Intervallfasten – Frühstücksmuffel oder Dinner-Cancelling

Fasten ist nichts für dich, aber du bist auf der Suche nach anderen Möglichkeiten, dir etwas Gutes zu tun. Dann empfehlen wir dir den Beitrag „Biohacking: Mit kleinen Tricks zur Selbstoptimierung “.

23.06.2021

| Lesezeit: 5 Min.

„Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen zu fasten“, hätte Voltaire vielleicht im Jahr 2021 geschrieben. Denn dem Fasten wird aktuell eine enorme Heilkraft zugeschrieben. Es soll nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch noch die Zellverjüngung fördern, Alterungsprozesse stoppen, quasi als eine Art Jungbrunnen wirken und vor Krankheiten schützen. Der japanische Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi fand etwa heraus (und erhielt 2016 dafür den Medizin-Nobelpreis), dass schon ein zwölfstündiger Nahrungsverzicht eine Art Recyclingverfahren der menschlichen Zelle in Gang setzt. Diesen Prozess nennen Mediziner Autophagie. Er ermöglicht der menschlichen Zelle, Endprodukte des Stoffwechsels abzubauen, Fehler zu korrigieren und sich zu erneuern. Also ist Nahrungsverzicht fast genauso wichtig wie Nahrungsaufnahme, denn ständiges Essen hemmt die Selbstheilungskräfte des Körpers, da diese bevorzugt bei Energiedefizit ablaufen. Mit jeder Nahrungskarenz – egal ob für Stunden oder Tage – werden diese Erneuerungsmechanismen angeregt. Dabei entscheidet die Länge der Essenspause, wie intensiv die Wirkung ist.

Das Tolle beim Intervallfasten: Es tut gar nicht weh, weil du auf fast nichts zu verzichten brauchst, sondern einfach das Zeitfenster änderst bzw. festlegst, in dem du isst. Und wenn du die Fastenstunden über den Abend und die Nacht verteilst, hält sich dein Hunger sogar in Grenzen.

Dadurch vermeidest du einerseits, zwischendurch zu naschen, und gönnst gleichzeitig deinem Körper die Pause, die er braucht. Denn das Problem beim ständigen Snacken sind nicht nur die Kalorien, sondern auch, dass dein Körper auf lange Sicht nicht mehr optimal auf die Insulin-Ausschüttung reagieren kann. Das Bauchspeicheldrüsenhormon sorgt eigentlich dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen geschleust wird. Das bedeutet, unser Körper braucht längere Essenspausen, damit der Stoffwechsel optimal funktionieren kann.
Genau deshalb ist Intervallfasten ein besonders beliebter Ansatz, denn dabei gönnt man dem Körper ganz bewusst eine Auszeit. Besonders beliebt ist die 16:8 Methode, bedeutet 8 Stunden essen und 16 Stunden lang fasten. Das heißt, zwischen zwei Mahlzeiten wird eine 16-stündige Pause eingelegt. Dabei steht dir frei, ob du das Frühstück oder Abendessen ausfallen lässt. Du kannst einfach nach deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben auswählen. Gehörst du ohnehin zu den Menschen, die morgens keinen Bissen herunterbringen – super, dann wird es dir leichtfallen, aufs Frühstück zu verzichten. Oder du verzichtest eben aufs Abendessen.

Was gibt’s zu essen?

Im Grunde alles, was du willst. Aber: Gerade, weil du weniger Zeit zum Essen hast, ist wichtig, dass die Nahrungsmittelqualität beziehungsweise die Nährstoffqualität besonders gut ist, damit dein Körper mit allem versorgt wird, was er braucht. Ausreichend Ballaststoffe und Eiweiße halten lange satt und helfen dabei, die Nahrungspause zu überstehen. Und wenn dein Magen doch mal knurrt, solltest du dich zunächst fragen, ob du wirklich hungrig bist. Vielleicht erst mal ein großes Glas stilles Mineralwasser oder einen warmen Kräutertee trinken. Das Tolle: Du wirst dich wundern, wie lang dein Körper sich gesättigt fühlen kann und wie wenig er eigentlich dazu benötigt.
Ob sich Intervallfasten tatsächlich zum Abnehmen eignet, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Aber: In jedem Fall ist es schon mal ein guter Weg, weil man sich bewusster mit seinen Ernährungsgewohnheiten und dem, was man wann isst, auseinandersetzt. Wieder ein Gefühl für Hunger und Sättigung bekommt. Und das ist in jedem Fall gut und ein Schritt in Richtung gesundes Ernährungsverhalten.

Fasten ist nichts für dich, aber du bist auf der Suche nach anderen Möglichkeiten, dir etwas Gutes zu tun. Dann empfehlen wir dir den Beitrag „Biohacking: Mit kleinen Tricks zur Selbstoptimierung “.

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