in die richtige Richtung. Glücklich, hungrig und durstig zugleich machten wir uns nun auf zur Brotzeit und Verkostung des Kriminellen Hellen. Übrigens kann im Munich Escape Room „Oachkatzlbräu“ auch bald das Oachkatzlbier erstanden werden, und eventuell schmeckt das sehr limonig.

Don Limone der Munich Brew Mafia.

Das Kriminelle Helle der Munich Brew Mafia

Die ersten Versuche für ein Helles liegen bereits in den Glühweintopfzeiten – sage und schreibe fünf Jahre hat das Team der Munich Brew Mafia an dem Kriminellen Hellen gefeilt. Die Vorstellung davon war klar: Malz- und Hopfennoten sollten im Gleichgewicht stehen, außerdem sollte die Drinkability dabei nicht zu kurz kommen. Zu Beginn sollten es für Dario vier bestimmte Hopfensorten sein; leider waren drei davon nicht verfügbar, und das Projekt wurde zwischenzeitlich wieder auf Eis gelegt.

Diesen Spätfrühling war es nun endlich soweit, und das Kriminelle Helle konnte fertiggestellt werden. Schon beim ersten Schluck merkt man die ausgewogene Balance zwischen Hopfen und Malz, auch der Spagat zwischen traditionellem und modern-kreativem Bier konnte perfekt umgesetzt werden. Die alternative Hopfenauswahl, bestehend aus dem neuen Hüller Special-Flavor-Hopfen Callista, dem ebenfalls sehr jungen französischen Aromahopfen Mistra sowie Hersbrucker und Hallertauer Tradition, ist alles andere als ein Plan B. Ein weiteres Geheimnis ist die besonders lange Kaltlagerung, die dem unfiltrierten Hellen mit dem typischen Kellerbiercharakter den letzten Schliff verleiht.

Der Schaum ist stabil und feinporig, die Farbe leuchtend-gold. Ein weiterer Hingucker ist das Etikett, das Justitia mit verschlossenen Augen, dem Richtschwert in der einen Hand, einer ausgeglichenen Waage mit Hopfen in der anderen und einem Bein auf dem Bierfass ziert – Detailtreue bis zum Schluss.

Die Bier-Release-Party der Munich Brew Mafia fand im München Escape Room statt.           Das Kriminelle Helle der Munich Brew Mafia.           Brotzeit während der Bier-Release-Party der Munich Brew Mafia.
Unser Fazit: Der Einbruch in die Münchner Helles-Szene ist der Munich Brew Mafia bestens gelungen, und wir hoffen auf eine Fortsetzung der Traditionsreihe mit einem von ihr neu interpretierten Weißbier.

 

Wer auf der Suche nach mehr Classic meets Innovation ist, findet das in unserem Artikel über British Real Ales.

 

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