Auf die Nuss gekommen

12.01.2018

| Lesezeit: 5 Min.

Beim Lernen oder in der Arbeit haben Nüsse dem einen oder anderen sicherlich schon den entscheidenden Energieschub beschert. Nüsse sind längst aber vielmehr als der Snack zwischendurch.

Rund 3,5 Kilogramm Nüsse isst jeder Verbraucher in Deutschland pro Jahr, so die Zahl des vom Bundesverbraucherministerium geförderten aid-Infodienstes aus dem Jahr 2014. Die beliebtesten Sorten sind Erdnüsse, Haselnüsse, Pistazien und Walnüsse – wobei nicht alle dieser Nüsse auch tatsächlich „echte“ Nüsse sind. Das heißt, nicht alles, was wir als Nuss verzehren, ist botanisch gesehen auch eine. Von Nussfrüchten spricht man nämlich nur, wenn der Samen von einer holzartigen Schale umhüllt ist und die Früchte in der Schale vom Baum fallen, wie dies zum Beispiel bei Hasel-, Wal- oder Macadamianüssen der Fall ist, ebenso wie bei Maronen. Im Vergleich dazu: Botanisch betrachtet zählen Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten, Pistazien, Cashew- und Pekannüsse zu den Steinfrüchten und Paranüsse zu den Kapselfrüchten.

Kleine Kraftpakete

Oftmals einfach nur als Fettbombe abgetan, punkten Nüsse, wenn man sie in Maßen genießt, aber gerade mit diesem Inhaltsstoff. Denn Nüsse enthalten einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter und einfach gesättigter Fettsäuren, die gut für das Herz-Kreislauf-System sind und den Cholesterinspiegel im Blut senken. Ebenso charakteristisch für Nüsse sind das enthaltene Vitamin B1, das die Funktion des Nervensystems stabilisiert und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann, sowie eine große Portion pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Phosphor und Eisen.

Cashews als Nuss Beispiel

Potenzial durch Proteine

„Ich gehe davon aus, dass Nüsse weiterhin viel verzehrt werden und die Nachfrage danach dementsprechend weiter wächst“, erklärt Alice Fridum, verantwortlich für Marketing und Vertrieb bei EgeSun/Morgenland. Als Grund dafür nennt sie das gesteigerte Ernährungsbewusstsein vieler Verbraucher und die Abneigung gegen stark verarbeitete Produkte. Die größere Anzahl sich fleischlos ernährender Personen sowie Flexitarier sieht Alice Fridum dabei als treibende Kraft, denn „diese benötigen andere Eiweißquellen. Nüsse sind hier die idealen Lieferanten“. Beliebte Nüsse sind ihr zufolge insbesondere Cashewnüsse, da diese mild im Geschmack sind – vor allem im Vergleich zu Walnüssen und Paranusskernen. „Nüsse können von morgens bis abends in allen Mahlzeiten zum Einsatz kommen“, verdeutlicht sie die Wandlungsfähigkeit der Nüsse: als Zugabe im Müsli oder Joghurt zum Frühstück, ganz klassisch als Snack zwischendurch oder im Mittag- oder Abendessen, z.B. als Zutat für asiatische Gerichte oder als Topping im Salat.

Frühstück mit Nuss Topping

Mus ist ein Muss

In Form von Mus lassen sich Nüsse auch auf andere Arten in die verschiedenen Mahlzeiten integrieren. Piran Asci, Geschäftsführer bei der KoRo Drogerie, empfiehlt, Datteln mit diversen Nussmusen als Dip zu verzehren. „Mein persönlicher Favorit: Medjool-Datteln mit extra grünem, leicht geröstetem Pistazienmus“, erklärt er. Die Nachfrage nach Nussmusen ist ihm zufolge tendenziell steigend, denn „das Produkt ist ein spannendes und vielseitiges. Wo viele Konsumenten mit den aufsteigenden Ernährungstrends nach Alternativen zu den altbekannten, süßen Aufstrichen suchen, erleben Nussmuse ein Revival“. Aber im Vergleich zu Wachstumsvorreitern im Food-Segment, darunter die USA oder die Niederlande, stecke der Trend noch in den Kinderschuhen, zeigt sich Piran Asci überzeugt.

Die KoRo Drogerie begegnet der Nachfrage nach Nussmusen mit dem Angebot der beliebten Sorten Erdnuss- und Cashewmus, aber auch mit weniger verbreiteten Varianten wie Pistazien- und Haselnussmus und dazu passenden Rezepten z.B. für Erdnuss-Pancakes in ihrem Food Journal.

Nuss Mus auf einemStück Brot

Besinnen aufs Bewusstsein

„Als Brotaufstrich waren und sind Nussmuse immer attraktiv“, weiß Bernadette Kölker, Verkaufsleitung Deutschland bei TerraSana, und ergänzt: „Wir denken, dass diese Entwicklung nicht nur ein Hype ist, sondern bei vielen das Bewusstsein für gute Lebensmittel eine große Bedeutung behalten wird.“ Den Einsatz der Nussmuse sieht sie u.a. in der vegetarischen und veganen Ernährung. „Nussmuse können viele Gerichte verfeinern und verbessern, vor allem wenn Sie auf Fleisch, Käse oder Milch verzichten möchten“, betont sie. Rezeptideen liefert das Unternehmen neben den Produkten selbst gleich mit beispielsweise für eine Erdnusssuppe oder einen Goji-Mandel-Smoothie.

Fazit

Egal, auf welche Nüsse die Wahl fällt, trotz der vielen positiven Inhaltsstoffe sollte man die Kalorienmenge nicht außer Acht lassen. Eine Handvoll Nüsse zwischendurch oder zum Beispiel das Mandelmus auf dem sonntäglichen Frühstücksbrötchen schadet aber nicht.

 

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