Wir feiern Bayern #2 – Wolfra

27. Juni 2018
Portrait von Geschäftsführer Alexander Jesina von Wolfra

Foto: Wolfra Bayrische Natursaft Kelterei GmbH

Der Freistaat Bayern feiert unter dem Motto „Wir feiern Bayern“ 2018 sein 100-jähriges Jubiläum. Für uns als Agentur für Food-PR mit Sitz in München also Grund genug, uns einmal mehr mit der bayerischen Food- und Getränkekultur auseinanderzusetzen. Dabei schauen wir heute nach Erding, wo der Safthersteller Wolfra Bayerische Natursaft Kelterei GmbH seinen Sitz hat. Das Unternehmen, das es bereits seit 88 Jahren gibt, setzt bei der Verarbeitung auf die regionalen Rohstoffe aus dem Umland und produzierte im Jahr 2017 daraus über zehn Millionen Liter Säfte im Bereich Mehrweg und Einweg – von A wie Apfelsaft, über B wie Birnensaft bis zu C wie Cranberrysaft etc.. Rede und Antwort stand uns Geschäftsführer Alexander Jesina, dessen erste Begegnung mit dem Unternehmen in seine Kindheit zurückreicht. Denn: „Bei uns zu Hause gab es immer Wolfra-Säfte zu trinken“, sagt er.

Wie kommt Ihr Unternehmen zu seinem Namen und was gab den Anstoß zur Unternehmensgründung?

Alexander Jesina: Wolfra wurde 1930 in Wolfratshausen gegründet. Der Name Wolfra ist die Kurzform von Wolfratshausen, in der Nähe des Starnberger Sees gelegen, in einer wunderschönen Streuobstregion. Die Vision von haltbarem, flüssigem Obst trieb den Firmengründer Andreas Stumpf bereits Ende der 1920er-Jahre zu immer neuen Versuchsreihen, bis es ihm schließlich gelungen war, den Gärungsprozess sowie die Alkoholbildung bei der Abfüllung von Fruchtsäften zu vermeiden.

Welches ist rückblickend der größte Meilenstein Ihrer Unternehmensgeschichte? Wie macht sich das noch heute bemerkbar?

Alexander Jesina: Der größte Meilenstein ist zugleich der Grundstein der Unternehmensgründung: Ohne die Entdeckung unseres Firmengründers, den Gärungsprozess rechtzeitig zu stoppen, würde Wolfra heute vermutlich keine Fruchtsäfte produzieren.

Einblick in die Produktion von Wolfra.

Foto: Wolfra Bayrische Natursaft Kelterei GmbH

Welches war das erste Produkt, das Wolfra produzierte? Inwieweit ist dieses Produkt noch in seiner Ursprungsrezeptur im heutigen Sortiment erhältlich?

Alexander Jesina: Das erste Produkt, das produziert wurde, war der Apfelsaft. Daher ist auch der Apfel Bestandteil des Logos. Den direkt gepressten Apfelsaft gibt es auch heute noch im Sortiment.

Welchen Stellenwert hat der Standort Bayern für Ihr Unternehmen? Welche Rolle spielt die Verarbeitung regionaler Rohstoffe für Sie?

Alexander Jesina: Der Standort Bayern spielt eine zentrale Rolle für uns. Unser Unternehmen hat eine bayerische Herkunft, der Firmensitz ist auch heute noch in Bayern und auch unser Kernmarkt ist Bayern. Die Zusammenarbeit mit regionalen, baeyrischen Ostbauern und der Erhalt der Streuobstwiesenlandschaft sind ein besonderes Anliegen. Daher arbeiten wir aktuell mit rund 2.000 Obstbauern in Bayern und einem promovierten Pomologen (Obstbaukundler) zusammen. Außerdem unterstützen wir die Baumpflanzung und -pflege. Seit 2017 besteht zudem eine Zusammenarbeit mit fränkischen Rhabarberbauern, die uns die Rhabarberstangen liefern, die wir zu unserem Wolfra Rhabarbersaft verarbeiten. Wir rechnen damit, dass ab 2019 die Ernte unseren kompletten Bedarf decken wird. Ein weiteres Beispiel für den regionalen Bezug ist die Johannisbeere. Hier laufen die Gespräche mit bayerischen Obstbauern, mit dem Ziel, dass auch diese Früchte ausschließlich aus bayerischem Anbau stammen.

Rhabarberfeld, auf dem das Gemüse für Wolfra angebaut wird.

Foto: Wolfra Bayrische Natursaft Kelterei GmbH

Inwieweit stellt Sie die Entwicklung neuer Produkte vor Herausforderungen, insbesondere wenn es um den Bezug regionaler Rohstoffe geht? Gibt es hier gewisse Grenzen?

Alexander Jesina: Wolfra ist ein Vollsortimenter, das heißt, wir bieten neben heimischen Sorten auch exotische Säfte an. Diese Früchte müssen wir selbstverständlich in exotischen Ländern kaufen. Aber auch bei den heimischen Sorten sind uns Grenzen gesetzt, je nachdem, welche Menge an Früchten zur Verarbeitung benötigt werden und aus bayerischem Anbau zur Verfügung stehen.

Welches Produkt aus Ihrem Sortiment favorisieren Sie persönlich am meisten?

Alexander Jesina: In der heißen Jahreszeit trinke ich gerne unseren Rhabarbersaft – entweder tagsüber als erfrischende Schorle mit Wasser gemischt oder am Abend als Aperitif mit Prosecco.

Abbildung des Rhabarbersortiments von Wolfra.

Foto: Wolfra Bayrische Natursaft Kelterei GmbH

Hat sich der Geschmack der Verbraucher in den vergangenen 88 Jahren verändert?

Alexander Jesina: So wie es allgemein in der Food-Branche Veränderungen gab und sich im Laufe der Jahre neue Trends entwickelten, so haben sich auch die Vorlieben der Verbraucher im Bereich des Saftkonsums verändert. In den letzten Jahren haben Sorten wie Mango, Maracuja und Rhabarber immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Des Weiteren werden milde Säfte, also Säfte, die von Natur aus weniger Säure enthalten, verstärkt nachgefragt, ebenso wie Direktsäfte.

Ihr Unternehmen gibt es seit über 80 Jahren. Welche Ziele wollen Sie bis zu Ihrem 100-jährigen Firmenjubiläum erreichen?

Alexander Jesina: Ein Ziel von Wolfra ist es, die Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft weiter auszubauen und zu stärken.

Sind Sie nach diesem Beitrag nun sitt, aber hungrig auf Wissen zu einem typisch bayerischen Food-Exportschlager? Dann schauen Sie doch in das Interview mit Ralph Biemann von Händlmaier und erfahren, was er über süßen Senf erzählt.

 

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