Der Meerrettich ist Heilpflanze des Jahres 2021

Wer nicht nur seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sondern auch seinen grauen Zellen, der ist bei Brainfood genau richtig.

13.07.2021

| Lesezeit: 5 Min.

Exklusiv-Interview mit der Armoracia rusticana

Wer kennt ihn nicht: den Meerrettich. Diese weiße, scharfe Wurzel. Egal ob als Gemüse oder Gewürz – der Meerrettich ist ein beliebter Allrounder in der Küche. Doch auch in der Pflanzenheilkunde ist er ein gern gesehener Begleiter. So wurde die Wunderknolle zur Heilpflanze des Jahres 2021 ernannt. Grund genug, diesem gesunden Supertalent mal auf den Zahn zu fühlen.

k.pur: Meerrettich verwenden die meisten in der Küche. Und da denkt man sofort an tränende Augen.

Meerrettich: Genau, das liegt an meinen Scharfstoffen, die in meiner Wurzel stecken und beim Zerkleinern freigesetzt werden. Dennoch bin ich sehr beliebt, da ich vielen Speisen das gewisse Etwas verleihe. Was wäre Tafelspitz nur ohne mich? Übrigens bin ich nicht nur in der Küche willkommen. Denn seit dem 12. Jahrhundert bin ich auch als Heilpflanze bekannt. In der Schifffahrt zum Beispiel sind meine positiven Wirkungen auch schon lange kein Geheimnis mehr, vor allem zur Vorbeugung der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut.

Das Warten hat sich ja dann gelohnt. Denn Sie sind Heilpflanze des Jahres 2021 geworden. Herzlichen Glückwunsch noch mal! Nun wollen wir natürlich wissen, was Sie so besonders macht.

Vielen Dank! Ja, ich bin für meine entzündungshemmende, antivirale und antibakterielle Wirkung bekannt. Wenn ich meine wichtigsten Inhaltsstoffe aufzählen müsste, dann würde ich mich definitiv für Senfölglykoside, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und natürlich Vitamin C entscheiden. Und vieles mehr, ich möchte ja nicht prahlen.

Wie ich sehe, haben Sie großes Potenzial.

Ja, das stimmt. Bisher wird das aber leider nicht ausreichend ausgeschöpft. Manchmal werde ich zwar auch Penicillin des Gartens genannt, aber dennoch viel zu oft unterschätzt. Gerade was die zunehmenden Antibiotikaresistenzen betrifft! Da könnte ich stark mithelfen.

Sie haben ja bereits die Senfölglykoside erwähnt. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Also, Senfölglykoside, oder auch Glucosinolate genannt, gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Werde ich nun zerkleinert, bauen sich diese Substanzen ab. Mein Pflanzenenzym Myrosinase spaltet dann die Glucosinolate in Senföle auf. Daher auch das Tränen der Augen. Doch diese Scharfstoffe gelten auch als gesund, weil Senföle verhindern, dass sich Bakterien vermehren. Daher kann ich gut bei Infekten im Körper helfen, insbesondere bei Blasenentzündungen und Erkältungen. Senföle können außerdem dazu beitragen, krebsbegünstigende Vorgänge zu hemmen. Gerade in der kalten Jahreszeit sollte ich also öfter auf dem Speiseplan stehen.

Aber ja nicht nur wegen Ihres pikant-scharfen Aromas.

Natürlich auch, aber nicht nur. Meine ätherischen Öle stärken das Immunsystem und lösen den Schleim bei Erkältungskrankheiten. Da ich antibakteriell und entzündungshemmend wirke, kann ich auch sehr gut bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen helfen. Wegen meines hohen Vitamin-C-Gehalts bin ich ein absoluter Vitamin-Booster. Doch auch meine relativ hohe Menge an B-Vitaminen, Mineralstoffen und wertvollen Flavonoiden kann sich sehen lassen. Letztere helfen ebenso dabei, die Abwehrkräfte zu stärken. Übrigens: Wem ich zu scharf bin, der kann mich auch kochen oder getrocknet verwenden. Dadurch verliere ich nämlich meine Schärfe. Allerdings freue ich mich immer sehr darüber, wenn ich erst am Ende des Kochvorgangs zum Essen gegeben werde, um mein tolles Aroma vollständig entfalten zu können.

Vielen Dank für das ausführliche Interview. Wollen Sie abschließend noch etwas ergänzen?

A Meerrettich a day keeps the doctor away. Oder wie Hippokrates schon zu sagen pflegte: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“ Ich denke, das trifft ganz gut auf mich zu. In diesem Sinne: Ran an die Wurzel!

Wer nicht nur seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sondern auch seinen grauen Zellen, der ist bei Brainfood genau richtig.

BEITRAG TEILEN

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

aptop mit dem LinkedIn-Unternehmensprofil von kommunikation.pur als Beispiel für B2B-Kommunikation auf Social Media
B2B-Kommunikation auf Social Media tickt anders als B2C. Längere Entscheidungswege und ein fachlich anspruchsvolles Publikum verändern die Regeln. Gerade in der Food- und Getränkebranche kommt es darauf an, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und die richtigen Fachzielgruppen zu erreichen. Wir zeigen, was erfolgreiche B2B-Kommunikation ausmacht – und wie Unternehmen Social Media strategisch dafür nutzen können. mehr
Gemeinsam zum Ziel mit Strategie-Workshops
Im Interview sprechen wir mit Business- und Mentalcoach Klaus Höfler darüber, warum sich Unternehmen die Zeit nehmen sollten, in einem oder mehreren Workshops gemeinsam eine tragfähige Strategie zu erarbeiten und welche Vorbereitungen notwendig sind, um den bestmöglichen Nutzen bei einem Workshop als Ergebnis verbuchen zu können. mehr
Nachhaltigkeit ist für viele Marken längst ein fester Bestandteil ihrer Kommunikation. Begriffe wie „umweltfreundlich“, „klimaneutral“, „grün“ oder „nachhaltig“ finden sich auf Verpackungen, Produktseiten, in Werbekampagnen und Social-Media-Posts. Ab dem 27. September 2026 gelten jedoch deutlich konkretere Regeln für die Nachhaltigkeitskommunikation. Worauf ihr in eurer Kommunikation künftig achten müsst, erfahrt ihr hier. mehr
Feste Mahlzeiten oder flexible Snacks, traditionelle Mischkost oder pflanzliche Alternativen, Kochbuch oder Social Media: Unsere Esskultur verändert sich. Digitale Angebote, ein wachsendes Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein sowie unterschiedliche Gewohnheiten der Generationen prägen heute, was, wann und wie wir essen. mehr
Nach oben scrollen