Espresso: Die Geschichte des kleinen Schwarzen

3. Juni 2020

Stark, heiß und geschmacksintensiv: So kennt und liebt man den Muntermacher nicht nur in Italien. Der Kaffee-Klassiker wird aus etwa sieben Gramm fein gemahlenem Espressokaffeepulver und 25 bis 30 ml Wasser hergestellt. Sein Markenzeichen ist die dichte, goldfarbige, feinporige Schaumschicht, die sogenannte Crema, die sich nur bei ausreichend hohem Druck aus den Kaffeeölen bildet und die für Kenner Milch oder gar Sahne überflüssig macht. Sie ist DAS Qualitätsmerkmal eines guten Espressos und misst sich daran, wie langsam ein Teelöffel Zucker darin versinkt und ob sich die Schaumschicht anschließend wieder schließt. Serviert wird der kleine Schwarze in einer vorgewärmten, dickwandigen Keramiktasse.

Die besondere Zubereitung schreibt die Geschichte

Vor allem zwei Dinge unterscheiden den Espresso von herkömmlichem Filterkaffee: extrem hoher Wasserdruck und sehr fein gemahlenes Kaffeepulver. Beim normalen Kaffeebrühen hat das heiße Wasser einige Minuten Zeit, das Aroma aus dem Kaffeepulver zu extrahieren. Beim Espresso aber läuft dieser Prozess binnen weniger Sekunden ab. Dank der feinen Mahlung kommt das Wasser mit besonders viel Kaffeemehl in Berührung.

Seine Wurzeln hat der Espresso in Italien. Um 1900 kam in Mailand erstmals die spezielle Zubereitungsform des Kaffees unter Druck auf, angeblich weil sich viele Kaffeeliebhaber über sehr lange Wartezeiten in den Caffè-Bars beklagten. Allerdings wurde der Espresso vor der Einführung anderer Methoden ausschließlich mit Wasserdampf zubereitet und hatte wenig mit der heute so beliebten Spezialität zu tun. Die Shots waren sehr wässrig und schmeckten bitter. Es gab sie nur auf Anfrage und ausschließlich am Tresen der Kaffeebars. Daher soll übrigens auch der Name stammen: „Espresso“ leitet sich vom italienischen Verb esprimere (dt.: ausdrücken) her. Espresso ist ein ausdrücklich für den Gast zubereitetes Kaffeegetränk.

Den Espresso, wie wir ihn heute kennen, gibt es seit 1938. Achille Gaggia kam auf die Idee, per Handhebel-Bedienung das heiße Wasser unter Druck durch das Kaffeepulver zu pressen und dadurch eine Crema zu erzeugen.

Lust auf weitere spannende Kaffee-Geschichten? Dann lest hier über die Geschichte des Kaffeefilters.

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