Nudeln, Toilettenpapier & Co.: Warum hamstern wir?

Gehamstert haben natürlich nur die anderen. 😉 Wer dennoch den einen oder anderen Hefewürfel im Kühlschrank und zufällig ein paar Kilo Nudeln im Vorratsschrank hat, dem empfehle ich unseren Überblick über Kochbücher für jeden Geschmack. Hier findest du garantiert das richtige Buch, um die vorhandenen Vorräte wieder abzubauen.

10.02.2021

| Lesezeit: 6 Min.

Gähnend leere Supermarktregale, die verzweifelte Suche nach der letzten Packung Toilettenpapier und die Frage, wie viele Wochen man wohl eine Fußballmannschaft versorgen könnte, um all seine Nudelvorräte wieder abzubauen – mit mindestens einer dieser Situationen war in den vergangenen Monaten wohl jeder von uns konfrontiert. Und alle haben sie eine Ursache: Hamsterkäufe. Doch warum hamstern wir überhaupt? Was hamstern wir besonders gerne? Und können wir uns dagegen wehren?

Phänomen Hamstern

In unsicheren Situationen haben viele Menschen das Bedürfnis, aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Eine konkrete Handlung, wie Einkaufen, gibt uns die Illusion, Gefahrensituationen beherrschen zu können. So fangen einige an, riesige Mengen bestimmter Konsumgüter einzukaufen und Vorräte anzuhäufen. Da wir Menschen bekanntlich Herdentiere sind, orientieren wir uns in Krisensituationen an anderen Menschen. Nach dem Motto „Wenn andere es tun, muss es einen Grund geben, dann sollte ich es besser auch tun“, werden nun die, die bislang gelassen mit der Situation umgegangen sind, ebenfalls unruhig. Beim Einkaufen legen auch sie jetzt lieber die eine oder andere Packung mehr, als sie benötigen, aufs Kassenband, aus Angst, später womöglich leer auszugehen. Die Folge: leer gekaufte Supermarktregale.

Das Horten von Lebensmitteln, Kleidung oder anderen Gegenständen über den Eigenbedarf hinaus, ist kein neues Phänomen. In der jüngsten Vergangenheit gibt es zahlreiche Beispiele. So fanden nach Ende des Zweiten Weltkrieges aufgrund unzureichender Lebensmittelversorgung in den Städten sogenannte Hamsterfahrten in ländliche Gebiete statt, um von den Landwirten dort Lebensmittel gegen Sachprodukte zu tauschen. Ab Mai 2006 hamsterten viele Deutsche infolge der drohenden Vogelgrippe große Mengen an Medikamenten, die angeblich gegen das Grippevirus wirken. Auch das Verkaufsverbot von Glühlampen im September 2012 führte zu Hamsterkäufen, da Verbraucher die Energiesparlampe nicht akzeptieren wollten.

Was die Hamsterkäufe in der Vergangenheit jedoch von den jetzigen unterscheidet: Zu diesen Zeiten existierten keine soziale Medien beziehungsweise waren Twitter, Instagram und Co. noch nicht so weitverbreitet wie heute. Die ständige Verbreitung und Verfügbarkeit von Bildern und Videos leerer Regale, von Menschen, die um die letzte Rolle Toilettenpapier kämpfen oder ganze Wagenladungen Nudeln zur Kasse schieben, verstärken nochmals das Gefühl der Bedrohung. Auch die ständige Medienberichterstattung über Corona und die damit einhergehenden Hamsterkäufe tragen ihren Teil dazu bei.

Folge von Hamsterkäufen: Leere Regale.
© Unsplash

Warum Toilettenpapier, Nudeln und Hefe?

Besonders bestimmte Konsumgüter landeten im letzten Jahr überproportional häufig im Einkaufswagen. Dazu zählten, neben Toilettenpapier und Nudeln, unter anderem auch Desinfektionsmittel, Mehl und Hefe. Der Kauf von Desinfektionsmitteln liegt auf der Hand, doch warum die anderen Produkte? Übermäßig Toilettenpapier, Nudeln und Mehl zu kaufen, macht psychologisch gesehen Sinn, denn diese Waren sind Produkte des alltäglichen Gebrauchs, man kann sie gut lange lagern und sie kosten nicht viel, das heißt man geht mit einem Kauf kein großes finanzielles Risiko ein. Hefe dagegen, die verderblich ist, ist vermutlich ein Beiprodukt zum Mehlkauf. Wenn man schon kiloweise Mehl zu Hause hortet, dann kann man mithilfe von ihr wenigstens backen.

Andere Länder, andere Sitten. Hamsterkäufe sind kein rein deutsches Phänomen, im vergangenen Jahr wurde weltweit gehamstert. Je nach Region unterscheiden sich jedoch die Produkte oft deutlich. So wurden in den USA vor allem Waffen gehortet, in Spanien, Italien und Frankreich dagegen deutlich mehr Wein gekauft und die Niederländer deckten sich vor Schließung der Coffeeshops mit ausreichend Marihuana ein.

Wie viel Vorrat ist vernünftig und wie kann ich dem Impuls des Hamsterns widerstehen?

Allgemein empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nicht erst seit der Covid-Pandemie, sich einen Vorrat bestimmter Güter anzulegen, um im Notfall eine gewisse Zeit autark überbrücken zu können (siehe persönliche Notfallvorsorge). Diese Vorräte sollten sukzessive und dauerhaft angelegt werden.

Um nicht selbst dem Hamster-Wahn zu verfallen, hilft es, sich zu fragen, wie viel man wirklich benötigt und dementsprechend einzukaufen. Zudem sollte man sich solidarisch verhalten und sich bewusst machen, dass es nicht nur um einen selbst geht. Und wenn wir im Supermarkt doch einmal vor einem leeren Regal stehen und wir wieder einen leisen Hauch von Panik verspüren, dann sollten wir uns an die letzten Monate erinnern. Denn wenn uns diese eines gezeigt haben, dann dass wir uns darauf verlassen können, dass leere Regale auch bald wieder aufgefüllt werden.

Gehamstert haben natürlich nur die anderen. 😉 Wer dennoch den einen oder anderen Hefewürfel im Kühlschrank und zufällig ein paar Kilo Nudeln im Vorratsschrank hat, dem empfehle ich unseren Überblick über Kochbücher für jeden Geschmack. Hier findest du garantiert das richtige Buch, um die vorhandenen Vorräte wieder abzubauen.

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