Biergartenzeit ist die schönste Zeit

25.05.2018

| Lesezeit: 5 Min.

Der Ursprung des Phänomens Biergarten geht in das 19. Jahrhundert zurück, als spitzfindige süddeutsche Brauer beschlossen, ihr Bier in Kellern zu lagern. Bekannterweise ist ihr bevorzugter Bierstil untergärig, und d.h., dass bei ca. 4 bis 8 °C vergoren wird. Um diese Bedingungen schaffen zu können, ließen sie an Flussufern, zum Beispiel nahe der Isar, tiefe Kellerhöhlen schlagen. Die Temperaturen der Kellerhöhlen wurden durch Eisblöcke, die im Winter aus Flüssen und Seen geschlagen wurden, noch weiter gesenkt. An diesen kühlen Plätzchen konnte das Bier dann in Ruhe gären und reifen.

Meist wurde es dann auch an Ort und Stelle getrunken, da es sich sonst auf dem Transportweg erwärmt hätte. Um an diesen Plätzen genügend Schatten für Mensch und Bier zu schaffen, wurden dort meist große Kastanien oder Linden gepflanzt. Um das Bier aus den großen Krügen genießen zu können, hat man vor Ort auch gleich noch Tische und Bänke aufgestellt. Frisches Bier, Biertischgarnituren, schattige Plätze – das Grundprinzip steht bis heute. Auch die wohl größte Besonderheit der Biergärten ist auf die Zeit zurückzuführen: Die Gastronomen in der Umgebung der Auf-den-Bierkellern-Gärten legten Beschwerde ein, und so wurde den Brauereien königlich-richterlich verboten, dort Essen zu verkaufen. Das Ergebnis daraus: Zwar gibt es in den meisten Biergärten heute etwas zu essen, aber Gäste können sich in vielen Biergärten im Großraum München, Franken und rund um Salzburg ihre Brotzeit noch selbst mitnehmen.

Voller Maßkrug

Biergärten in München

Biergärten seien „beliebter Treffpunkt breiter Schichten“, so die bayerische Staatsregierung. In der Landeshauptstadt München sind von den originalen Kellerbiergärten bis heute noch der Augustiner-Keller, der Paulaner Nockherberg und der Hofbräukeller erhalten. Die Keller von Bürgerbräu und Franziskaner sind zu Tiefgaragen umfunktioniert worden. Der größte Biergarten ist der Hirschgarten, mit 6.500 Sitzplätzen könnte er ein ganzes Dorf beherbergen. Ein besonderes Highlight ist auch der angegliederte Streichelpark. Weil der Biergarten nun mal ein Stück Kulturgut ist, gibt es auch einen Verein zu dessen Erhalt und Förderung, die Biergartenfreunde. Neben ausführlichen Bewertungen gibt es auf ihrer Webseite auch eine Biergartensuche, die den nächstgelegenen bei Eingabe des Ortsnamens ausspuckt. Als Suchkriterien können unter anderem Barrierefreiheit, Parken, Wohnmobile, E-Bike-Tankstelle, eigene Brotzeit und vieles mehr angegeben werden. Seit Neuestem gibt es dazu auch die passende App.

Auch die New-Generation-Biergärten in München wie z.B. der Backstage Biergarten sind im Herzen Kellerbiergärten des 19. Jahrhunderts. Über die normale Essensmitnahme hinaus kann hier auch selbst gegrillt werden; neben Grills stehen hier Kohle und Anzünder kostenfrei zur Verfügung. Der Nachtbiergarten, in dem die ganze Woche über bis Mitternacht ausgeschenkt wird, lockt mit niedrigen Preisen; so kostet die Maß hier 5,20 Euro. In der Biergarten Revolution kostet die Maß sogar noch 2,99 Euro. Außerdem gibt es hier einen Kicker, einen Beerpongtisch, ein großes Brettspielsortiment, Karten und Schach – eine lange Verweildauer ist also gesichert. Wer es etwas schicker will, aber trotzdem innovativen Charme im Biergarten seiner Wahl bevorzugt, für den ist der Biergarten Muffatwerk genau das Richtige. Der Biergarten ist ein zertifizierter Ökobetrieb, d.h., neben Biobier gibt es hier auch eine Vielzahl an Mahlzeiten in Bioqualität. Die Speisekarte reicht dabei von klassischen Biergartengerichten bis hin zu Salaten, Fisch und Ökofleisch vom Lavagrill.

Mein Fazit: Egal wo, egal wie, egal wann – Biergartenzeit ist die schönste Zeit in München. Der Biergarten ist ein Paradebeispiel dafür, wie Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und Bildungsstand friedlich gemeinsam eine gute Zeit verbringen können. Daher: Mehr Biergärten und weniger Kreuze!

Wer mehr zum Thema bayerisches Bier wissen will, den interessiert eventuell auch die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2018/2019.

 

BEITRAG TEILEN

WEITERE ARTIKEL, DIE DICH INTERESSIEREN KÖNNTEN

Food Kommunikation am Essenstisch
Kaum ein Thema ist so nah dran am Alltag der Menschen und gleichzeitig so emotional besetzt wie Ernährung. Wir haben uns die Studie „Gesellschaft und Ernährung: Was uns verbindet und trennt“ angeschaut. Auf Basis von sechs Fokusgruppen und einer repräsentativen Befragung zeichnet sie ein differenziertes Bild davon, wie Menschen in Deutschland über das Essen denken, wo es im Alltag Konflikte gibt und worin man sich einig ist. mehr
Fermentierte Lebensmittel sind eine gute Ergänzung zu einem plant-based Lifestyle.
Vorurteile gegen vegane oder pflanzliche Ernährung halten sich hartnäckig: sie sei langweilig, bestehe nur aus Salat, Verzicht sowie ungewürztem Tofu und führe zwangsläufig zu Nährstoffmangel. Doch weit gefehlt: Aktuelle Trends zeigen, wie gesundheitsfördernd und kreativ pflanzenbasiertes Essen sein kann. Wir schauen uns an, welche Entwicklungen dem Thema Plant-based gerade ordentlich Rückenwind geben. mehr
B2B-Kommunikation auf Social Media tickt anders als B2C. Längere Entscheidungswege und ein fachlich anspruchsvolles Publikum verändern die Regeln. Gerade in der Food- und Getränkebranche kommt es darauf an, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und die richtigen Fachzielgruppen zu erreichen. Wir zeigen, was erfolgreiche B2B-Kommunikation ausmacht – und wie Unternehmen Social Media strategisch dafür nutzen können. mehr
Gemeinsam zum Ziel mit Strategie-Workshops
Im Interview sprechen wir mit Business- und Mentalcoach Klaus Höfler darüber, warum sich Unternehmen die Zeit nehmen sollten, in einem oder mehreren Workshops gemeinsam eine tragfähige Strategie zu erarbeiten und welche Vorbereitungen notwendig sind, um den bestmöglichen Nutzen bei einem Workshop als Ergebnis verbuchen zu können. mehr
Nach oben scrollen