Im Messefieber

12.02.2019

| Lesezeit: 5 Min.

Seit ich in der Kommunikation arbeite, werden Messen und die Frage, wie lange es sie in der digitalen Welt als Format überhaupt noch geben wird, kontrovers diskutiert. Anfang 2000 wurde ich von einem führenden Fachmedium der PR-Branche um eine Einschätzung gebeten, welche Überlebensdauer ich Messen zurechne und wohin die Entwicklung gehen wird. Ich war bereits damals der Meinung, dass Messen als wichtiger Kontaktpunkt und Plattform des Branchenaustauschs Bestand haben werden; ja vielleicht in der digitalen Welt immer wichtiger werden, um sich jenseits aller Telefonkonferenzen und Meetings in virtuellen Räumen persönlich zu treffen und auszutauschen. Damals habe ich die Prognose als Statement abgegeben, dass Messen immer ein elementarer Baustein in der Kommunikation und der Vermarktung von Unternehmen sein werden, lediglich die Zielsetzung, die Form der Unternehmenspräsentationen auf der Messe und vor allem die Länge der Veranstaltungen werden sich ändern.

Von Ordermessen zu sozialen Events

Heute, über 15 Jahre später, kann ich bestätigen, dass sich das Messewesen in diese Richtung entwickelt hat. Zwar ist es gerade für große Messen schwer, sich dem Aussteller- und Besucherwunsch zu beugen und die Messetage zu verkürzen, da der Organisationsgrad, die langfristigen Planungsprozesse und die angekoppelten, etablierten Rahmenveranstaltungen nicht von heute auf morgen geändert und im Terminplan verschoben oder aufgrund der kürzeren Laufzeit gekippt werden können. Dennoch schreitet die Veränderung voran, und es ist vor allem in den letzten fünf Jahren einiges passiert: Messepräsenztage sind innerhalb der Woche verschoben wie bei der BrauBeviale oder Messezeiten verkürzt worden wie bei der Internorga. Auch haben sich die Messen von reinen Ordermessen hin zu Kommunikationstagen entwickelt, die mit einem umfassenden Rahmenprogramm zusätzlich zur Ausstellerfläche einen großen Mehrwert für die Fachbesucher bieten. Hinzu kommt, dass die Verantwortlichen bei den Messegesellschaften bei der Ausgestaltung und dem Arrangement der Flächen zunehmend Wert auf Möglichkeiten zum Netzwerken legen. Die Messestände sind offener und loungiger geworden, bieten mehr Raum für Gespräche. Also lange Rede hin, kurzer Sinn her: Messen gibt es nach wie vor, und ein Ende ist erst einmal nicht zu sehen.

Messejunkie

Das ist gut für mich, denn ich liebe Messen; sie stellen in meinem Arbeitsleben Highlights und eine große Quelle der Inspiration dar. Egal auf welcher Messe, egal in welcher Branche, egal auf welchem Kontinent – ich nehme immer neue Aspekte und Impulse für meine Arbeit mit. Wenn ich mich am Messetag auf die Einlasskontrolle zubewege, packt mich die Begeisterung, spüre ich die positive Erwartungshaltung und kann die Vorfreude der Branche fühlen. Messen sind die Höhepunkte des Unternehmensjahrs, auf die mehrere Monate, bei den internationalen Messen manchmal mehrere Jahre hingearbeitet wurde, um Besuchern Innovationen, neue Entwicklungen und neuartige Produkte zu präsentieren und so Kunden zu gewinnen und das Image bei den Bestandskunden zu stärken. Messen haben stets eine positive Grundstimmung; Aussteller wie Besucher zeigen sich im besten Licht und freuen sich auf das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten. Die wenigsten Branchen veröffentlichen im Rahmen einer Leitmesse negative Berichte oder Zahlen. Daher kommt man nach einem Messebesuch mit viel Schwung, neuer Energie und spannenden Impulsen zurück an den Schreibtisch.

Netzwerken pur

Meine größte Inspiration, die ich aus Messebesuchen ziehe, sind jedoch die Gespräche mit den Anwesenden, denn in der Regel sind alle relevanten Branchenexperten und Meinungsführer vor Ort. Man erfährt Hintergrundinformationen, die man im täglichen Mailverkehr nicht vermittelt bekommt. Man spinnt neue Ideen, die zugegebenermaßen im Nachgang nicht immer alle umgesetzt werden, aber manchmal dann doch zu neuen Aufträgen und gemeinsamen Projekten führen. Messen sind Plattformen, bei denen PR pur stattfindet. PR im Sinne von Beziehungsmanagement auf höchstem Niveau, persönliche Kontaktpflege und aktives Netzwerken. Messen vereinigen somit wichtige Kernwerte unserer Agentur und machen einfach Spaß.

Wie Aussteller Messen kommunikativ noch besser nutzen und in Social Media erfolgreich verlängern können, verraten wir in diesem Beitrag.

 

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