Wir feiern Bayern #3 – Salus

17. Juli 2018
Portrait von Dr. Simone Meyer, Leiterin Marketing bei Salus.

Bildquelle: Salus Fotoarchiv

Der Freistaat Bayern feiert unter dem Motto „Wir feiern Bayern“ 2018 sein 100-jähriges Jubiläum. Für uns als Agentur für Food-PR mit Sitz in München also Grund genug, uns einmal mehr mit der bayerischen Food- und Getränkekultur auseinanderzusetzen. Im Bereich der Heißgetränke schauen wir heute nach Bruckmühl, wo das Unternehmen Salus seinen Sitz hat. Der Teeanbieter ist dem Freistaat Bayern bereits zwei Jahre voraus. Wir sprachen mit Dr. Simone Meyer, Leiterin Marketing des Unternehmens, unter anderem über das 100-jährige Firmenjubiläum in 2016, die Anfänge und weitere Ziele der Firma.

Welchen Ursprung hat der Name Ihres Unternehmens und was war ausschlaggebend für die Gründung?

Dr. Simone Meyer: Eine schwere Krankheit quälte Dr. med. Otto Greither lange Zeit. Mit seinem Wissen als Naturforscher fand er aber einen Weg, sich selbst zu heilen. Mit seiner Salus-Kur legte er den Grundstein für unser Unternehmen als Hersteller von Natur-Arzneimitteln. Der Name Salus geht auf die römische Göttin der Gesundheit und der öffentlichen Wohlfahrt zurück. Der Firmengründer dachte dabei an das Wohlergehen seiner Mitmenschen.

Welches ist rückblickend der größte Meilenstein Ihrer Unternehmensgeschichte? Wie macht sich das noch heute bemerkbar?

Dr. Simone Meyer: Der größte Meilenstein war 1962 der Erwerb der Arzneimittelfabrik Floradix. Der Sohn des Firmengründers und heutige Geschäftsführer Otto Greither entwickelte den „Kräuterblutsaft“ anschließend neu. Dadurch war die Basis für ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen geschaffen. Noch heute ist Floradix mit Eisen unser meistverkauftes Produkt. Das Eisen-Sortiment wurde außerdem um Produktvarianten erweitert, die auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sind. So finden Sie in unserer Produktpalette auch ein Floradix für Kinder, für Sportler oder für Veganer.

Historischer Einblick: Eine Mitarbeiterin von Salus verpackt Produkte.

Bildquelle: Salus Fotoarchiv

Welcher Tee, war der erste den Salus produzierte? Inwieweit ist dieses Produkt noch in seiner Ursprungsrezeptur im heutigen Sortiment erhältlich?

Dr. Simone Meyer: Der erste Tee, den Salus produzierte, war der Münchner Gesundheitstee. Dieser wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Firma im Jahr 2016 als Jubiläumstee Reinheit noch einmal neu aufgelegt. Auch der 14-Kräuter-Tee kommt der ursprünglichen Rezeptur sehr nahe.

Wie viele Produkte umfasst das heutige Teesortiment, wie viele verschiedene Kräuter kommen dafür zum Einsatz?

Dr. Simone Meyer: Salus bietet insgesamt weit über 220 Tees an. Dafür verwenden wir über 250 verschiedene Teedrogen, wie Teekräuter in der Fachsprache bezeichnet werden. Wo immer möglich, verwenden wir Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau. Bevor eine neue Teekomposition entsteht, werden alle Kräuter, Früchte und Gewürze sorgsam ausgewählt und besonders schonend verarbeitet. Salus zählt zu den wenigen Teeanbietern in Deutschland, bei denen der gesamte Produktionsprozess in einer Hand liegt – vom Rohstoff bis zur fertigen Packung.

Wie hoch ist der Rohstoffverbrauch für Ihre Tees pro Jahr? Wie viel Liter Tee lassen sich daraus zubereiten?

Dr. Simone Meyer: Jährlich werden ca. 300 Tonnen Teedrogen verarbeitet. Daraus entstanden knapp 74 Mio. Filterbeutel und 1,3 Mio. Packungen loser Tee. Wenn Sie die Teekräuter alle auf einmal aufkochen würden, entstünden ungefähr 16,62 Mio. Liter Tee. Diese Menge entspräche knapp 120.000 Badewannen.

Einblick in die Produktion von Salus: Die Maschine knüpft Teebeutel.

Bildquelle: Salus Fotoarchiv

Neben Tees stellen Sie auch Tonika und Tropfen her, worauf legen Sie bei der Produktion dieser besonders großen Wert?

Dr. Simone Meyer: Salus achtet bei den Rezepturen neben der Wirksamkeit besonders auf einen angenehmen Geschmack. Dieser ist durch die enthaltenen Früchte natürlich und nicht künstlich. Zudem wird auf synthetische Farbstoffe und Konservierungsstoffe aus Prinzip verzichtet. Trotzdem ist das Produkt haltbar und die Inhaltsstoffe darin sind voll verfügbar. Ohne langjährige Forschung und ein großes Know-how wäre das nicht möglich.

Wann empfehlen Sie die Verwendung von Tonika und Tropfen?

Dr. Simone Meyer: Tonika oder Tropfen sind eine beliebte Alternative zu Tabletten mit klaren Vorteilen: Tonika sind leichter zu schlucken. In flüssiger Form sind Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel außerdem individuell dosierbar und ihre Inhaltsstoffe für den Körper schnell verfügbar.

Welchen Stellenwert hat der Standort Bayern für Ihr Unternehmen?

Dr. Simone Meyer: Salus wurde 1916 in München gegründet und ist daher von Beginn an eng mit Bayern verbunden. Vor genau 50 Jahren traf Otto Greither aus Platzmangel am Standort München dann die Entscheidung, nach Bruckmühl umzusiedeln. Hier ist Salus mittlerweile einer der größten Arbeitgeber in der Region. Wegen des hohen Qualitätsanspruchs produziert Salus seine Tonika und Tees auch ausschließlich hier am Firmensitz.

Luftaufnahme des heutigen Standorts von Teeanbieter Salus in Bruckmühl.

Bildquelle: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz

Welche Rolle spielt die Verarbeitung regionaler Rohstoffe für Sie?

Dr. Simone Meyer: Das Unternehmen mit seinen 350 Mitarbeitern hat sich höchste Standards für den Umweltschutz gesetzt. Daher verwenden wir, sofern es möglich ist, Rohstoffe aus regionalem Anbau. Der Grüne Hafer für unseren Vollmers Tee wird z.B. am Chiemsee angebaut. Mit dem Anbauer Oberhauser verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit.

Welches Produkt aus Ihrem Sortiment favorisieren Sie persönlich am meisten? Ziehen Sie Tee (immer) jedem anderen Getränk vor?

Dr. Simone Meyer: Am liebsten trinke ich den Brotzeittee aus der Bauerngarten-Serie. Hier wurde altes Kräuterwissen mit der bunten Vielfalt der Bauerngärten vereint. Aus typischen, aber auch selteneren Teepflanzen wie z.B. Quendel, Gundelrebe oder Benediktenkraut entstanden vier köstliche Teerezepturen. Sollte ich mal keine Lust auf Tee haben, bietet sich der alkoholfreie Bio-Aperitif an. Pur oder als Mischung mit Säften auf Eis ist er die ideale Erfrischung an heißen Sommertagen.

Hat sich der Geschmack der Verbraucher in den vergangenen 102 Jahren verändert? Wie äußert sich das in der Produktentwicklung?

Dr. Simone Meyer: In den letzten hundert Jahren sind die Verbraucher deutlich anspruchsvoller geworden. Am Anfang des letzten Jahrhunderts war es wichtig, dass Tee wärmt und gut schmeckt. Für einen intensiveren Geschmack wurden deshalb auch lange Zeit aromatisierte Tees bevorzugt. Heute kehrt man zurück zur Natürlichkeit. Die Herkunft der Pflanzen spielt eine ebenso große Rolle wie die Qualität des Produkts. Die heilende Kraft der Kräuter steht im Mittelpunkt. Dies haben wir in der Teeserie „Kraft der Natur“ umgesetzt. Aus natürlich wirksamen Teepflanzen entstanden wohlschmeckende Teemischungen.

Inwieweit unterscheidet sich der Geschmack je nach Zielgruppe?

Dr. Simone Meyer: Jeder trinkt aus unterschiedlichen Anlässen Tee. Der eine verbindet Tee mit einer Erkältung, andere trinken ihn morgens oder im Sommer als Eistee. Dadurch entstehen verschiedenste Anforderungen an den Geschmack. Unterscheiden lässt sich dabei weniger nach Alter oder Geschlecht. Einen viel größeren Unterschied macht die Vorliebe für Früchte- oder Kräuter-, Schwarz- oder Grüntee. Liebhaber der verschiedenen Teerichtungen findet man in allen Altersgruppen.

Historischer Einblick: Mit der Saluskur startete das Unternehmen vor über 100 Jahre.

Bildquelle: Salus Fotoarchiv

2016 hat Ihr Unternehmen 100-jähriges Bestehen gefeiert. Wie haben Sie dieses Jubiläum begangen?

Dr. Simone Meyer: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums wurden – wie bereits erwähnt – alte Rezepturen in Form der Jubiläumstees wiederbelebt. In einem Jubiläumsbuch wurde zudem die Unternehmensgeschichte detailreich beschrieben und mit vielen historischen und aktuellen Bildern untermalt. Höhepunkt aber waren die Festlichkeiten. 100 Jahre Salus wurde zunächst mit Mitarbeiter und Kunden in einem großen Festzelt begangen. Die Geschäftsführer Otto Greither und Dr. Florian Block ließen das letzte Jahrhundert Revue passieren und richteten den Blick gleichzeitig auf die nächsten Jahre. Zwei Wochen später stand der erste Tag der offenen Tür in der Unternehmensgeschichte auf dem Programm. Über 10.000 Besucher besichtigten die Produktionsstätten, lauschten spannenden Vorträgen und erkundigten sich an zahlreichen Infoständen. 2016 war ein ereignisreiches Jahr, auf das alle Mitarbeiter und Besucher noch immer gerne zurückblicken.

Welche Ziele wollen Sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren erreichen?

Dr. Simone Meyer: Schon seit über hundert Jahren arbeiten wir daran, ökonomische und ökologische Interessen zu vereinen. Wir verwirklichen möglichst umweltschonende Produktionsprozesse und verfolgen unser Ziel, die Natur und deren Artenvielfalt zu schützen. Damit noch viele Generationen nach uns die Möglichkeit haben, von der Kraft der Natur zu profitieren.

Von Heißgetränken hin zu eher kühleren Erfrischungen: Erfahren Sie im Interview mit Alexander Jesina, Geschäftsführer von Wolfra, unter anderem wie die Natursaft Kelterei zu ihrem Namen kam.

 

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