Heilkräuter von der Fensterbank

So schmeckt’s: Minze ist perfekt als Aromazutat in Getränken. Mit kochendem Wasser aufgegossen wird ein verdauungsfördernder Tee daraus. Und auch als Salatzutat mit Früchten und geraspeltem Gemüse ist das Gesundkraut ein Hit. Salbei Die schmalen Blättchen haben eine desinfizierende Wirkung bei Hals-, Mandel-, Rachen- und Zahnfleischentzündungen. Zudem haben sie eine schweißhemmende Wirkung, fördern den Stoffwechsel und regen die Verdauungstätigkeit an. Dank östrogenartiger Inhaltsstoffe kann Salbei Hitzewallungen und Nachtschweiß während der Wechseljahre vermindern. So schmeckt’s: Die pelzigen Blätter passen mit ihrem leicht bitteren, scharfen Geschmack super zu hellem Fleisch und Fisch. Sie verleihen italienischen Klassikern wie Ossobuco und Saltimbocca das besondere Aroma. Schmecken in Bierteig frittiert und bekommen in Butter geschwenkt eine extra-feine Note. Kaum zu glauben, aber auch in Erfrischungsgetränken kann dieses Kraut punkten. Dafür den Saft von 3 Bio-Zitronen, 3 EL Agavendicksaft, 1 Bund Salbeiblätter, einige Minzeblättchen und 500 ml stilles Wasser mischen und 3 bis 4 Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Sieb geben und mit Eiswürfeln servieren. Thymian Die beliebte Gewürzpflanze für die mediterrane Küche zählt zu den wichtigen Heilkräutern gegen Atemwegsbeschwerden. Thymian hat antibakterielle, beruhigende und entzündungshemmende Wirkungen. Wirkt krampflösend und hilft so, Spasmen bei Keuch- sowie Reizhusten zu lindern. Jüngste Studien konnten zeigen, dass Thymian auch als Antioxidans wirkt, das den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken kann. So schmeckt’s: Das aromatische, eher holzige Kraut kann sparsam dosiert mitgekocht werden, passt besonders gut zu Kartoffeln, Auberginen und Tomaten. Verfeinert aber auch mediterrane Braten- und Schmorgerichte. Für ein beruhigendes, aromatisches Getränk gibt man frische oder getrocknete Blättchen in heißes Wasser, lässt diese 10 Minuten ziehen. Dann durch ein Sieb abgießen und mit Zitronensaft und Honig abschmecken. Rosmarin Dass Rosmarin die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns steigert, wussten bereits die alten Griechen. So soll die Merkfähigkeit mithilfe der im Rosmarin enthaltenen Carnosolsäure positiv beeinflusst werden und der Entwicklung von Alzheimer und Demenz vorbeugen. Neben den positiven Auswirkungen auf das Gehirn kann die Pflanze unter anderem zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Arthrose sowie zur Steigerung des Immunsystems verwendet werden. Auch Bäder und Massagen mit ätherischem Rosmarinöl können gegen Gelenk- und Wirbelschmerzen helfen. So schmeckt’s: Rosmarin und Kartoffeln sind ein Traumpaar. Zum Beispiel in Kombi mit Knoblauch und Olivenöl. Passt aber auch sehr gut zu Früchten wie Aprikosen und Pflaumen. Dafür die Früchte einfach mit ein paar Zweigen als Kompott kochen oder mit Rosmarin bestreut im Ofen backen. Mit Rosmarin aromatisiertes Öl eignet sich ganz wunderbar zum Würzen von Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten. Koriander Koriander zählt zu den ältesten Küchenkräutern der Welt. Bereits in Sanskrit-Schriften sowie im Alten Testament wurde über seine Heilkraft geschrieben. Der hohe Gehalt an gesundheitsfördernden Phytonährstoffen sowie ätherischen Ölen soll der Grund für die heilende Wirkung von Koriander sein. Menschen mit entzündlichen, chronischen Erkrankungen wie Rheuma können sich mit diesem Heilkraut Linderung verschaffen. Auch gegen Verdauungsprobleme, Blähungen oder Völlegefühl soll Koriander helfen. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) setzt Koriander gegen Verdauungsprobleme und Völlegefühl ein. Japanische Forscher fanden außerdem heraus, dass Koriander selbst hochgiftiges Quecksilber aus dem Körper lösen kann. Aber auch bei anderen Schwermetallen und Giftstoffen hilft Koriander dabei, sie möglichst schnell auszuscheiden. Koriander sieht Petersilie zum Verwechseln ähnlich. Beim genauen Hinsehen lässt sich aber erkennen, dass die Blätter deutlich feiner sind als Petersilienblätter und einen anderen Geruch verströmen. So schmeckt’s: Frische Korianderblättchen sollte man niemals erhitzen. Sie eignen sich super zum Garnieren oder als Beilage in einem Kräutersalat; zum Beispiel in Kombi mit Petersilie, Minze, Dill und einer fruchtigen Zitronenvinaigrette. Der würzig-frische Geschmack harmoniert außerdem sehr gut mit rohen oder gegarten Möhren. Das auch als Asia-Petersilie bezeichnete Kraut ist außerdem das kulinarische i-Tüpfelchen bei jedem asiatischen Gericht. Wer sich intensiver mit dem Würzeffekt von Kräutern beschäftigen möchte, kann dies mit unserem Blogbeitrag über Drinks mit Gewürzen tun.

17.09.2020

| Lesezeit: 6 Min.

Früher schrieb man Kräutern magische Wirkung zu. Seit Erfindung der biochemischen Analyse weiß man: magisch nein, wirksam ja. Und zwar auf köstliche Weise und gegen vieles, was im Alltag nerven kann. Wir stellen fünf Kräuterarten vor, die sich problemlos im eigenen Garten oder auf der Fensterbank halten beziehungsweise anpflanzen lassen, geben Anwendungshinweise und DIY-Tipps.

Minze

Minze wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Die frischen Blätter liefern jede Menge Folsäure, die die Bildung der roten Blutkörperchen unterstützt. Pfefferminze kann nach einem gehaltvollen Essen das Völlegefühl lindern, da sie die Produktion von Gallensekret und damit die Fettverdauung anregt. Die enthaltene entzündungshemmende Rosmarinsäure kann Heuschnupfensymptome lindern. Außerdem schafft das Menthol in dem erfrischenden Kraut Erleichterung bei Husten und Schnupfen.

So schmeckt’s: Minze ist perfekt als Aromazutat in Getränken. Mit kochendem Wasser aufgegossen wird ein verdauungsfördernder Tee daraus. Und auch als Salatzutat mit Früchten und geraspeltem Gemüse ist das Gesundkraut ein Hit.

Salbei

Die schmalen Blättchen haben eine desinfizierende Wirkung bei Hals-, Mandel-, Rachen- und Zahnfleischentzündungen. Zudem haben sie eine schweißhemmende Wirkung, fördern den Stoffwechsel und regen die Verdauungstätigkeit an. Dank östrogenartiger Inhaltsstoffe kann Salbei Hitzewallungen und Nachtschweiß während der Wechseljahre vermindern.

So schmeckt’s: Die pelzigen Blätter passen mit ihrem leicht bitteren, scharfen Geschmack super zu hellem Fleisch und Fisch. Sie verleihen italienischen Klassikern wie Ossobuco und Saltimbocca das besondere Aroma. Schmecken in Bierteig frittiert und bekommen in Butter geschwenkt eine extra-feine Note. Kaum zu glauben, aber auch in Erfrischungsgetränken kann dieses Kraut punkten. Dafür den Saft von 3 Bio-Zitronen, 3 EL Agavendicksaft, 1 Bund Salbeiblätter, einige Minzeblättchen und 500 ml stilles Wasser mischen und 3 bis 4 Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Sieb geben und mit Eiswürfeln servieren.

Thymian

Die beliebte Gewürzpflanze für die mediterrane Küche zählt zu den wichtigen Heilkräutern gegen Atemwegsbeschwerden. Thymian hat antibakterielle, beruhigende und entzündungshemmende Wirkungen. Wirkt krampflösend und hilft so, Spasmen bei Keuch- sowie Reizhusten zu lindern. Jüngste Studien konnten zeigen, dass Thymian auch als Antioxidans wirkt, das den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken kann.

So schmeckt’s: Das aromatische, eher holzige Kraut kann sparsam dosiert mitgekocht werden, passt besonders gut zu Kartoffeln, Auberginen und Tomaten. Verfeinert aber auch mediterrane Braten- und Schmorgerichte.

Für ein beruhigendes, aromatisches Getränk gibt man frische oder getrocknete Blättchen in heißes Wasser, lässt diese 10 Minuten ziehen. Dann durch ein Sieb abgießen und mit Zitronensaft und Honig abschmecken.

Rosmarin

Dass Rosmarin die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns steigert, wussten bereits die alten Griechen. So soll die Merkfähigkeit mithilfe der im Rosmarin enthaltenen Carnosolsäure positiv beeinflusst werden und der Entwicklung von Alzheimer und Demenz vorbeugen. Neben den positiven Auswirkungen auf das Gehirn kann die Pflanze unter anderem zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Arthrose sowie zur Steigerung des Immunsystems verwendet werden. Auch Bäder und Massagen mit ätherischem Rosmarinöl können gegen Gelenk- und Wirbelschmerzen helfen.

So schmeckt’s: Rosmarin und Kartoffeln sind ein Traumpaar. Zum Beispiel in Kombi mit Knoblauch und Olivenöl. Passt aber auch sehr gut zu Früchten wie Aprikosen und Pflaumen. Dafür die Früchte einfach mit ein paar Zweigen als Kompott kochen oder mit Rosmarin bestreut im Ofen backen. Mit Rosmarin aromatisiertes Öl eignet sich ganz wunderbar zum Würzen von Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten.

Koriander

Koriander zählt zu den ältesten Küchenkräutern der Welt. Bereits in Sanskrit-Schriften sowie im Alten Testament wurde über seine Heilkraft geschrieben. Der hohe Gehalt an gesundheitsfördernden Phytonährstoffen sowie ätherischen Ölen soll der Grund für die heilende Wirkung von Koriander sein. Menschen mit entzündlichen, chronischen Erkrankungen wie Rheuma können sich mit diesem Heilkraut Linderung verschaffen. Auch gegen Verdauungsprobleme, Blähungen oder Völlegefühl soll Koriander helfen. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) setzt Koriander gegen Verdauungsprobleme und Völlegefühl ein. Japanische Forscher fanden außerdem heraus, dass Koriander selbst hochgiftiges Quecksilber aus dem Körper lösen kann. Aber auch bei anderen Schwermetallen und Giftstoffen hilft Koriander dabei, sie möglichst schnell auszuscheiden. Koriander sieht Petersilie zum Verwechseln ähnlich. Beim genauen Hinsehen lässt sich aber erkennen, dass die Blätter deutlich feiner sind als Petersilienblätter und einen anderen Geruch verströmen.

So schmeckt’s: Frische Korianderblättchen sollte man niemals erhitzen. Sie eignen sich super zum Garnieren oder als Beilage in einem Kräutersalat; zum Beispiel in Kombi mit Petersilie, Minze, Dill und einer fruchtigen Zitronenvinaigrette. Der würzig-frische Geschmack harmoniert außerdem sehr gut mit rohen oder gegarten Möhren. Das auch als Asia-Petersilie bezeichnete Kraut ist außerdem das kulinarische i-Tüpfelchen bei jedem asiatischen Gericht.

Wer sich intensiver mit dem Würzeffekt von Kräutern beschäftigen möchte, kann dies mit unserem Blogbeitrag über Drinks mit Gewürzen tun.

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