Erde, Salz & Glut – Das Gemüseküche-Kochbuch

24. Juni 2022

Es ist ja nicht so, dass es keine vegetarischen Kochbücher gäbe. Trotzdem erscheinen jedes Jahr aufs Neue noch ein paar mehr – und das ist auch gut so, denn schließlich gibt es unfassbar viele Möglichkeiten, Gemüse und Früchte zuzubereiten und ihnen damit einen ganz eigenen Geschmack und Stil zu geben.

Das neue Kochbuch von Susann Probst und Yannic Schon „Erde, Salz & Glut“, das im Hölker Verlag erschienen ist, gehört in jedem Fall zu den Highlights aus dem Kochbuchregal – und zwar inhaltlich und optisch. Die beiden sind zwar Autodidakten, was das Kochen anbelangt, aber Profis in Sachen Fotografie. Und das sieht man. Die Rezepte sind so unglaublich brillant in Szene gesetzt, dass einem beim Anblick nicht nur das Wasser im Munde zusammenläuft, sondern man sie auch großformatig und gerahmt als Kunstwerke aufhängen möchte.

Probst und Schon gehören mit ihrem mehrfach ausgezeichneten und wirklich bereichernden Blog „Krautkopf “, den sie vor 19 Jahren starteten, zu den Veggie-Bloggern der ersten Stunde. Bereits 2013 stand die Ethik des guten Essens bei beiden im Fokus. Lange bevor Saisonalität und Regionalität zum Megatrend wurden. Ihre Liebe zum Essen bewog die beiden, sich des Themas anzunehmen, und das merkt man auch heute noch bei jedem Rezept.

In ihrem neuesten Kochbuch „Erde, Salz & Glut“ experimentieren sie mit allem, was die Natur zu bieten hat: Früchte, Gemüse, Blüten, Samen, Wurzeln, Blätter und Blüten. Sie erzählen von ihrem Leben auf dem Land und teilen ihr Wissen von der Aussaat über die Pflege bis hin zur Zubereitung mit uns. Sie geben Tipps zum Sammeln von Wildpflanzen und machen Lust und Mut zugleich, sich ihren Rezepten kreativ zu nähern und sie nach eigenen Vorlieben zu verändern.

Dabei gelingt es ihnen zu zeigen, wie spannend heimische Produkte sein können, wie groß die Sortenvielfalt ist und wie wenig es braucht, um daraus etwas Besonderes zu machen. Gewürzt wird, wie bereits im Buchtitel erwähnt, ganz puristisch, hauptsächlich mit Salz, um den Eigengeschmack jeder Zutat zu erhalten. Durch die Hitze, egal ob die Glut beim Lagerfeuer, auf dem Herd oder in der Pfanne, entwickelt sich bei der Zubereitung eine Vielzahl von Geschmacksnuancen.

Vegetarisch kochen mit saisonalem Gemüse

Auf 240 Seiten findet man die vielfältigsten Rezepte, die im Rhythmus der Jahreszeiten kreiert wurden und vielversprechend klingen: Gebackener Moschuskürbis mit Hagebutte und Apfel, im Kohlblatt gedämpftes Gemüse, Buchweizenbirnen mit Holunderbirnen oder gebratener Fenchel mit Erbsen, Ackerbohnen und Sauerteigbrot. Das Schöne: Auch Kochbegeisterte, die keinen eigenen Garten haben und somit auf die ein oder andere Zutat keinen Zugriff, werden von den beiden Autoren nicht alleingelassen, sondern bekommen Alternativen empfohlen.

Vegetarische Grundrezepte und außergewöhnliche Kreationen

Ein weiteres Kapitel ist dem Thema Grundrezepte gewidmet und bereichert mit Rezepturen für Senf, Kräutersalz, Wildkräuterbutter mit Blüten oder Löwenzahnsirup. Besonders spannend: Die Extra-Kapitel zum Thema Einmachen, Haltbarmachen und Fermentation. Neben den ausführlich erklärten Grundlagen gibt es hier nicht nur ein Rezept für eingelegte saure Gurken, sondern auch außergewöhnliche Neukreationen, wie eingelegte Bärlauchknospen, eingelegte grüne Erdbeeren, eingelegte grüne Holunderbeeren und viele mehr. Ausprobiert habe ich das Rezept für den in Honig fermentierten Knoblauch. Das Ergebnis: zum Niederknien.

Das Buch ist nicht nur spannend für die wachsende Zahl von Menschen, die gärtnern und sich als Selbstversorger probieren, sondern für alle Genießer.
Mein persönliches Fazit: Mich wieder etwas mehr um meine Hochbeete kümmern und unbedingt einmal im Rhythmus der Jahreszeiten durch das Buch kochen.

Cover des Kochbuchs Erde, Salz & Glut
© Susann Probst & Yannic Schon, Krautkopf, Hölker Verlag

Susann Probst und Yannik Schon: Erde, Salz & Glut – Gemüseküche im Rhythmus der Jahreszeiten, 240 Seiten. ISBN: 978-3-88117-190-8. Hölker Verlag. 32 Euro

Wer sich jetzt fragt, wie man ein Hochbeet anlegt, findet in unserem Beitrag k.pur testet: Hochbeete wirklich erhellende Antworten.

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