Dabei ist Sauerteig selbst alles andere als ein neuer Food-Trend. Ganz im Gegenteil: Seit Jahrtausenden wird Getreide mithilfe natürlicher Fermentation verarbeitet. Trotzdem erlebt Sauerteig derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Ob Sauerteigbrote aus der Lieblingsbäckerei, selbst angesetzte Starter oder Rezepte in den sozialen Medien – er ist längst wieder mitten im kulinarischen Alltag angekommen.
Sauerteig kann mehr als Brot
Wer an Sauerteig denkt, hat wahrscheinlich zuerst ein rustikales Brot mit kräftiger Kruste vor Augen. Kein Wunder: Sauerteig und Brot gehören seit Jahrhunderten zusammen. Sauerteig kann nämlich Geschmack, Aroma, Teigstruktur und Krumeneigenschaften beeinflussen. Und das nicht nur bei klassischen Roggen- oder Weizenbroten. Auch andere Getreidearten lassen sich damit kombinieren.
Es muss auch nicht immer herzhaft sein: Sauerteig findet ebenfalls seinen Weg in süße Backwaren und Snacks. So lassen sich beispielsweise Croissants, Zimtschnecken, Waffeln, Pancakes, Muffins, Cookies, Cracker und weitere Snacks mit Sauerteig zubereiten. Selbst für Kuchen und süße Hefeteige eröffnet Sauerteig spannende Möglichkeiten. Dabei können je nach Sauerteig, Rezeptur und Verarbeitung ganz unterschiedliche Aromen und Texturen entstehen.
Damit ist Sauerteig ein gutes Beispiel dafür, wie sich traditionelle Verfahren immer wieder neu interpretieren lassen. Was früher vor allem dazu diente, Teige zu lockern und haltbarer zu machen, ist heute ein spannendes Werkzeug für handwerkliche und kreative Backideen.
Zwischen Backtradition und Food-Trend
Warum ist Sauerteig gerade wieder so gefragt? Vermutlich liegt es daran, dass gleich mehrere aktuelle Food-Trends aufeinandertreffen. Einerseits gibt es die Rückbesinnung auf traditionelle Herstellungsverfahren und handwerkliche Lebensmittel. Andererseits wächst das Interesse, Lebensmittel selbst herzustellen und Prozesse wieder stärker zu verstehen. Sauerteig passt perfekt in dieses Bild: Mehl, Wasser, Zeit und ein bisschen Geduld – mehr braucht es für einen eigenen Starter zunächst nicht.
Wer schon einmal versucht hat, einen Sauerteigstarter über mehrere Tage zu pflegen, weiß, dass daraus schnell eine kleine persönliche Beziehung entstehen kann. Es wird regelmäßig gefüttert, die Aktivität wird beobachtet und irgendwann bekommt das Ganze vielleicht sogar einen Namen. Dieses Phänomen ist übrigens keineswegs neu. Schon vor Jahren wurde der sogenannte Hermann-Teig zum Kult. Der Teigansatz wurde von Person zu Person weitergegeben, gefüttert und geteilt.
Sauerteig hat viele Dimensionen
Sauerteig kann sehr klein anfangen: ein Glas mit Mehl und Wasser im heimischen Kühlschrank, das regelmäßig gefüttert wird und irgendwann zu einem persönlichen Küchenprojekt wird. In Bäckereien sieht die Sache schon anders aus. Hier kommen unterschiedliche Sauerteige, Führungen und Rezepturen zum Einsatz. Und das nicht erst seit dem aktuellen Sauerteig-Trend.
Warum also ein Tag des Sauerteigs?
Braucht ein Lebensmittel wirklich einen eigenen Aktionstag? Bei Sauerteig lässt sich das durchaus argumentieren. Kaum ein anderes Produkt verbindet schließlich so viele Facetten: jahrtausendealte Tradition, natürliche Fermentation, handwerkliches Wissen, moderne Lebensmitteltechnologie und aktuelle Food-Trends. Sauerteig ist Teil unserer Brotkultur und gleichzeitig ein immer wieder neu entdecktes Thema. Der Tag des Sauerteigs ist deshalb eine gute Gelegenheit, einmal genauer hinzuschauen – auf seine Geschichte, seine Herstellung und vor allem auf die vielen Möglichkeiten, die in ihm stecken.
Sauerteig-Erfahrung seit über einem Jahrhundert
Eine lange Geschichte mit Sauerteig hat auch BÖCKER. 1910 legte Ernst Böcker mit der Entwicklung eines „Apparats zum Säuern von Teig“ den Grundstein für das Unternehmen. Aus dieser Jahreszahl ergibt sich das Datum des Tags des Sauerteigs: der 19.10. BÖCKER hat diesen Aktionstag ins Leben gerufen, um einem Lebensmittel Aufmerksamkeit zu schenken, das seit Jahrhunderten die Brotkultur prägt und dessen Geschichte bis heute fortgeschrieben wird.
Alte Ideen, neu gedacht: Das gilt nicht nur für Sauerteig. Auch der klassische Kiosk erlebt gerade ein Comeback – allerdings mit verändertem Konzept, neuem Sortiment und ganz viel Zeitgeist. Wie aus dem altbekannten Kiosk ein Trendsetter des kleinflächigen Einzelhandels wird, zeigen wir in diesem Beitrag.