Wie veröffentliche ich ein Kochbuch?

16. April 2020

Wer sich leidenschaftlich mit der Entwicklung von Rezepten, mit Schreiben und vielleicht sogar der Food-Fotografie beschäftigt, für den ist ein eigenes Kochbuch oft eine Herzensangelegenheit. Wer hierfür den Weg über ein Verlagshaus gehen möchte, für den haben wir zusammengestellt, worauf es dabei ankommt.

Welcher Verlag passt zu mir?

Ein Buchmanuskript nach dem Gießkannen-Prinzip an möglichst viele Verlage zu verschicken, ist selten von Erfolg gekrönt. Der erste Schritt ist also, einen oder mehrere Verlage ausfindig zu machen, bei denen man sein Buch gerne veröffentlichen würde, und bei denen umgekehrt auch die Möglichkeit besteht, dass sie an einer Veröffentlichung interessiert sind.

Es ist wenig sinnvoll, ein Manuskript für ein Kochbuch bei einem Verlag einzureichen, der nur Romane im Programm hat. Aber auch Kochbuchverlage unterscheiden sich voneinander. Manche spezialisieren sich auf bestimmte Themen, andere produzieren keine oder nur wenige Eigenentwicklungen, sondern kaufen hauptsächlich fremdsprachige Lizenzen ein, die dann ins Deutsche übersetzt werden. Hier sollte man sich vorab informieren.

Wie überzeuge ich meinen Wunsch-Verlag?

Ist der passende Verlag gefunden, gilt es, diesen vom eigenen Buchprojekt zu überzeugen. Hier hilft es, sich vorher zwei Fragen zu stellen:

1. Warum möchte ich ein Buch veröffentlichen?
2. Warum möchte ein Verlag ein Buch veröffentlichen?

Die Antwort auf die erste Frage kann je nach Autor unterschiedlich ausfallen und viele Aspekte beinhalten. Auch in die Antwort auf Frage 2 können verschiedene Beweggründe hineinspielen, einer wird jedoch immer im Mittelpunkt stehen: Es geht darum, möglichst viele Bücher zu verkaufen.

Ein Verlag muss wirtschaftlich arbeiten und wird daher nie ein Buch in Druck geben, dem er nicht genügend Verkaufspotenzial einräumt. Man sollte also möglichst viele „Beweise“ liefern können, dass das vorgestellte Buchprojekt ein Kassenerfolg wird.

Was genau sollte ich bei einem Verlag einreichen?

Um sich bei einem Verlag zu bewerben, sollte man kein umfangreiches Buchmanuskript einreichen. Es ist auch nicht wichtig, dass ein Buch schon fertig geschrieben ist. Es reicht, wenn man eine konkrete Vorstellung vom Inhalt hat und ein paar Probeseiten fertig sind. Da Verlage mitunter sehr lange Vorlaufzeiten haben, bleibt noch genug Zeit, das Buch fertig zu schreiben, nachdem man eine positive Rückmeldung erhalten hat. Richtig bewirbt man sich mit einem Exposé, das alles Wichtige kurz und knapp auf den Punkt bringt.

Was ein gutes Exposé ausmacht

Ein gutes Exposé gliedert sich in zwei Teile. Der inhaltliche Teil liefert Informationen über das Buch: (Arbeits-)Titel, Umfang, Format, Bebilderung und Verkaufspreis. Am besten orientiert man sich hier an Büchern, die der Verlag bereits im Programm hat, denn meist gibt es feste Format- und Preisstrukturen. Ein Inhaltsverzeichnis sowie drei bis vier Seiten Probetext und Bilder runden diesen Teil ab. Gute Food-Fotografen haben dabei einen Vorteil, denn für Verlage ist es oft günstiger, keinen zusätzlichen Fotografen beauftragen zu müssen. Früher war das aber gang und gäbe; kaum ein Kochbuchautor hat seine Rezepte selbst fotografiert und auch heute ist es kein Muss.

Der zweite Teil, der ein gutes Exposé ausmacht, überzeugt vom Verkaufspotenzial des Kochbuches. Dazu gehören Zielgruppe, Konkurrenzanalyse, USP, wichtige Verkaufsargumente und eine kurze Vita. Dieser Teil ist sehr wichtig und sollte nicht zu weit hinten stehen, auf jeden Fall vor dem Inhaltsverzeichnis und den Probeseiten.

Für wen schreibe ich und wer sind meine Vorbilder?

Dieses „Drumrum“ zu einem Buch wird oft vergessen, dabei ist es das Herzstück eines Exposés. An der Zielgruppe erkennt ein Verlag zum Beispiel, ob ein Buch ins Programm passt und mit der eigenen Leserschaft übereinstimmt. Die Konkurrenzanalyse zeigt das Verkaufspotenzial und in welchem Wettbewerbsumfeld sich ein Titel bewegt. Es ist nicht schlimm, wenn es schon ähnliche Bücher auf dem Markt gibt. Wenn sich diese gut verkaufen, kann das ein Indikator dafür sein, dass ein Thema gut ankommt. Die Konkurrenzanalyse sollte auch genutzt werden, um auf erfolgreiche Vorbilder zu verweisen.

Was macht mich und mein Buch besonders?

Was das eigene Buch dennoch einzigartig macht, zeigt der USP. Der unique selling point ist das Alleinstellungsmerkmal und unterstreicht, was das Buch von anderen abhebt. Der USP sollte nicht länger als ein oder zwei Sätze sein. Der Anfang eines USPs könnte lauten „Das erste Buch, das …“ oder „Das einzige Buch, in dem …“. Der USP ist das wichtigste Verkaufsargument. Zusätzlich sollten noch zwei bis drei weitere, stichhaltige Argumente aufgeführt werden. Ein gutes Argument ist nicht „Ich bin überzeugt, dass sich mein Buch gut verkaufen wird!“, sondern „An dieser und jener Entwicklung kann man sehen, dass das Thema ein Trend ist“ oder „Der Erfolg von Buch soundso zeigt, dass dieser Ansatz sehr gefragt ist“. Um solche Aussagen treffen zu können, ist etwas Recherchearbeit nötig, die sich aber auszahlt.

Zu guter Letzt vermittelt die Vita einen Eindruck vom Autor und was dieser bereits an „Werbemöglichkeiten“ mitbringt. Daher sollten Blogger unbedingt ihre Follower- und Klickzahlen angeben! Auch der Autor selbst kann ein wichtiges Verkaufsargument oder sogar der USP sein.

Ein gutes Exposé auf einen Blick:

  • Thema und (Arbeits-)Titel
  • Zielgruppe
  • Konkurrenzanalyse
  • USP
  • Verkaufsargumente
  • Vita
  • Umfang
  • Format
  • Bebilderung
  • Preis
  • Inhaltsverzeichnis
  • Probetext

Wir haben hier schon einige erfolgreiche Kochbücher vorgestellt. Wenn ihr euch noch etwas inspirieren lassen möchtet, dann schaut zum Beispiel zu den Sonntagsbraten von Andreas Geitl, Vegan Foodporn von Bianca Zapatka oder Einfach natürlich backen von Carolin Strohte und Sebastian Keitel.

 

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