Plastik reduzieren – durch essbare Strohhalme?

28. November 2019

Neben Einweg-Geschirr und Plastiktüten zum Einkaufen zählen auch Strohhalme aus Plastik zu den Symbolen der Wegwerfgesellschaft. Doch das soll sich nun ändern, denn besonders Plastik, das nur einmalig benutzt wird, geht es an den Kragen: Ab 2021 gilt das europaweite Verbot von Einweg-Plastikprodukten, so hat es die EU beschlossen. Schon heute sind die bunten Plastik-Strohhalme in vielen Supermärkten bereits ausgelistet. Wer nicht auf Strohhalme in seinen Cocktails verzichten kann, benötigt also schnellstmöglich Alternativen. Doch wodurch begann überhaupt die weltweite Nutzung des Trinkrohrs?

Die Geschichte des Strohhalms

Strohhalme sind keineswegs eine moderne Erfindung: In einem sumerischen Grab, das etwa aus der Zeit 3.000 v. Chr. stammt, wurde als Grabbeigabe ein goldener Trinkhalm gefunden. Die Sumerer verwendeten die Halme vermutlich als Sieb. Diese Funktion nutzen auch heute Südamerikaner noch für ihren Mate-Tee. Das Patent für den Strohhalm erhielt Marvin C. Stone erst Jahrtausende später. Der US-Amerikaner war es 1888 leid, dass die damals üblichen Trinkhalme aus Gras einen unschönen Beigeschmack abgaben. So klebte er kurzerhand Papier um einen Bleistift und erfand dadurch den geschmacksneutralen Trinkhalm aus Papier. Für sein Patent beschichtete er die Außenseite noch mit Wachs – fertig war seine „Erfindung“.

Essbare Strohhalme: die Alternative zu Plastik-Strohhalmen?

Heute gehen wir scheinbar zu den Ursprüngen des Patents zurück und tauschen unsere Plastikhalme gegen die aus Papier ein. Auch Alternativen aus Bambus, Edelstahl und Glas sind mit der Umsetzung des EU-Verbots heute gefragter denn je. Doch wie sieht es mit essbaren Strohhalmen aus?

Der essbare Trinkhalm: Superhalm von wisefood. Hergestellt wird er aus Apfeltrester und Getreide, produziert in Deutschland. Der Hersteller verspricht einen leckeren Strohhalm, der bis zu 60 Minuten im Getränk stabil bleibt. Für Veganer genau das Richtige. Wer allerdings kein Gluten verträgt, sollte die Finger davon lassen. Noch ein kleiner Wermutstropfen: Kohlensäurehaltige Getränke in Flaschen können je nach Getränk übersprudeln; im Glas stellt Kohlensäure jedoch kein Problem dar.

Die essbaren Strohhalme von wisefood sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Nicht direkt nach ihrer Nutzung verzehrbar sind Strohhalme aus Nudeln, wie beispielsweise die von Stroodles. Sie sind geschmacksneutral und werden auch bei einer Nutzung über eine Stunde nicht weich. Der Vorteil: Falls sie als Strohhalme durchfallen, kann man sie immer noch zu einem leckeren Mittagessen verarbeiten. Auch diese Alternative ist leider nicht glutenfrei.

Essbare Strohhalme: nicht für jeden geeignet

In der Eisdiele ist es völlig normal, sein Eis in einer essbaren – und hoffentlich lecker knackigen – Waffel serviert zu bekommen. Warum also nicht auch bei Strohhalmen auf essbare Alternativen umsteigen? Diese sind im Trend und können die Plastikvariante ersetzen. Die bisher auf den Markt gebrachten Alternativen sind jedoch bei Glutenunverträglichkeit nicht empfehlenswert. Hier bieten sich Strohhalme aus Edelstahl, Papier oder Glas an.

Mehr zum Thema Trends aus der Welt der Foodies gibt es von Hanni Rützler im Foodreport 2020.

 

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