Schweigen und Fasten: Die Suche nach Kontrastprogrammen und Ruheinseln

13. August 2020

Vor der Arbeit noch schnell in die Joggingschuhe schlüpfen, anschließend ein kurzes Frühstück, eventuell vorhandene Kinder in den Kindergarten oder die Schule bringen, weiter zur Arbeit, dort ein kurzes Mittagessen, nach der Arbeit fix einkaufen und die Wohnung auf Vordermann bringen. Und ehe wir uns versehen, ist es Abend und wir fragen uns am Ende des Tages, wo der Tag beziehungsweise die Zeit mal wieder geblieben ist. Unser (Arbeits-)Alltag ist größtenteils geprägt von Verpflichtungen und Terminen. Seien sie beruflicher oder privater Natur, häufig fühlt sich so ein Wochentag an wie ein minutiös durchgetaktetes Pflichtprogramm. Es wird Zeit für eine Auszeit! Zeit, aus den Gewohnheiten auszubrechen, sich, neben all den Pflichten, auch wieder auf sich selbst zu konzentrieren und neue Energie und Kraft zu tanken.

Gut für Körper und Geist: Fasten

Eine Möglichkeit, alte Gewohnheiten zu überprüfen und mit sich selbst ins Reine zu kommen, bietet das Fasten, also der freiwillige Verzicht auf (feste) Nahrung für eine begrenzte Zeit. Begleitet wird das Fasten häufig von Bewegung, Entspannung und geistiger Regeneration. Ursprünglich stand hinter dem Fasten eine religiöse Motivation und musste von gläubigen Christen gezwungenermaßen in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern ausgeübt werden. Über die Jahre hinweg entwickelte sich das Fasten zu einem freiwilligen Nahrungsverzicht, der mittlerweile viele (nichtreligiöse) Anhänger gefunden hat. Fasten kurbelt den Stoffwechsel an und der Körper kann so seine Nährstoffspeicher bestens als Energiequelle nutzen. Viele Menschen nutzen eine selbst festgelegte Fastenzeit auch dafür, gezielt auf persönliche Vorlieben wie Kaffee, Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten. In unserer stark medial geprägten Welt ist auch das „digital Detox“, also der Verzicht auf permanente Erreichbarkeit, auf dem Vormarsch. In Zeiten von Facebook, Instagram & Co. fällt es vielen Menschen schwer, das Smartphone Smartphone sein zu lassen und nicht alle fünf Minuten die neuesten Stories und Posts zu verfolgen und mit anderen Nutzern zu interagieren.
Es liegt bei jedem Einzelnen selbst, die für ihn passende Form des Fastens zu finden. Wichtig ist, sich dabei wohlzufühlen und es nicht aus Zwang oder unter Druck zu tun. Nur wer sich dabei wohlfühlt, kann auch eine positive Entwicklung für sich und seinen Körper erzielen.

Durch Stille zu innerer Ausgeglichenheit

Doch nicht nur durch einen bewussten Verzicht auf bestimmte Lebensmittel können wir neue Energie tanken. Ein weiteres Schlüsselwort heißt „Stille“. Nicht umsonst lautet eine bekannte Redensart „In der Ruhe liegt die Kraft“. Doch Ruhe ist für viele von uns mittlerweile zu einem Luxusgut geworden. Wir sind ständig in Bewegung, kommunizieren über die unterschiedlichsten Kanäle miteinander, tagtäglich prasseln neue Informationen auf uns ein. Viel Raum für Ruhe bleibt da nicht. Dabei ist Abschalten, einmal ganz still sein, in sich hineinhorchen, sehr wichtig für unser Wohlbefinden, sowohl für das geistige als auch für das körperliche. Denn Stille zählt Umweltforschern zufolge zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Um zu entschleunigen und zu innerer Ausgeglichenheit zu kommen, ist es wichtig, die Ruhe zu suchen. Sobald es still wird um uns herum, werden wir nicht abgelenkt, sondern lenken automatisch den Fokus auf die eigene Wahrnehmung. Stille ermöglicht es uns, uns selbst zu reflektieren, innere Anspannungen wieder bewusst wahrzunehmen und sie nicht zu verdrängen, sondern abzubauen.
Ein weiterer Aspekt, weshalb wir der Stille in unserem Alltag mehr Aufmerksamkeit schenken sollten, ist unsere Gesundheit. Es ist erwiesen, dass Lärm Stress verursacht, und Stress macht uns krank. Begeben wir uns an stille Orte, kann unser Körper Stresshormone abbauen und sich erholen. Ein Spaziergang im Wald kann dabei genauso entspannend sein wie eine Meditation, eine Yoga-Session oder autogenes Training. Sie alle bieten die Möglichkeit, uns bewusst auf uns selbst zu konzentrieren.
Auch unserer Kreativität bekommt gelegentliche Stille sehr gut. Wer kennt es nicht: Wir verrennen uns in einem Problem, denken an nichts anderes mehr und finden, trotz intensiven Überlegens (oder vielleicht gerade deswegen) keine passende Lösung. Legen wir jedoch eine Pause ein und lenken unsere Gedanken auf andere Dinge oder entspannen uns ganz gewollt, dann fliegt uns die Lösung häufig geradewegs zu.

Frau meditiert mit geschlossenen Augen auf einer Yogamatte

© k.pur

Ruheinseln im Alltag

Natürlich ist es nicht immer leicht, sich eine Auszeit zu nehmen, und sie ist auch nicht tagtäglich umsetzbar. Wir können uns aber kleine Ruheinseln schaffen und diese bewusst in den Alltag einbauen. Und sei es für die erste Tasse Kaffee am Morgen und ein kleines Frühstück eine Viertelstunde früher aufzustehen, um beides in Ruhe genießen zu können oder nach der Arbeit einen kleinen Spaziergang „zum Abschalten“ zu unternehmen. Die Wirkung werden wir spüren: Wir schöpfen neue Energie, dank derer wir auch in stressigen Phasen gelassener bleiben und unser Alltagsleben einfach entspannter meistern.

Wer sich für unterschiedliche Ernährungsformen interessiert, der findet in unserem Beitrag über ayurvedische Ernährung einige interessante Aspekte.

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